Darmstadt: Mit dem ruhenden Ball zum Erfolg

München – Wenn der Ball ruht, dann wird der SV Darmstadt 98 brandgefährlich. Die Lilien schlagen häufig nach Standardsituationen zu. Kein Zufall, wie Trainer Dirk Schuster zufrieden feststellt.

Die Darmstädter spielen mit "Köpfchen" und trafen mit diesem Körperteil bereits elfmal. Foto: Matthias Hangst / Bongarts / Getty Images
Die Darmstädter spielen mit „Köpfchen“ und trafen mit diesem Körperteil bereits elfmal. Foto: Matthias Hangst / Bongarts / Getty Images

Kopfballstarke Darmstädter

Der SV Darmstadt 98 hat auch gegen den SV Werder Bremen wieder nach einem Freistoß zugeschlagen. Tobias Kempe fand mit einem lang geschlagenen Ball den Kopf von Aytac Sulu, der Felix Wiedwald schlecht aussehen ließ. Der Kapitän freute sich bei Bild: „Unsere Standard-Schützen machen das sehr gut. Wir üben das auch im Training. Da versucht dann wirklich jeder, an den Ball zu kommen. Und so kriegen wir das auch im Spiel hin.“ Mitspieler Jerome Gondorf lobte: „Wir sind bei Standards die Gefährlichsten der Liga. Das kann auch so bleiben.“ Die Folge: Sulu und Stürmer Sandro Wagner durften bereits jeweils über fünf Kopfballtreffer jubeln.

Schuster: Standards sind trainierbar

Für Trainer Dirk Schuster sind die vielen Tore nach Freistoß oder Ecke kein Zufall: „Jeder Trainer hat da seine eigenen Ideen. Trainierbar ist sowas.“ Bei den Lilien sind die Standardsituationen das Überlebenselixier in der Bundesliga. Die Südhessen kommen aus dem Spiel heraus kaum zu gefährlichen Abschlüssen und müssen dann in den entscheidenden Situationen hochkonzentriert sein.

Gezieltes Training von Kopfball- und Standardsituationen

Schuster schult seine Mannschaft auf diese besonderen Momente in den Partien. „Wir versuchen, das Kopfballspiel ins Training zu integrieren. Wir schulen die Spieler in Luftduellen, üben auch einmal die Woche Standards.“, erklärte er und nimmt dabei freilich auch die Standard-Schützen in die Pflicht: „Aber es hängt auch davon ab, wie die Standards geschlagen werden. Und es kommt auf die Größe und Wucht der Spieler an. Bei uns ist es eine Mischung aus allen.“

Löw stellte Standards lange Zeit zurück

Es gab in der Vergangenheit durchaus Trainer, die den Wert von ruhenden Bällen unterschätzt haben. Bundestrainer Joachim Löw verzichtete jahrelang auf Training der Standardsituationen und sagte noch vor der EM im Jahr 2012: „Die Standardsituationen stehen nicht auf der ersten Seite meiner Liste, aber auch nicht ganz hinten.“ Die Kritik an den Ecken und Freistößen war groß – und wurde mit gezieltem Training vor der WM 2014 behoben. Die Folge: Fünf Tore nach Standardsituationen auf dem Weg zum Titel. Es scheint so, als hätte Schuster recht, wenn er sagt: „Das ist trainierbar.“

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