EM 2016

Wer auch nach der EM noch Nationaltrainer ist

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München – Im modernen Fußball gleicht auch der Posten eines Nationaltrainers meist einem Schleudersitz. Jedenfalls sind 24 Teams mit viel Euphorie bei der EM in Frankreich angetreten – doch oft trat schenll Ernüchterung ein und selbst bei Bundestrainer Joachim Löw war es kurze Zeit fraglich, ob er nach dem Halbfinal-Aus gegen Frankreich noch im Amt verweilt. Allerdings hatte er es selber in der Hand. Insgesamt sind aktuell nur noch 14 der 24 Nationaltrainer (58 Prozent) nach der EM im Amt – fast jedes zweite EM-Team tauscht seinen Coach. Eine Übersicht von fussball.news:


Im Amt als Nationaltrainer verbleibt…

...Fernando Santos, der mit kluger Defensivtaktik Portugal zum EM-Titel führte und nun 2018 den WM-Titel anpeilt. Der Verband gab nun die Verlängerung des Vertrags bis 2020 bekannt.

Joachim Löw, der einige Tage Zeit brauchte, aber nun mit Deutschland den WM-Titel beim Turnier in Russland verteidigen will.

Chris Coleman, der mit Wales bis ins Halbfinale durchdrang und überraschte. Er kündigte aber an, nach der WM 2018 abzutreten.

…ziemlich sicher Didier Deschamps, der mit Gastgeber Frankreich nur knapp den Titel verpasste und bei der WM die Equipe Tricolore in der Weltspitze des Fußballs wieder etablieren will.

Adam Nawalka erhielt als Trainer Polens eine Verlängerung bis 2018, nachdem man nur unglücklich im Elfmeterschießen des EM-Viertelfinals gegen Portugal ausgeschieden war.

Vladimir Petkovic sorgte mit der Schweiz für Begeisterung im eigenen Land und schied ebenfalls nur unglücklich im Elfmeterschießen gegen Polen aus (Achtelfinale).

Michael O’Neill mit den sympathischen Nordiren.

Ante Cacic schied mit Kroatien überraschend im Achtelfinale gegen Portugal aus (n. Verlängerung). Er bekommt aber eine weitere Chance, denn in der Gruppenphase traten die Kroaten wie ein Titelanwärter auf.

Martin O’Neill besitzt Vertrag in Irland bis 2018. Mit dem Erreichen des Achtelfinals hat er sein Soll übererfüllt.

Jan Kozak, der mit der Slowakei die Gruppenphase überstand, dann aber an Deutschland scheiterte.

Bernd Storck, der mit Ungarn und dem Erreichen des Achtelfinals ebenfalls überraschte.

Giovanni De Biasi, der zwar mit Albanien nach der Vorrunde ausgeschieden war, aber mit drei starken Partien und dem 1. EM-Sieg in der albanischen Historie Pluspunkte sammelte.

….Marcel Koller erhält eine weitere Chance mit Österreich, das wahre Potenzial des Teams bei einem großen Turnier abzurufen. Bei der EM war nach der Vorrunde Schluss.

Fatih Terim hat bei der Türkei Vertrag bis 2018, es war nach dem Vorrundenaus nicht ganz sicher, ob er bleibt oder freiwillig aufhört. Bislang verweilt er im Amt.


Nicht mehr als Nationaltrainer im Amt ist…

Marc Wilmots, der mit Belgien im Viertelfinale gegen Wales ausgeschieden war. Das Minimalziel war offenbar das Halbfinale. Als Nachfolger gehandelt wird die niederländische Trainer-Legende Louis van Gaal.

Antonio Conte, der schon vor Turnierbeginn seinen Rücktritt ankündigte und einen Vertrag beim FC Chelsea unterschrieb. Laut eigener Aussage soll er sich in den zwei Jahren seiner Amtszeit vor allem von den Medien nicht unterstützt gefühlt haben.

Vicente del Bosque, der nach Aus in der Vorrunde der WM 2014 und nun im Achtelfinale gegen Italien seinen Hut nahm. Zuvor hatte er WM- und EM-Titel gewonnen. Als Nachfolger brachte er ManCity-Coach und Trainer-Ikone Pep Guardiola ins Gespräch. Nun gab Spaniens Verband bekannt: Der 49-jährige Juan Lopetegui wird der neue Trainer. Der Ex-Trainer des FC Porto arbeitete bereits von 2010 bis 2014 für den Verband und feierte dabei großartige Erfolge. Unter anderem führte er die U21 zum EM-Titel 2013.

Roy Hodgson, der nach dem Aus mit England im Achtelfinale gegen Island keine Ansprüche mehr auf eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags erhob. Als Nachfolger wurde auch Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann gehandelt. Nun aber gab die FA bekannt: Der 61-jährige Sam Allardyce, der derzeit noch beim Premier-League-Klub AFC Sunderland unter Vertrag steht, tritt die Nachfolge von Roy Hodgson an

Lars Lagerbäck, dem mit Island im Viertelfinale wohl die größte Überraschung gelang. Er kündigte auch vor dem Turnier an, aufhören zu wollen. Nachfolger wird sein Co-Trainer Heimir Hallgrimsson.

Anghel Iordanescu muss bei Rumänien nach dem Aus in der Vorrunde abdanken. Nun im Amt ist Bundesliga-Legende Christoph Daum (Bild).

Leonid Slutski trat als Russland-Coach ab. Seine Nachfolge ist offen – und die Heim-WM steht an.

Michail Fomenko trat nach dem Aus mit der Ukraine in der Vorrunde ab. Stürmer-Legende Andrei Shevchenko ist nun der neue Cheftrainer der Ukraine. Der ehemalige Stürmerstar des FC Chelsea und des AC Mailand war bereits bei der EM Assistent von Nationalcoach Michail Fomenko.

Pavel Vrba wird bei Tschechien wohl von Karel Jarolim, dem Vater von Ex-HSV-Profi David Jarolim, abgelöst. Der 52-jährige Vrba wechselte nach dem Vorrunden-Aus der Tschechen auf eigenen Wunsch als Vereinstrainer zum Erstligisten Anschi Machatschkala in Russland.

Erik Hamren wollte nach dem Vorrunden-Aus mit Schweden nicht weitermachen. Nachfolger soll der frühere Norrköping-Coach Jan Andersson werden.

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