Douglas Costa: „Ich möchte lange in München spielen“

München – Douglas Costa hat im kicker Wechsel-Gerüchte abgetan, betont, wie glücklich er beim FC Bayern ist und erklärt, was ihm ein Start bei Olympia in Rio bedeutet.

MADRID, SPAIN - APRIL 27: Douglas Costa of Bayern Muenchen runs during the UEFA Champions League semi final first leg match between Club Atletico de Madrid and FC Bayern Muenchen at Vincente Calderon on April 27, 2016 in Madrid, Spain. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Douglas Costa hat beim FC Bayern in seiner Premieren-Saison 18 Scorer-Punkte (vier Tore) in 27 Bundesliga-Einsätzen gesammelt. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

„Deutsche haben mich gut empfangen“

„Meine Ergebnisse haben gezeigt, dass ich mich gut eingelebt habe. Über das Klima brauchen wir nicht zu sprechen, doch die Deutschen haben mich sehr gut empfangen. Das hat sehr bei meiner Eingewöhnung geholfen“, sagte Douglas Costa dem kicker rückblickend auf seine 1. Bundesliga-Saison beim FC Bayern.

Erklärung für Leistungs-Abfall in der Rückrunde

Dass er in der Rückserie nicht ganz an seine starken Leistungen aus der Vorrunde herankam, ist für den 25-Jährigen selbst nachvollziehbar: „Das war tatsächlich ein Qualitätssprung, nachdem ich zu Bayern kam. Ich habe es gebraucht, zu einem großen Klub zu wechseln. In der zweiten Hälfte der Saison passierte das, was in der Karriere eines jeden Spielers passiert. Es gibt immer Aufs und Abs. In der ersten Hälfte hat mich auch niemand gekannt, in der zweiten Hälfte kannten mich alle.“

„Habe exzellente Saison gespielt“

Dennoch sei die Saison für ihn und den FC Bayern erfolgreich gewesen: „Insgesamt habe ich aber eine exzellente Saison gehabt. Wir haben das Elfmeterschießen im Pokal gegen Dortmund gewonnen, alles ist gelaufen, wie es laufen sollte. Es hat nur die Champions League gefehlt, um eine goldene Saison hinzulegen.“

Wechsel zu Barcelona kein Thema

Der Flügelstürmer wird bereits mit einem Wechsel zum FC Barcelona in Verbindung gebracht, sofern Landsmann Neymar den Klub verlässt. Für Douglas Costa liegt die Zukunft jedoch in München. „Bayern zu verlassen ist nichts, worüber ich mir im Moment Gedanken mache. Es geht mir sehr gut bei Bayern, das ist eine exzellente Phase meiner Karriere, also möchte ich das fortsetzen und lange in München spielen, viele Titel gewinnen“, sagte Douglas Costa und führte aus: „Bayern ist der Klub, der mir am meisten Ruhm gebracht hat. Alles, was ich derzeit erleben darf, ist wegen Bayern. Alles hat einen Sinn: Ich war bei Gremio, um zu lernen, bei Schachtar habe ich dann die Reife bekommen, um zu Bayern gehen zu können.“

Wechsel zur richtigen Zeit nach München

Erst mit 24 Jahren wagte er vergangene Saison den Sprung zu einem europäischen Top-Klub – von Donezk nach München. Dass es so lange gedauert hat, auch dafür lieferte Costa eine Erklärung: „Schachtar ist ein Klub, der große finanzielle Möglichkeiten hat, deshalb kümmert er sich nicht sehr darum, Spieler zu verkaufen, und wenn, dann nur zu Klubs mit der Größe Bayerns. Und als München mir die Gelegenheit gegeben hat, hat Schachtar zugestimmt.“

Spezielle Beziehung zu Guardiola

Der Wechsel zu einem Klub wie Bayern sei grundsätzlich nicht leicht, so Costa, er konnte aber auf das Vertrauen von Trainer Pep Guardiola bauen. „Wenn man die Unterstützung eines Trainers hat, der Guardiola heißt, da denkt man, dass man ein anderer Spieler werden kann, einer, der den Unterschied ausmacht“, so Costa. Jeden Tag habe ihn Guardiola bestärkt. „Er hat mir auch von Messi erzählt. ‚Nicht, um wie Messi zu werden, weil Messi gibt es nur einmal‘, sagte er. ‚Aber du kannst auch andere Sachen machen, Sachen die andere nicht draufhaben.‘ Guardiola hat wirklich etwas Besonderes und ich habe eine große Zuneigung zu ihm“, berichtete Costa.

„Bayern in guten Händen“

Zum neuen FC-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti werde es eine andere Beziehung werden, so Costa, aber dennoch sei er positiv gestimmt. „Wo Ancelotti war, ist er Meister gewesen, er hat die Champions League unter anderem mit Real Madrid gewonnen. Er hat viele Qualitäten“, sagte Costa und fügte an: „Bayern würde auch keinen Trainer verpflichten, wenn er nicht das Niveau von Pep hätte. Bayern ist bei Ancelotti sicher in guten Händen.“

Olympia-Start ist ungewiss

Offen ist noch, ob Douglas Costa an den olympischen Spielen in seiner Heimat Brasilien teilnehmen kann. Unter Trainer Carlos Dunga hatte er einen sicheren Platz und sollte mit dem FC Bayern über eine mögliche Freigabe verhandeln, nun wurde Dunga nach der enttäuschenden Copa America und dem Aus in der Vorrunde allerdings entlassen.

Nur Neymar hat Platz sicher

„Nun hat sich alles geändert, es gibt einen anderen Trainer, andere Regeln. Ich bin weiter freigestellt von Bayern, aber wer die Entscheidungen trifft, ist jemand anderes“, sagte Costa. Er müsse nun die Kader-Nominierung am 29. Juni abwarten. Bei Olympia-Auswahl-Trainer Rogerio Micale habe von den drei freien Plätzen für Spieler über 23 Jahre nur Neymar seine Nominierung sicher. Dennoch brennt Douglas Costa auf einen Einsatz bei Olympia: „Brasilien hat noch nie Gold bei den Olympischen Spielen gewonnen. Und nachdem sie in Brasilien stattfinden, wäre es doppelt besonders, wenn wir es holen. Es würde sogar dem A-Team mehr Ruhe geben, um zu arbeiten. Ich war noch bei keiner WM dabei, da wäre das mit den Olympischen Spielen perfekt.“

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