Fandel unzufrieden mit Vorrunde

München – