Verliert der Club fünf Leistungsträger?

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München – Nach dem Eklat um Abdelhamid Sabiri bleibt es bei Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Nürnberg weiter unruhig. Noch immer besteht die Möglichkeit, dass einige Leistungsträger den Club im August noch verlassen.

Tim Leibold

Endlich steht Tim Leibold wieder auf dem Feld. Nachdem er in der vergangenen Saison aufgrund einer Schambeinentzüdung lange ausgefallen war und 25 Liga-Spiele fehlte, ist er nun als linker Verteidiger gesetzt. Im kommenden Sommer läuft nun der Vertrag von Leibold aus. Er betont zwar regelmäßig, wie wohl er sich in Nürnberg fühlt. Dass der Wohlfühlfaktor aber nicht das Wichtigste ist, ist auch nicht unbekannt. Unter anderem Eintracht Frankfurt soll an einem Transfer interessiert gewesen sein, der HSV ist es noch – und das sehr intensiv. Auf Nachfrage des kicker versicherte Berater Karl Herzog jedoch: „Es liegt kein Angebot vor.“ Noch bleiben aber rund drei Wochen bis zum Schluss des Transferfensters.

Kevin Möhwald

Diese Aussage bezieht sich auch auf Kevin Möhwald, der ebenfalls von Herzog unterstützt wird. Ein offensiver Mittelfeldspieler wie ihn hätten viele Bundesligisten gerne unter Vertrag. Torgefährlich, viele Vorlagen, laufstark und trotz seines jungen Alters schon ein echter Anführer. Dass er Begehrlichkeiten weckt, weiß natürlich Möhwald – und auch sein Berater. Aktuell verhandelen die Franken in beiden Personalien aber nicht über einen Transfer – sondern Vertragsverlängerungen!. Da beide die Qualität für die Bundesliga haben, gestallten sich die Gespräche als sehr schwierig. „Kevin ist 24, Tim wird es im November. Es geht um eine wichtige Weichenstellung für ihre Karriere“, so Herzog. Die 1. Bundesliga kann der Club für den nächsten Sommer in Aussicht stellen, aber nicht garantieren. Ein mögliches Konzept wären Verträge mit ensprechenden Klauseln, die Ihnen helfen könnten, frühzeitig aus dem Vertrag auszusteigen, wenn sich der Erfolg beim Club nicht einstellt. Doch gibt es nicht bald eine Einigung mit dem FCN, könnten beide Jungstars doch Nürnberg noch im Sommer 2017 verlassen. Denn ablösefrei will der Club keinen wertvollen Spieler ziehen lassen. Herzog spricht das auch ehrlich im kicker an: „Das Geschäft ist so schnelllebig, da kann man seriös gar nichts ausschließen.“

Cedric Teuchert

Laut eigener Aussage ist Cedric Teuchert der beste deutsche Stürmer seiner Altersklasse. Auf Grund seiner wiederkehrenden körperlichen Probleme stagniert jedoch seine Entwicklung, auch seine Einstellung zum Beruf wurde gelegentlich in der Öffentlichkeit kritisiert. Das ändert aber nichts daran, dass er sich selbst ab nächstem Jahr in einer anderen Liga spielen sieht: in der Bundesliga. Der Vorteil: Auch sein Vertrag läuft nur noch ein Jahr. Nach kicker-Informationen ruhen die Gespräche mit dem Club in Sachen Vertrags-Verlängerung „komplett“. Da seine Konkurrenten Mikael Ishak und Adam Zrelak wenig treffsicher wirken, könnte sich Teuchert mit einer guten Saison zu einem höherklassigen Klub schießen – und das ablösefrei.

Patrick Kammerbauer

Nachdem letzte Saison Ex-Kapitän Miso Brecko nur selten an seine gute Vorjahres-Form anknüpfen konnte, durfte Patrick Kammerbauer sein Bestes probieren als Rechtsverteidiger. Bei seinem Debüt gegen den VfB Stuttgart (1:3) sah er alles andere als gut aus. Mittlerweile hat er sich aber extrem stabilisiert und ist im 4-1-4-1-System unter Trainer Michael Köllner gesetzt – als defensiver Mittelfeldspieler. Durch seine Qualitäten als Abräumer ist er trotz starker Konkurrenz wie Lukas Jäger aktuell Stammspieler. Auch bei Kammerbauer gibt es Probleme bei der Vertragsverlängerung: Die Gespräche zwischen Kammerbauer und dem 1. FC Nürnberg mit Sportvorstand Andreas Bornemann gestalten sich laut kicker schwierig, auch Kammerbauer wäre nach der Saison 2017/18 ablösefrei.

Abdelhamid Sabiri

Huddersfield Town ist das gewüschnte Ziel und der nächste Karriereschritt für Abdelhamid Sabiri. Zumindest soll er das werden: Der Club will den 20-jährigen Flügelelspieler aber nicht abgeben. Durch sein Verhalten im Training, sowie der Verweigerung, in der zweiten Mannschaften (Regionalliga) zu spielen, hat Sabiri einen sehr schweren Stand im Team. Sabiri gilt als komplett isoliert und bleibt seit Montag selbst dem Training fern, offiziell hat er eine Magen-Darm-Erkrankung. Eine Rückkehr ist laut dem kicker ’schwer vorstellbar‘. Ein Transfer nach England zieht sich noch extrem, da Huddersfield nur 800.000 Euro anstatt 2,5 Millionen Euro Ablöse bezahlen will. Grund dafür ist nach fussball.news-Informationen, dass Sabiri gar nicht der Wunschspieler für den Aufsteiger ist, sondern nur eine Notlösung, wenn Plan A nicht funktionieren sollte. Ein Transfer auf Leihbasis ist laut dem kicker eine mögliche Lösung. „Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass er seinen Vertrag erfüllen muss“, sagte Sportvorstand Andreas Bornemann gegenüber den Nürnberger Nachrichten: „Er entscheidet, ob und wie sich bestimmte Dinge wieder in die richtige Richtung entwickeln.“ Dass er bei Huddersfield achtmal mehr verdienen könnte, hilft nicht wirklich.

Über Steffen Helmsauer