DFB-Pokal

Vier Tage nach Leipzig-Eklat: Dortmund zittert sich ins Pokal-Viertelfinale

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Borussia Dortmund hat nach einem Kraftakt den frühen K.o. im DFB-Pokal abgewendet und zum sechsten Mal in Folge das Viertelfinale erreicht.

Borussia Dortmund hat nach einem Kraftakt den frühen K.o. im DFB-Pokal abgewendet und zum sechsten Mal in Folge das Viertelfinale erreicht. Im Elfmeterschießen gegen Hertha BSC behielt der BVB mit 3:2 die Nerven. Nach Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden – vier Tage nach den schweren Ausschreitungen von Dortmunder Anhängern im Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig (1:0) bleibt der Vorjahresfinalist damit zumindest sportlich im Aufwärtstrend.

Berlins Salomon Kalou setzte den entscheidenden Versuch über das Tor. Für die Hertha scheiterte zuvor Fabian Lustenberger an der Latte, Vladimir Darida patzte gegen Dortmund-Keeper Roman Bürki. Christian Pulisic verschoss aufseiten des BVB.

Nationalspieler Marco Reus (47.) hatte in der regulären Spielzeit vor 80.500 Zuschauer gegen die Hertha ausgeglichen, die durch Kalou (27.) in Führung gegangen war. Dortmunds Sokratis sah in der 119. Minute die Gelb-Rote Karte wegen nicht nachlassenden Reklamierens.

„In den Pokalspielen sind die Zuschauer eine zusätzliche Macht. Es war ein schweres Spiel. Nach dem Rückstand war es schwer. Wir haben nicht aufgesteckt. Zum Glück haben wir die Nerven behalten“, sagte BVB-Mittelfeldspieler Julian Weigl in der ARD. Hertha-Trainer Pal Dardai erklärte: „Das war ein ausgeglichenes Spiel. Elfmeterschießen sind Glückssache. Wir sind vorbereitet gewesen. Es ist ein bisschen Schicksal.“

Die Berliner, die auch ihr drittes Auswärtsspiel im Jahr 2017 verloren, verpassten damit die Revanche für das verlorene Vorjahres-Halbfinale. Damals war Hertha im heimischen Olympiastadion mit 0:3 untergegangen.

Die Krawalle aus dem Spiel gegen Leipzig am Samstag waren auch während des Pokal-Duells ein bestimmendes Thema – auch wenn es diesmal im Stadion-Umfeld friedlich blieb. Kapitän Marcel Schmelzer verlas per Video vor dem Anpfiff eine offizielle Entschuldigung: „Wir Spieler waren und sind sehr entsetzt, was passiert ist“, hieß es da. Auf der Südtribüne, von der aus RB am Samstag auf zahlreichen Spruchbändern teilweise übel beleidigt worden war, hielten die Fans Plakate mit dem Slogan „Gegen Gewalt“ hoch.

Im Duell des Bundesliga-Vierten gegen den Sechsten hatten die Dortmunder in der Anfangsphase durch Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (15./16.) zwei große Chancen, die der Gabuner aber leichtfertig vergab. Zuvor hatte allerdings Herthas Vedad Ibisisevic das 1:0 auf dem Fuß gehabt, in letzter Sekunde konnte aber Sokratis klären (9.).

Ansonsten stand die Hertha unter Dauerdruck und konnte sich nur selten Entlastung verschaffen – war dann aber brandgefährlich: Zunächst vergab Ibisevic (25.) aus drei Metern per Kopf ein zweites Mal knapp, dann war Kalou mit einer sehenswerten Direktabnahme erfolgreich. In der 41. Minute wurde ein Tor Aubameyangs aus Abseitsposition zu Recht nicht gegeben.

Trotz des Rückstands verzichtete BVB-Coach Thomas Tuchel auch nach der Pause auf seine Weltmeister. WM-Held Mario Götze, zuletzt nur Joker, stand wegen muskulärer Probleme ohnehin nicht im Kader. André Schürrle schmorte weiter auf der Bank – zur zweiten Halbzeit brachte Tuchel Pulisic und Matthias Ginter, Schürrle durfte erst in der Verlängerung mitwirken.

Mit Wiederanpfiff trat Dortmund dann aber mit beeindruckender Dominanz auf. Reus brauchte keine 120 Sekunden, um Herthas Keeper Rune Jarstein im Nachsetzen nach einem Pfostenschuss von Ousmane Dembelé mit viel Auge zum 1:1 zu überwinden. Hertha fand danach quasi nicht mehr statt, Dortmund hatte in einem teilweise hitzigen Spiel Chancen in loser Folge, vergab aber die Entscheidung innerhalb der regulären 90 Minuten.

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