2. Bundesliga

Vor dem Aufstiegsduell Dynamo – 96: Wie nervös ist Hannover?

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München – Dynamo Dresden empfängt Hannover 96, es ist das Duell zwischen dem Tabellen-Sechsten der 2. Liga und dem Tabellen-Zweiten. Beide Teams trennen sieben Zähler im Ranking. Die Vorschau von fussball.news:

Martin Kind ist in Sorge

Hannover 96 ist Tabellen-Zweiter, liegt damit auf Kurs Richtung Wiederaufstieg – und dennoch gewinnt der Beobachter den Eindruck: Wenn 96 heute in Dresden verliert, dann kracht es bei den Niedersachsen intern richtig. Denn dazu gab es dieser Tage einen Vorlauf: Klubchef Martin Kind äußerte in der Bild-Zeitung seine Sorge, Hannover könnte das Pflichtziel Aufstieg verpassen. Dem Team fehle Stabilität, Souveränität und Nachhaltigkeit, Spiele würden „nur mit Krampf“ gewonnen werden, die sportliche Führung müsse die Realität erkennen und Lösungen liefern. Trainer Daniel Stendel und die Mannschaft um Kapitän Manuel Schmiedebach wirkten von den Aussagen genervt, versuchten aber im diplomatischen Ton ihre Meinung darzustellen.

Stendel schützt sein Team

„Ich kann es auch nicht zu 100 Prozent nachvollziehen. Wer gedacht hat, wir spazieren in die Liga rein und wieder raus – das funktioniert so nicht“, sagte Daniel Stendel vor der Partie in Dresden. Sicherlich, so räumte Stendel ein, sei der Start in 2017 mit zwei knappen Siegen und einem 1:4 in Fürth nicht hervorragend gewesen, aber: „Wir hatten aber auch andere Spiele, in denen wir die Dominanz gezeigt haben und alles passte. Dass wir es noch besser können, haben wir mehrfach gezeigt.“ Und er ließ alle wissen: „Es ist schon ein paar Jahre her, dass man in Hannover so eine Mannschaft auf dem Platz hatte. Wenn man sieht, wo wir stehen und wie wir da hingekommen sind, dann kann man wertschätzen, was die Mannschaft leistet.“ Stendel betonte: „Wir sind Tabellenzweiter nach dem 20. Spieltag. Wir sind mittendrin, haben wichtige Punkte eingefahren.“ Jedenfalls wolle er Martin Kind natürlich alle offenen Fragen beantworten, sagte Stendel.


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Grippewelle bei 96

Der Fokus gelte aber nun der Partie in Dresden, wo Stendel aufgrund einer Grippewelle auf einige Spieler wohl verzichten muss. Rechtsverteidiger Oliver Sorg wird sicher fehlen, die Innenverteidiger Felipe und Salif Sane sowie Torhüter Timo Königsmann könnten sich noch rechtzeitig erholen. Stefan Strandberg (Achillessehne) und Uffe Bech (Oberschenkelverletzung) werden es wohl auch nicht schaffen, rechtzeitig fit zu werden.

Dresden fehlt Florian Ballas

Trotz aller Probleme in Hannover zeigte Dresden-Coach Uwe Neuhaus großen Respekt vor den Niedersachsen. „Dass Hannover über eine enorm große Qualität verfügt, hat man im Laufe der Saison immer wieder sehen können“, so Neuhaus, der ergänzte: „Sie sind eine Mannschaft, die richtig hoch presst, großen Druck entwickelt und das über 90 Minuten durchzieht. Da brauchen wir einen wachen Kopf und schnelle Füße.“ Gute Erinnerungen hat Neuhaus jedoch an das Hinspiel, das Dresden mit 2:0 gewann: „Wenn bei uns – wie im Hinrundenspiel – alles passt, dann haben wir auch am Sonntag ein Chance.“ Neuhaus muss personell auf Florian Ballas verzichten, der sich zuletzt beim 0:2 auf St Pauli die Schulter ausgekugelt hatte. Auch Andy Gogia (Bänderverletzung) und Marc Wachs (Aufbautraining) werden noch fehlen.

Das Duell um die Aufstiegsplätze leitet Schiedsrichter Florian Badstübner, Anpfiif ist um 13.30 Uhr.

Über Daniel Michel