DFB-Pokal

DFB-Pokal: Viertelfinal-Topduell Stuttgart gegen Dortmund

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München – Am Dienstag und Mittwoch geht es im DFB-Pokal wieder weiter. Im Viertelfinale wollen die verbleibenden acht Teams einen Schritt näher in Richtung Berlin kommen. Das Topspiel der Runde findet in Stuttgart statt.

Stuttgart hochmotiviert vor dem Duell gegen Dortmund

Der VfB Stuttgart trifft im Viertelfinale vor 50.000 Zuschauern auf Borussia Dortmund. Für Kevin Großkreutz, der sechs Jahre lang das Trikot des BVB überzog, ist es eine ganz besondere Begegnung. Der 27-jährige konnte in seinen ersten drei Partien beim neuen Arbeitgeber bereits überzeugen. Trainer Jürgen Kramny lobte beim Kicker: „Die Mentalität wollen wir im Team haben. Sie tut uns gut.“ Der Coach legte auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Dortmund nach: „Mentalität ist morgen ein großes Thema. Es wird ein Fight. Wir dürfen die Qualität vom BVB nicht ins Spiel kommen lassen.“ Die Stuttgarter strotzen nach vier Siegen in Folge vor Selbstvertrauen. Außer Daniel Ginczek und Federico Barba stehen Kramny alle Profis zur Verfügung.

Dortmund konnten in Berlin nicht überzeugen

Die Dortmunder erwartet somit ein heißer Tanz im Schwabenland. Gegen Hertha BSC Berlin kamen die Ruhrpottler nicht über ein 0:0 hinaus. „Mit dem Punkt müssen wir leben“, sagte Sportdirektor Michael Zorc nach Abpfiff der Partie in der Hauptstadt, „mehr hatten wir nicht verdient.“ Trainer Thomas Tuchel erkannte, dass die Mannschaft „als Team und individuell nicht die Tagesform“ hatte, um den Defensivwall der Berliner durchbrechen zu können. Es sei dennoch ein hochintensives Spiel gewesen, mit vielen intensiven Läufen und Zweikämpfen. Der Coach erwartet jetzt auch gegen die Stuttgarter ein hochemotionales Spiel und sieht „eine ganz schwere Aufgabe.“ Außer der Langzeitverletzte Nuri Sahin stehen ihm alle Akteure zur Verfügung.

Hertha will über Heidenheim ins „Finale dahoam“

Vom „Finale dahoam“ träumt Hertha BSC Berlin. Die „Alte Dame“ erreichte nie das seit 1985 im eigenen Stadion ausgetragene Finale – nur die Amateure schafften 1993 das Wunder, verloren  aber mit 0:1 gegen Bayer 04 Leverkusen. 23 Jahre später wollen auch die Profis nachziehen. Mit dem 1. FC Heidenheim wartet im Viertelfinale allerdings ein unangenehmer Gegner. Trainer Pal Dardai äußerte sich auf der Pressekonferenz sehr respektvoll und lobte die Mannschaft von Gegnercoach Frank Schmidt. Sie seien immer gut organisiert aufgetreten und hätten sich gut entwickelt. Dardai warnte: „Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen.“ Der Ungar glaubt freilich an seine Mannschaft: „Wir träumen von Finale. Wir haben viele angeschlagene Spieler. Wir werden es zusammenbasteln, damit wir da gut aussehen. Bis jetzt haben es die Jungs immer hingekriegt.“ Der Coach muss in der 15.000 Zuschauer fassenden Voith-Arena dabei aller Voraussicht nach auf Vladim Darida und Fabian Lustenberger verzichten.

Heidenheim geht entspannt ins Duell gegen die Hertha

Entspannter ist man bei den Heidenheimern. Der Tabellenachte der zweiten Liga hat nichts zu verlieren und kann ein aktuelles Topteam der 1. Bundesliga ärgern. Herausragende Figuren bei den Heidenheimern sind Mittelfeldmotor Marc Schnatterer (3 Tore, 4 Vorlagen) und Linksaußen Robert Leipertz (5 Tore, 4 Vorlagen). Im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf ist das Team erfolgreich mit 1:0 in die Rückrunde gestartet. Trainer Schmidt kann auf seinen kompletten Kader bauen und hat aktuell nicht mit Verletzungen zu kämpfen.

