Eberl: „55 Millionen Euro? Das ist schon skurril“

München –Die immer höher werdenen Ablösesummen sorgen bei Gladbach-Sportdirektor Max Eberl für Kopfschütteln.

Max Eberl kritisiert das Millionen-Wettbieten um Leroy Sane. (Photo credit should read PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)
Max Eberl kritisiert das Millionen-Wettbieten um Leroy Sane. Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

England-Klubs seien nicht der einzige Preistreiber

Max Eberl sieht die Premier League nicht als einzigen Grund für die steigenden Preise bei Spielertransfers: „Ich glaube nicht, dass das an England liegt. In den letzten Jahren sind die Preise generell extrem gestiegen. Wir müssen uns doch nur vor Augen führen, dass wir Marco Reus 2012 für 17,1 Millionen Euro an Borussia Dortmund verkauft haben“, sagte der Manager von Borussia Mönchengladbach im Interview
mit der Sport-Bild.

Laut Eberl sind derartige Summen für einen guten Spieler heutzutage Standard. Die Diskussionen um das Schalker Juwel Leroy Sane gehen dem 42-jährigen aber etwas zu weit: „Manchester City, das ihn neben
Klubs wie Real und Barcelona will, bietet angeblich 55 Millionen Euro. Nach einem halben Jahr in der Bundesliga! Natürlich ist Sane ein Top-Talent. Aber 55 Millionen Euro? Das ist schon skurril.“

Geld aus England sei „eine Gefahr“

Dem „Fohlen“-Manager ist auch klar, dass diese Preise durch den ab 2016 geltenden TV-Vertrag in England forciert werden.  Durch das zusätzliche Geld, das in den Markt fließt, sieht Eberl eine Gefahr: „Wenn ein Spieler von uns zu einem Klub geht, der Titel gewinnen kann, können wir für das Geld keinen gleichwertigen Spieler holen. Der will ja auch um Titel spielen, was ich ihm nicht versprechen kann. Also müssen wir wieder einen jungen Spieler finden, den wir aufbauen können.“

Zwar sehe er die Gladbach auf einem guten Weg, dennoch nicht als einen festen Bestandteil der Top Sechs Vereine der Bundesliga. Dafür müsse man über mehrere Jahre hinweg konstant spielen.

Vertrag mit Eberl vorzeitig verlängert

Eberl selbst will noch mehrere Jahre bei der Borussia arbeiten: „Ich bin ehrgeizig, akribisch und auf Kontinuität bedacht. Das betrifft nicht nur mein Handeln, sondern auch den Ort. Ich bin seit 17 Jahren in Gladbach und habe um fünf Jahre verlängert. Das zeigt, dass ich den Verein lebe.“

Mönchengladbach hatte Eberls Vertrag Ende letzten Jahres vorzeitig um drei weitere Jahre bis 2020 verlängert. Der ehemalige Bundesliga-Profi ist bereits seit 2008 in seiner Funktion tätig.

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