Bundesliga

Badstuber: Glückspilz statt Pechvogel II

am

München – Im 2. Teil der News erklärt Holger Badstuber, warum er wirklich kein Mitleid will und was er über die Fans des FC Bayern sagt. (Hier geht es zum 1. Teil der News).

Badstuber will kein Mitleid

Holger Badstuber mag wirklich kein Mitleid. „Ich will auch nicht anders gesehen werden. Ich will kein Mitleid, überhaupt nicht. Solche Verletzungen wie bei mir, das sind Sachen, die man ohne Probleme durchstehen kann. Man braucht natürlich Geduld, Stärke, muss viel investieren, aber ich weiß, dass es sich auszahlen wird“, so Badstuber weiter. Mitleid sei das Schlimmste, so der bayerische Schwabe, das man als Sportler bekommen könne. Ihm graust es quasi davor: „Ich will mit dem Wort nichts zu tun haben. Das ist mein Leben, das ist mein Job, das ist das Risiko, das dazugehört, und das bin ich eingegangen. Und wenn es wieder passiert, nehme ich es an.“

Warum er nun so beliebt sei bei den Fans und so viel Zuwendung erhalte? Auch dafür hat Badstuber eine Erklärung: „Ich gebe mich so, wie ich bin. Auf dem Platz gebe ich alles für meine Mannschaft. Und wenn ich verletzt bin und nicht spielen kann, gebe ich auch alles, ohne zu jammern. Die Leute scheinen das zu würdigen.“

„Durchboxen“ im Leben

Die Aktionen der Fans seien „phänomenal“, freute er sich und ergänzte: „Sie kennen ja alle meine fast schon einzigartige Verletzungs-Historie. Und vielleicht sieht der Zuschauer, selbst wenn er sich nicht so sehr für Fußball interessiert, in meiner Person das wahre Leben, wie es auch in der großen Fußballwelt sein kann – von großen Höhepunkten bis zu üblen Tiefschlägen. Wenn sich dann einer durchboxt wie ich, kommen auch wieder die guten Zeiten.“

Zweifel am erneuten Comeback hegt Badstuber keine: „Ach, wenn ich Zweifel hätte, wäre ich schon lange weg. Ich habe keine. Mein Körper funktioniert, das ist das Wichtigste für mich. Sachen wie dieser Trainingsunfall passieren, er hatte keine Verbindung zu meinen vorherigen Verletzungen. Die Zweifel kommen von außen, von Leuten, die mich nicht kennen, die nicht meinen Körper kennen. Vielleicht wird ihre Meinung sich erst ändern, wenn man irgendwann sagen kann: Der Badstuber hat jetzt fünf Jahre am Stück gespielt.“

Kann gut in den Körper hineinfühlen

Nunmehr, nach zahlreichen Reha-Phasen, könne er seinen Körper und seine Leistungsfähigkeit gut einschätzen, versicherte der Verteidiger. Auch hier sammle er Erfahrungen, weshalb er den Verlauf seiner Karriere weiter positiv sehe, „weil ich immer mehr über mich lerne“.

Er bringe nun auch Geduld mit, um den richtigen Zeitpunkt für sein Comeback zu erkennen. „Am Anfang war es eine neue Erfahrung, da saß ich oft auf heißen Kohlen. Inzwischen bin ich entspannt. Da kommt es mir auf den einen oder anderen Tag, früher zurückzukehren, auch nicht mehr an“, sagte Badstuber und erklärte: „Ich habe keinerlei Stress. Ich habe einen schönen Plan, den ich mir zurechtlege, den werde ich einhalten. Und dann kommt der richtige Zeitpunkt, ich stehe auf dem Platz und bin wieder da. Darauf freue ich mich. Ich bin bisher immer wiedergekommen, das werde ich auch diesen Sommer.“

Badstuber setzt sich nur „kurzfristige Ziele“

Er habe sich als Fußballer stets nur „kurzfristige Ziele“ gesetzt, aber wenn „die Karriere irgendwann endet, dann will ich mir sagen können: Ich habe alles aus mir herausgeholt, ich habe nie aufgegeben, nie zurückgesteckt. Ich habe mich und andere weitergebracht. Wenn ich das sagen kann und dazu Erfolge feiern konnte, dann werde ich auch sagen können: Schön war’s.“


Video: Fan-Shop-Eröffnung und Genesungswünsche für Badstuber


Keine Anzeichen von Frustration

Keine Frustration, keine Anzeichen von Depression, Badstuber spricht unfassbar positiv, für das, was er gerade durchmacht. Weshalb auch der Reporter der FAZ erstaunt ist und Badstuber danach fragt, ob er sich eher als Glückspilz fühle – trotz der Verletzten-Misere. Und wie könnte es anders sein – auch da gab Badstuber eine positive Antwort. Ja, er fühle sich als „Glückspilz“, denn „ich sehe nicht das Negative, ich ziehe mir das heraus, was für irgendetwas gut ist. Ich habe einen tollen Job. Ich habe keine Nachwirkungen von den früheren Verletzungen. Ich fühle mich gut, ich fühle mich jung. Deshalb bin ich ganz gewiss kein Pechvogel. Weil ich weiter das tun kann, was ich liebe. Und weil ich weiß, dass ich immer noch besser werden kann.“

Das Leben, so Badstuber zum Abschluss, sei zwar nie immer ganz gerecht, aber „sonst wäre es eine heile Welt.“

Über Daniel Michel

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.