Bundesliga

Vorschau Leipzig – Frankfurt: Kovac vergleicht Leipzig mit Hoffenheim 2008

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München – Vor dem Topspiel zum Hinrundenende (Samstag 18.30) zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt gibt es vor allem auf Seiten der Hessen noch einige Personalfragen.

Stellt Frankfurt die Abwehr um?

Wer vor der Saison prognostiziert hätte, dass das Topspiel des 17. Spieltages RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt lautet, dem wäre wohl das Fußballwissen abgesprochen worden. In der Tat erschien es unrealistisch, dass sich der Aufsteiger aus Sachsen und der Fast-Absteiger aus Hessen in derlei arrivierten Tabellengefilden ein fußballerisches Kräftemessen liefern. In das Duell Zweiter gegen Vierter geht die Eintracht allerdings personell geschwächt, neben Szabolcs Huszti (Achillessehne) fehlt auch Marco Fabian (Hüfte) verletzt. Den Ungarn könnte Makoto Hasebe, zuletzt Verteidiger, ersetzen, der dann wahrscheinlich mit Omar Mascarell die Doppelsechs bilden würde. Angesichts der schnellen Leipziger Offensivspieler, die bei „Ballgewinn sehr schnell umschalten“, wie Trainer Niko Kovac auf der Pressekonferenz betonte, erscheint es unwahrscheinlich, dass die Frankfurter die gewohnte Abwehr-Dreierkette ausgerechnet in Leipzig auflösen, den vakanten Platz Hasebes würde dann wohl Innenverteidiger Michael Hector übernehmen. Die mit hohem Tempo spielenden Jesus Vallejo und David Abraham sind gesetzt, gerade gegen eine konterstarke Mannschaft wie Leipzig.

Forsberg fehlt

Anders als die Eintracht gehen die „roten Bullen“ fast in Bestbesetzung in die Partie. Schmerzlich vermisst wird wohl nur Offensiv-Akteur Emil Forsberg, der noch eine Rot-Sperre absitzt. Wer die Rolle des Spielmachers übernimmt, ist offen. Der wieder genesene Naby Keita, Oliver Burke und Dominik Kaiser könnten auf die Position des Schweden im offensiven Mittelfeld rücken.


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Hasenhüttl würde auch Rang sieben genügen

Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl setzt mit seinem Team auf Sieg, auch wenn er vor Frankfurt warnte. „Wer gegen die Bayern punktet und gegen Dortmund gewinnt, will auch bei uns was holen“, sagte Hasenhüttl und betonte: „Aber zu Hause haben wir noch kein Spiel verloren. Diesen Lauf wollen wir fortsetzen.“ Der Österreicher lobte die Eintracht: „Frankfurt hat bislang viel richtig gemacht. Sie spielen einen sehr körperbetonten Fußball. Da müssen wir als Team gegenhalten.“ Leipzig ist überraschend Zweiter in der Tabelle, manche Beobachter halten einen Einbruch der Sachsen in der Rückrunde für möglich. Hasenhüttl selbst hat Ambitionen, nimmt der Mannschaft aber auch Druck. „Natürlich wollen wir nach Möglichkeit das Ganze noch toppen. Aber wenn wir uns vornehmen, den Platz zu verteidigen, ist das ein sehr mutiges Ziel“, sagte der Coach und ergänzte: „Wenn wir am Ende Platz sieben erreichen, würde ich auch nicht in Tränen ausbrechen.“

Sabitzer: „Frankfurt ist eine gute Truppe“

Die Entwicklung der Frankfurter vom Fast-Absteiger zum Europacup-Aspiranten beeindruckt auch Leipzigs Flügelspieler Marcel Sabitzer nicht unbemerkt geblieben: „Ich denke, Frankfurt ist eine gute Truppe. Sie ist mental stark und packt immer alles rein. Deshalb erwartet uns ein sehr schweres Spiel. Sie haben gute Fußballer in ihren Reihen.“ Für den Österreicher ist die spielerische Stärke der Eintracht dennoch kein Grund für eine defensivere Grundordnung seines Teams: „Wir sind die Heimmannschaft und versuchen, unser Spiel durchzuziehen.“

Leipzig wie Hoffenheim 2008?

Die Offensive, unter anderem um Sabitzer ist es auch, die Eintracht-Trainer Niko Kovac dazu bewegt, einen Vergleich zu einem anderen Überraschungsaufsteiger aus dem Jahre 2008 zu ziehen, der TSG Hoffenheim: „Die haben auch begeisternden Fußball gespielt. RB hat diesen Stil sogar noch verfeinert. Hasenhüttl und Ralf Rangnick machen einen außerordentlich guten Job.“ Hoffenheim war damals nach der Hinrunde Zweiter – in der Rückrunde folgte jedoch der Absturz in der Tabelle und das Verfehlen des Europacups.

Dies gilt indes auch für Niko Kovac, der im Laufe der Saison immer wieder auch mit taktischen Varianten zu überraschen wusste. Eine solche wäre sicherlich der Einsatz des 23-jährigen Max Besuchkows, der im Trainingslager in Abu Dhabi zu gefallen wusste und sowohl für die Position Szabolcs Husztis im zentralen Mittelfeld, als auch für die offensive Dreiher-Reihe, in der Marco Fabian fehlt, in Frage kommen könnte. Als Ersatz für den so wichtigen Mexikaner könnten indes auch Ante Rebic oder Shani Tarashaj in Frage kommen. Für Kovac wären diese Überlegungen schon bei einer Punkteteilungen von Erfolg gekrönt: „Wir werden alles dafür tun, dass wir etwas mitnehmen. Wenn wir punkten, haben wir vieles richtig gemacht.“


Mögliche Aufstellungen:

Leipzig: Gulacsi – Bernardo – Compper – Orban – Halstenberg – Keita – Demme – Sabitzer – Kaiser– Werner – Poulsen

Frankfurt: Hradecky – Abraham – Vallejo – Hector – Oczipka – Hasebe – Mascarell – Chandler – Gacinovic – Rebic – Meier


Schiedsrichter: Deniz Aytekin


Anpfiff: 18.30 Uhr


Redaktionstipp: 1:1

Über Stefan Katzenbach

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