Bundesliga

Boateng-Biografie: „Ich, Prince Boateng“ rechnet ab

am

München – Kevin-Prince Boateng wird bis heute mit Michael Ballacks WM-Aus 2010 in Verbindung gebracht. Der „Bad Boy“ trat dem ehemaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Pokal-Finale zwischen FC Portsmouth und dem FC Chelsea auf den Fuß. Die Folgen für den damals noch 23-jährigen Ghanaer waren heftig. In seiner Biografie „Ich, Prince Boateng“ (Plassen-Verlag) rechnet er mit Ballack ab.

Boateng-Foul an Ballack bewegte Deutschland

Es war die Szene, die ganz Deutschland im Jahr 2010 wochenlang bewegte. Kevin-Prince Boateng trat Michael Ballack im englischen Pokalfinale zwischen dem FC Portsmouth und dem FC Chelsea auf den Fuß. Die Folge für Ballack: Die WM in Südafrika erlebte er nur als Zuschauer und kehrte nie wieder in das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust zurück. Boateng erklärte in seiner Biografie „Ich, Prince-Kevin“ wie es überhaupt dazu kam: „Vorausgegangen waren kleine Tumulte an unserem Strafraum. Ballack steht mir gegenüber und gibt mir eine Ohrfeige. Schiri Chris Foy hat davon nichts gesehen. Normalerweise wäre das wegen Tätlichkeit eine Rote Karte gewesen, aber England halt…“

Vorgeschichte mit Ballack

Die Ohrfeige habe gesessen und so kam es fünf Minuten später zu dem Foul, als er Ballack auf den Fuß trat. Der 28-jährige Mittelfeldspieler vom AC Mailand wehrt sich allerdings vehement gegen den Vorwurf der Absichtlichkeit. Er habe sich auf dem Platz entschuldigt, Ballack musste ausgewechselt werden und mit der Gelben Karte sei das Thema erledigt gewesen. Es war nicht das erste Aufeinandertreffen der beiden Akteure. Schon bei einem Duell in der Bundesliga – Boateng trug damals noch das Trikot der Hertha, Ballack das der Bayern – kam es zu Nickligkeiten. Der Ghanaer erzählte: „Er trat mir damals absichtlich auf den Fuß. Ich fragte, was das soll. Er sagte:„Sei leise, was glaubst du, wer du bist? Und ich fragte zurück: „Was glaubst du, wer du bist?“ Seine Antwort: „Ich bin ein Star.“ Meine Replik: „Stars fallen auch.“

WM „ohne Ballack“ sogar die bessere Option?

Ballack sei ihm von diesem Tag an unsymphatisch gewesen. Boateng möchte dessen fußballerische Verdienste nichts schmälern. Allerdings: „Aber als Typ hat er mich nicht gepasst.“ Die Folgen nach dem Foul waren heftig und veränderten zunächst sein Leben: Morddrohungen, Beleidigungen und auch die Frau wurde mit in den Fokus gerückt. Teilweise ging er nur noch mit Bodyguards aus dem Haus. Dabei habe er, beschrieb Boateng, einigen deutschen Nationalspielern sogar einen Gefallen getan: „Ich habe Nachrichten von deutschen Nationalspielern bekommen mit dem Tenor: „Gut, dass er nicht dabei ist.“ Es soll im deutschen Lager einige gegeben haben, die sich klammheimlich darüber freuten, dass Ballack nicht dabei war.“ Sein Standing sei nicht gut gewesen. Die Verletzung habe Ballack zwar niemand gegönnt – „aber viele fanden „ohne Ballack“ sogar die bessere Option.“

[dppv_emotions]

Über Christopher Michel

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.