Dembele: „Ich kann Ribery verstehen“

München – Ousmane Dembele kam als relativ unbekanntes Talent aus Rennes nach Deutschland – und nun begeistert der Franzose mit Dribblings, Vorlagen und Toren die Fans von Borussia Dortmund. Eine Sache stört den 19-Jährigen in Deutschlands Elite-Liga aber ungemein.

Ousmane Dembele beklagt die Unfairness seiner Gegenspieler. Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Dembele: Das ist nicht normal

„Es ist nicht normal, dass wir als Mannschaft am meisten gefoult werden, selbst die wenigsten Fouls machen, aber dennoch so viele Gelbe Karten haben. Das verstehe ich nicht“, sagte Dembele der Sport-Bild. Er führte aus: „Es nervt mich, dass es die Gegner gerade in den letzten fünf, sechs Spielen extrem darauf angelegt haben, unseren Spielfluss zu unterbinden – mit taktischen Fouls, ohne dass sie dafür rechtzeitig bestraft wurden.“

Schiedsrichter sollen früher eingreifen

Er wünsche sich, dass die Schiedsrichter früher und rechtzeitig eingreifen, wie es etwa in der Champions League der Fall sei. „Es gab Gegenspieler, die haben mich in einem Spiel fünf- oder sechsmal gefoult, ohne verwarnt zu werden. Und wenn, dann häufig erst sehr spät – das ist nicht gut“, sagte Dembele. In der Königsklasse sei es anders: Da folge spätestens nach dem zweiten oder dritten Foul eine Karte. „Das ändert
und reguliert vieles“, so der Offensiv-Akteur.

Verständnis für Ribery

Zusammen mit Landsmann Franck Ribery vom FC Bayern zählt Dembele zu den meistgefoulten Spielern der Liga – und er muss laut eigener Aussage auch viele Provokationen der Gegner einstecken. Noch hat er seine Emotionen im Griff, dennoch zeigte er nun Verständnis für das Verhalten von Ribery, der in ähnlichen Situationen auch schon mal an der Grenze zur Tätlichkeit zurückkeilte. „Ich kann Ribery verstehen. Irgendwann überreagiert man, wenn man ständig gefoult und provoziert wird. Man sollte sich beherrschen, aber es ist mitunter wirklich schwierig“, so Dembele.

Vorbild ist Beckham

Er betonte: „Ich bin grundsätzlich eher ein ruhigerer Typ. Aber wenn ich so oft gefoult werde, ohne dass etwas passiert, und ich bekomme sofort eine Karte, wenn ich mal foul spiele, macht mich das schon wütend.“ Allerdings würden auch Mitspieler herbeieilen und ihn beruhigen, so der Franzose. Einschüchtern lassen wolle er sich jedenfalls nicht von den Gegnern, er wolle weiter Dribbeln und Tore erzielen – 17 Scorer-Punkte glückten so Dembele, dessen Vorbild David Beckham ist, in seinem ersten Halbjahr beim BVB.

fussball.news ist Partner von Mein Sportradio

Diskutiere mit