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“Ein Traum geht in Erfüllung“

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München – Für den FC Augsburg ist es wohl der Höhepunkt in der Vereinshistorie: Das Team von Trainer Markus Weinzierl trifft in der Europa League auf den FC Liverpool. Bayerisch-Schwaben wirkt seit der Auslosung am Montag euphorisch, Tickets für das Spiel sind heiß begehrt.

Euphorisch wirkt auch Ottmar Prähofer. Er ist Vorsitzender des Augsburger Fanclubs Fan-Freunde-Fuggerstadt. Der 60-Jährige spricht im „Interview am Morgen“ auf fussball.news, was ihn an der Augsburger Mannschaft begeistert, wie er die Chancen des FCA auf ein Weiterkommen gegen Liverpool einschätzt und warum einige Fans ihre Erwartungshaltung dennoch zurückschrauben sollten.

fussball.news: Herr Prähofer, der FC Augsburg trifft in der Europa League auf den FC Liverpool. Wie sehr freuen sich über das Los?

Ottmar Prähofer: „Es ist einfach unfassbar für uns, unglaublich, fantastisch, super. Wir freuen uns alle riesig. Wir haben zusammen die Auslosung im Fernsehen angesehen. Als Manchester United und Rapid Wien schnell gezogen wurden, da war eigentlich meine Hoffnung nur gering, dass noch ein Top-Gegner herausspringt. Als dann Liverpool gezogen wurde – es war einfach unglaublich.“

fussball.news: Werden Sie nach Liverpool mitreisen und dort das Augsburger Team unterstützen?

Prähofer: „Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Beruflich ist das ja nicht immer so einfach zu vereinbaren. Aber es wäre ein Traum für mich, an der Anfield Road den FCA anzufeuern und diese einzigartige Stimmung mitzuerleben.“

fussball.news: Rechnen Sie denn dem Team von Trainer Markus Weinzierl auch eine Chance aus, sich gegen Liverpool durchzusetzen und das Achtelfinale zu erreichen?

Prähofer: „Nein. Da muss man ehrlich sein, denke ich. Liverpool besitzt zahlreiche Stars und hat viel Geld in die Mannschaft investiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der FC Augsburg weiterkommt – aber ich würde es mir natürlich wünschen.“

fussball.news: Zählen Sie vielleicht zu jenen Fans, die einfach die Erwartungshaltung an die Mannschaft des FC Augsburg etwas herunterschrauben wollen. Schließlich waren zuletzt auch immer wieder Pfiffe von einem Teil der FCA-Fans zu hören, die mit der Leistung und den Ergebnissen in der Bundesliga offenbar nicht zufrieden?

Prähofer: „Ich glaube, dass bei einigen Fans die Erwartungshaltung an das Team zu hoch ist. Vergangene Saison war eine Ausnahme, da hat die Mannschaft sensationell den fünften Platz erreicht. Für den FCA kann es aber immer nur heißen, drei Teams hinter sich zu lassen und den Klassenerhalt zu sichern.

fussball.news: Was begeistert Sie denn an der Mannschaft des FC Augsburg?

Prähofer: „Mir gefällt die mannschaftliche Geschlossenheit. Ich glaube, die Spieler untereinander verstehen sich richtig gut, was auch daran liegt, dass Trainer Weinzierl und Manager Reuter die Spieler auch daraufhin prüfen und auswählen, ob sie charakterlich ins Team passen.

fussball.news: Sie sind 60 Jahre alt. Ist es gerade die beste Zeit für den FCA, die Sie jemals erlebt haben?

Prähofer: „Ich denke ja. Aber mich verbindet sehr viel mit dem FC Augsburg. Schon mein Vater hat die Spieler der Augsburger in der Oberliga (Anm. d. Red: damals quasi 1. Liga) erfolgt. Damals gab es hier mit dem BC Augsburg und Schwaben Augsburg zwei Teams. Ich bin als Kind mit dem Fußball aufgewachsen, habe ihn von Beginn an geliebt. Ich bin mit dem Postbus 30 Kilometer gefahren, um die Spiele im Rosenau-Stadion zu verfolgen. Manchmal fiel der Postbus aus, dann bin ich 30 Kilometer zu Fuß heimgelaufen, aber das war es mir wert. Ich habe schon fast jedes Stadion in Deutschland gesehen, manchmal waren nur 100 Zuschauer da. Was jetzt passiert, ist einfach unfassbar. Schön, dass ich das erleben darf. Der FC Augsburg hat lange gebraucht, um sich überhaupt mal in der 2. Liga zu etablieren. Darauf hatte ich immer gehofft. Nun spielt der FCA schon seit ein paar Jahren Bundesliga – und nun Liverpool. Ein Traum geht in Erfüllung.

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Link: Die Fan-Freunde-Fuggerstadt haben eine eigene Homepage.

Anmerkung der Redaktion: fussball.news veröffentlicht von Montag bis Donnerstag in der Regel jeweils um 6 Uhr das „Interview am Morgen“. Zu den Gesprächspartnern zählen aktuelle Bundesliga-Spieler ebenso wie ehemalige Spieler-Legenden oder Funktionäre und Experten. Bei Bedarf wird das in der Regel exklusive Gespräch in einen Fließtext mit exklusiven Zitaten umgewandelt.

Über Daniel Michel

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