Bayer will ins Halbfinale einziehen

Bayer 04 Leverkusen will im Heimspiel nicht über den SV Werder Bremen stolpern. Die Elf von Trainer Roger Schmidt hat ein klares Ziel: „Dienstag wollen wir ins Pokalhalbfinale! Berlin ist das Ziel!“ Der Gegner von der Weser dürfe allerdings nicht unterschätzt werden: „Man darf nicht vergessen, gegen wen die Bremer in den letzten Wochen gespielt haben“, rief Schmidt in Erinnerung. Vor der krachenden 1:5 Niederlage bei Borussia Mönchengladbach konnten die Hanseaten beim FC Schalke 04 gewinnen (3:1) und einen Punkt gegen die Berliner holen (3:3). Schmidts Blick geht aber vor allem auf die eigene Mannschaft: „Wir haben diesen Titel vor Augen, das motiviert mich und die Mannschaft.“ Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Charles Aranguiz und Lars Bender kann der Leverkusener Coach auf alle Akteure zurückgreifen.

Weiterkommen für Bremen finanziell wichtig

Auch die Bremer träumen vom Einzug ins Pokalfinale. Das letzte Endspiel bestritten sie 2010 gegen die Bayern und verloren damals mit 0:4. Ein Jahr zuvor durften sie über einen 1:0 Sieg jubeln – ausgerechnet gegen Leverkusen. Das Erlebnis Berlin sorgt immer wieder für Gänsehaut an der Weser. Manager Thomas Eichin gab sich bei der Pressekonferenz kämpferisch: „Natürlich ist das für uns enorm wichtig, eine Runde weiterzukommen – finanziell und auch für den Verein Werder Bremen. Aber wir werden unglaublich viel dafür tun müssen!“ Trainer Victor Skripnik verlangte von seiner Mannschaft wieder eine disziplinierte Leistung, als es am Freitag beim 1:5 gegen Gladbach der Fall war. Der Ukrainer ist froh, dass es bereits drei Tage später wieder das nächste Spiel gebe. Er machte sich und dem Team Mut: „Wenn wir 100 Prozent bringen, können wir auch etwas erreichen!“ Auf Anthony Ujah, der einen Pferdekuss erlitt, wird Skripnik dabei wohl bauen können. Ulisses Garcia und Janek Sternberg fallen bei der schwierigen Aufgabe hingegen aus.

Bochum will mit stabiler Defensive die Sensation schaffen

Ein Traumlos erwischte der VfL Bochum – es geht gegen die „Fanfreunde“ aus München. Der deutsche Rekordmeister wird für einen Abend Erstligaluft durch die Castroper Straße wehen lassen. Die Bochumer sind mit einem 2:0 gegen den SC Freiburg gut in die Rückrunde gestartet und träumen auf Rang fünf stehend noch vom Aufstieg. Trainer Gertjan Verbeek vertraut auch gegen die Bayern auf seine starke Defensive. Torhüter Manuel Riemann, der zuletzt stark hielt und in der Hinrunde Andreas Luthe verdrängte, sagte dem Kicker mit großem Respekt: „Ob wir gegen Bayern bestehen können, hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Gegner und der Form, mit der er sich bei uns präsentiert.“ Verbeek kann als Underdog auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.

Bayern erwartet ein heißer Tanz

Von einem solchen Zustand träumt Pep Guardiola aktuell nur. Die Münchener gehen mit einem Haufen Personalsorgen in diese Pokalpartie. Jerome Boateng, Javi Martinez, Franck Ribery und Mario Götze fehlen sicher, Mehdi Benatia und Serdar Tasci befinden sich immerhin im Training. Glück hatte wohl Arturo Vidal. Der Chilene bekam gegen Leverkusen am Samstag zwar einen Schlag auf das Knie und Sprunggelenk. Der 28-jährige scheint aber frühzeitig wieder fit zu werden. Offensivmann Thomas Müller warnte vor der schwierigen Partie beim Zweitligisten: „Sie spielen Mann gegen Mann, werden sicher mit dem Messer zwischen den Zähnen auf uns warten.“

Alle Partien im Überblick

Bayer Leverkusen – SV Werder Bremen   Dienstag, 19.00 Uhr

VfB Stuttgart – Borussia Dortmund            Dienstag, 20.30 Uhr

FC Heidenheim – Hertha BSC Berlin         Mittwoch, 19.00 Uhr

VfL Bochum – FC Bayern München           Mittwoch, 20.30 Uhr

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