Bundesliga

Aubameyang entscheidet kurioses „Abbruch“-Spiel gegen Leverkusen

am

München – Borussia Dortmund hat am 22. Spieltag bei Bayer Leverkusen mit 1:0 gewonnen. Das Tor des Tages erzielte Pierre-Emerick Aubameyang (64.). Besonderheit: Das Spiel wurde nach dem Tor für zehn Minuten unterbrochen.

Dritter gegen Zweiter

Der Tabellen-Dritte empfing den Tabellen-Zweiten, das Top-Spiel des 22. Spieltags. Beide Teams hatten zuvor in der Bundesliga und der Europa League (Dortmund 2:0 gegen den FC Porto, Leverkusen 1:0-Erfolg bei Sporting Lissabon) Siege eingefahren.

Leverkusen-Trainer Roger Schmidt brachte mit Kampl und Chicharito zwei Neue in der Anfangself. Calhanoglu und Brandt fehlten dagegen. Dortmund-Coach Thomas Tuchel änderte zum Porto-Spiel fünf Positionen: Für Schmelzer, Weigl, Sahin, Kagawa und Reus starteten Durm, Bender, Ginter, Leitner und Pulisic (Startelf-Debüt).

Kurz vor Spielbeginn fielen die Ultras aus Dortmund auf, die im Gästeblock Pyros abbrannten.

Zunächst „Taktik-Spiel“ statt „Top-Spiel“

Aufreibend, aber mit wenig Torszenen verliefen die ersten 20 Minuten des Spiels in Leverkusen. Beide Teams störten den Gegner früh im Spielaufbau, zudem blieben präzise Pässe ins letzte Drittel aus. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw hatte einzig Jonathan Tah in der 13. Minute eine Torschuss-Möglichkeit, als er sich nach einer Ecke von links gegen Ginter im Kopfballduell durchsetzte, doch BVB-Keeper Roman Bürki war zur Stelle und fing den Ball ab.

Zweikämpfe im Mittelfeld prägen das Spiel

Das Spiel war geprägt von Zweikämpfen und taktischen Finessen, zur Not wurde sich eines Fouls bedient. Kampl etwa stoppte in der 25. Minute Piczczek mit einem Check im Mittelfeld und sah die 1. Gelbe Karte des Spiels. Bis Dato war der Versuch von Tah der einzige Schuss direkt aufs Tor. Dortmund etwa versuchte nach Balleroberung schnell den Strafraum der Leverkusener zu erreichen, doch spätestens dort war meist Tah der Fels in der Brandung, der die Dortmunder Konter mit perfektem Zweikampfverhalten abstoppte.

Aubameyang mit der größten Chance in der 1. Halbzeit

Die Werkself wiederum versuchte über die Flügel, Torchancen zu kreieren. Doch auch Dortmunds Defensivreihe agierte konzentriert und ließ es meist gar nicht zu präzisen Flanken in den Strafraum kommen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhielt Dortmund die beste Chance aus dem Spiel heraus. Nach einer Kombination quer durch das Mittelfeld tat sich links im Strafraum eine Lücke für Aubameyang auf. Nach Pass von Pulisic kam der Gabuner frei aus acht Metern halblinker Position zum Schuss – der Ball zischte knapp am linken Pfosten vorbei.

Leverkusen mit Doppelwechsel

Beide Trainer nahmen in der Pause Wechsel vor. Reus kam für Pulisic, bei Leverkusen kamen Papadopoulos und Ramalho für Kampl und Toprak. Erste Gefahr vor dem Tor gab es bereits in der 48. Aubameyang will an der Strafraumgrenze Reus anspielen, der Ball wird abgefälscht, Reus läuft durch und verpasst den Ball nur knapp vor dem herauseilenden Leno.

Bellarabi verpasst den Führungstreffer

Auch Leverkusen hatte nun mehr in der Offensive zu bieten. Bellarabi zog von links in die Mitte, spielte Chicharito an, der mit dre Innenseite zurück auf Bellarabi legte. Der Nationalspieler zog aus zwölf Metern ab, Bürki parierte den Schuss zur Ecke (50.).

Härte im Spiel nimmt zu

Zahlreiche Zweikämpfe führten zu immer mehr Nickeligkeiten im Spiel. In der 58. Minute rempelte und trat Bellarabi Sokratis im Kampf um den Ball um, danach lieferten sich beide ein tete-a-tete, Bellarabi erhielt für sein Foulspiel die Gelbe Karte.

Der Knackpunkt:

Dann folgte der Knackpunkt des Spiels, die 64. Spielminute. Der Grund: Nach dem Duell zwischen Stefan Kießling und Dortmunds Bender entschied Schiedsrichter Felix Zwayer auf Freistoß für den BVB in Dortmunds eigener Hälfte. Ginter führte den Freistoß schnell aus, aber nicht genau am Tatort, sondern laut Berechnung des TV-Senders Sky 5,8 Meter weiter vorne.

Aus dem resultierenden Konter fiel das 1:0 fü Dortmund. Durm steckte von links in die Mitte zu Aubameyang durch, der im Strafraum frei zur Führung einschieben konnte. Leverkusen war erzürnt. Doch Schiedsrichter Felix Zwayer gab das Tor. Er lag damit weder im Recht noch im Unrecht. Es lag in seinem Ermessen. Denn ein Freistoß muss im Mittelfeld nie ganz genau am Tatort ausgeführt werden. Und hilft es der schnellen Spielfortsetzung, erst Recht nicht. Natürlich darf der Ball nicht zu weit vorne liegen. 5,8 Meter sind da grenzwertig.


 

Der kurze Spielbericht zu Leverkusen – Dortmund im Youtube-Video von bild.de

https://youtu.be/-ATtXv4GyRY


 

Im Anschluss beschwerte sich auch Trainer Roger Schmidt lautstark. Schiedsrichter Zwayer verwies deshalb Trainer Schmidt auf die Tribüne, der Coach kam aber der Aufforderung nicht nach. Selbst als Kapitän Stefan Kießling seinem Trainer die Botschaft zwei Mal überbrachte. Schmidt wollte offenbar ein persönliches Gespräch. Das muss der Schiedsrichter den Regeln nach aber nicht machen. Da Schmidt der Aufforderung nicht nachkam, unterbrach Zwayer das Spiel und schickte die Spieler vom Feld. Nach rund zehn Minuten Pause ging das Spiel weiter, da Schmidt der Aufforderung nach kam, sich auf die Tribüne zu setzen. Ansonten hätte das Spiel abgebrochen werden können.

Zwayer konnte man also regeltechnisch keinen Vorwurf machen, vielmehr fehlte ihm aber das richtige Gespür für die Partie. Weiteres Pech für Leverkusen: In der 71. Minute spielte Sokratis den Ball mit der Hand nach einem Chicharito-Kopfball. Der Elfmeterpfiff für Leverkusen blieb aus.

Kurz darauf verfehlte Kießling mit einem Kopfball aus acht Metern knapp das Tor, der BVB konnte den kuriosen Sieg über die Zeit retten.


Spielerwechsel:

Leverkusen:

46. Papadopoulos für Toprak
46. Ramalho für Kampl
57. Hilbert für Jedvaj

Dortmund:

46. Reus für Pulisic
69. Weigl für Bender
77. Subotic für Sokratis


Schiedsrichter: Felix Zwayer


Gelbe Karten: Kampl (25., Bayer 04),  Chicharito (53., Bayer 04), Papadopoulos (56., Bayer 04), Bellarabi (58., Bayer 04), Durm (88., BVB), Wendell (89., Bayer 04)


Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)


Über Daniel Michel

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.