Borussia Mönchengladbach

Warum Gladbach einen neuen Linksverteidiger braucht

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Oscar Wendt hat eine Monopol-Stellung bei Borussia Mönchengladbach. Der Schwede, inzwischen 32 Jahre alt, ist der einzige etatmäßige Linksverteidiger im insgesamt 27 Spieler fassenden Profikader der Fohlen. Aufgrund einer schweren Muskelverletzung wird Wendt in dieser Saison wohl nicht mehr auf dem Rasen stehen – und muss durch Mitspieler, die eigentlich nicht mit dieser Position vertraut sind, vertreten werden. Sportchef Max Eberl ist im Sommer wohl zum Handeln auf dem Transfermarkt gezwungen.

Es war der 26. Januar 2018. Beim 0:2 Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt prallten Oscar Wendt und Torhüter Tobias Sippel zusammen. Während der Ersatzkeeper, der zuvor für den verletzten Yann Sommer in die Partie kam, den Zusammenprall unbeschadet überstanden hatte, musste Wendt den Platz unter Schmerzen verlassen. Wenige Tage später verkündete Borussia Mönchengladbach, der Schwede habe sich einen Muskelteilriss im rechten Oberschenkel zugezogen. „Bis auf Weiteres“ werde der 32-Jährige nicht zur Verfügung stehen, kommunizierten die Gladbacher.

Elvedi als Notnagel hinten links

Ob Wendt seiner Berufung in dieser Saison noch einmal nachgehen kann, gilt als fraglich. In den vergangenen Partien vertrat Nico Elvedi seinen Teamkollegen auf der linken Seite der Vierer-Abwehrkette. Nach anfänglichen Problemen hat sich der Schweizer inzwischen in seine neue Rolle eingefügt. Dass er sich immer wieder den Ball von seinem starken rechten auf seinen schwachen linken Fuß legen muss, ist mehr Nach- als Vorteil. „Anfangs habe ich etwas Zeit gebraucht, um reinzukommen. Aber schlussendlich war es ganz okay“, sagte Elvedi vor Kurzem. Besser postiert wäre der 21-Jährige jedoch auf seiner angestammten rechten Verteidigerseite. Eben dort, wo er in dieser Saison bereits starke bis sehr starke Leistungen zeigte.

Gefahr ohne Backup wäre zu groß

Das Problem zeigt auf, dass Gladbachs Sportdirektor Max Eberl im kommenden Sommer an der Verpflichtung eines neuen Linksverteidigers nicht vorbeikommt. Ohne einen „gelernten“ Backup im Kader zu installieren, wäre das Risiko, das bei einer erneuten Wendt-Verletzung eingegangen werden würde, schlichtweg zu groß. Einer, der wohl ganz oben auf Eberls Shortlist für den Sommer-Transfermarkt steht, ist Robert Gumny vom polnischen Erstligisten Lech Posen.

Gumny: Eberl lässt Raum für Spekulationen

Der 19 Jahre alte Pole dürfte für die allgemein dünn besetzten Außenverteidiger-Positionen bei der Borussia als perfekte Verstärkung gelten, da er sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite einsetzbar ist. Der U21-Nationalspieler stand im Januar unmittelbar vor dem Wechsel nach Gladbach, bestand am Ende aber die medizinischen Untersuchungen nicht. „Das Thema kann durchaus auch eins für den Sommer sein. Es ist ein Topspieler, super interessant und ein großes Talent“, sagte Manager Eberl auf einer Pressekonferenz im Februar. Die Verpflichtung Gumnys, der gut acht Millionen Euro Ablöse kosten soll, wäre nicht nur ein typischer Eberl-Transfer. Sondern er würde vor allen Dingen der Defensive der Gladbacher personelle Entlastung verschaffen.

Über Andre Oechsner

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