DFB-Boss Grindel im Sportausschuss: „Noch viele Fragen zur WM 2006“

Präsident Reinhard Grindel vom Deutschen Fußball-Bund muss sich am Mittwoch weiteren Fragen zur Affäre um die WM-Endrunde 2006 stellen.

Grindel muss weiterhin Fragen zur WM 2006 beantworten (Photo by PIXATHLON/PIXATHLON/SID-IMAGES/)
Grindel muss weiterhin Fragen zur WM 2006 beantworten (Photo by PIXATHLON/PIXATHLON/SID-IMAGES/)

Im Sportausschuss des Deutschen Bundestages soll der frühere Politiker Rede und Antwort stehen.

„Ich habe Respekt vor den Kollegen und werde das mitteilen, was ich mitzuteilen habe“, sagte Grindel am Dienstag dem SID. Der DFB-Boss saß selbst mehrere Jahre für die CDU in dem Gremium. „Hinterher werde ich auch öffentlich Stellung beziehen“, kündigte der 55-Jährige an.

Für einige Sportpolitiker ist Grimdels Auftritt überfällig. „Für uns sind die Vorgänge bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 noch längst nicht aufgeklärt, wir haben noch viele Fragen dazu. Wir sehen den Freshfields-Bericht nur als einen Zwischenbericht an“, sagte Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Grünen, dem SID.

Wichtig sei es auch festzustellen, welche Konsequenzen der DFB aus der Krise gezogen habe. „Unserer Meinung nach ist es mit der Gründung der Ethik-Kommission nicht getan. Man sollte über weitere Good-Governance-Strukturen nachdenken“, forderte Mutlu.

Grindel hatte die Haltung des DFB bei der Aufklärung des Skandals bislang stets verteidigt. Im vergangenen März war der Untersuchungsbericht der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer veröffentlicht worden, die Kosten dafür lagen bei über fünf Millionen Euro.

„Wir haben getan, was ein gemeinnütziger Verband tun kann. Alle Fragen zur Aufklärung, die wir beantworten können, sind beantwortet“, hatte Grindel Anfang November nach seiner Wiederwahl gesagt. Nun seien die staatlichen Ermittler an der Reihe.

Bei der Zusammenstellung des Freshfields-Berichts hatten 42 Anwälte ab Herbst 2015 insgesamt 740 Aktenordner und 128.000 Emails ausgewertet sowie zahlreiche Befragungen durchgeführt. Allerdings ist weiterhin nicht geklärt, wofür das WM-Organisationskomitee den strittigen Betrag von 6,7 Millionen Euro überwiesen hat.

Neben Grindel soll sich auf Drängen der Opposition am Mittwoch auch die Bundesregierung äußern. „Die Bundesregierung darf nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern muss aktiv werden. Wir haben die WM mit Steuergeldern unterstützt, jetzt muss sich der Bund auch um eine intensive Aufklärung kümmern“, so Mutlu.

Die Grünen werden im Vorfeld einen Antrag stellen, wonach das Gremium öffentlich tagen solle. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was da passiert ist. Deshalb darf die Sitzung nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden“, meinte der Grünen-Politiker.

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