Nürnbergs Bornemann: „Müssen kreativ sein“

München – Für Andreas Bornemann wäre es beinahe ein perfekter Einstand beim 1. FC Nürnberg geworden. Unter der Leitung des neuen Sportvorstands verpassten die Franken erst in der Relegation den Aufstieg in die Bundesliga.

NUREMBERG, GERMANY - SEPTEMBER 25: Sports director Andreas Bornemann of Nuernberg looks on prior to the Second Bundesliga match between 1. FC Nuernberg and Arminia Bielefeld at Grundig-Stadion on September 25, 2015 in Nuremberg, Germany. (Photo by Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)
Thomas Bornemann ist seit September 2015 Vorstand Sport beim 1. FC Nürnberg. Foto : Thomas Starke / Bongarts / Getty Images

„So etwas bleibt für die Ewigkeit“

Dennoch äußert er sich mit Blick auf die kommende Spielzeit zurückhaltend. „Wenn die Leute, die dem Verein nahestehen – sei es Fans oder Partner – uns die Rückmeldung geben, dass der Club ein Verein ist, mit dem sie sich gerne identifizieren, dann kann ich damit – ganz unabhängig von der Platzierung – sehr gut leben. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang sehr gerne an den Moment nach der Relegation, als die Fans die Mannschaft trotz des verpassten Aufstiegs mit Standing Ovations und „You’ll never walk alone“ verabschiedet haben. So etwas bleibt für die Ewigkeit“, sagte Bornemann im Interview mit dem kicker.

FCN verlor Offensivspieler

Vielleicht liegt das auch daran, dass der FCN zwar nicht so viele Abgänge wie in den vergangenen Jahren zu verkraften hat. Aber in der Offensive gingen wichtige Stützen. „Wir wissen, dass wir mit Niclas Füllkrug, Sebastian Kerk, Danny Blum und Zoltan Stieber eine nicht unwesentliche Quote an Scorerpunkten abgegeben haben. Mathematisch gesehen fehlen uns dadurch 25 bis 30 Tore. Das aufzufangen wird eine schwierige Herausforderung. Also müssen wir kreativ sein, clevere Lösungen finden und versuchen, aus den weniger gewordenen Mitteln mindestens gleich viel, vielleicht sogar mehr zu machen“, sagte der 44-Jährige.

Stuttgart und Hannover als Favoriten

In der Favoritenrolle für die Saison sieht Bornemann andere Teams. „Wir wissen, dass die 2. Liga auch in dieser Saison eine extrem ausgeglichene und deshalb komplizierte Liga ist: angeführt von den beiden Topfavoriten Stuttgart und Hannover, die jahrzehntelang in der Bundesliga waren und aufgrund ihrer wirtschaftlichen Kraft so einen immensen Vorteil haben“, sagte Bornemann und ergänzte: „Danach folgt eine große Gruppe von Klubs, die nicht weit auseinanderliegen und zu der auch wir hoffentlich gehören.“ Bornemann will zudem eine Tendenz erkannt haben. „Es ist nun mal so, dass nur 18 Vereine in der Bundesliga sein können. Durch Klubs wie RB Leipzig, die TSG Hoffenheim oder den FC Ingolstadt, die finanzstarke Partner und Sponsoren in der Hinterhand haben, findet ein automatischer Verdrängungsprozess statt. Dieser Situation müssen wir uns, wie viele andere Traditionsvereine auch, stellen“, so der Sportvorstand weiter.

fussball.news ist Partner von Mein Sportradio

Diskutiere mit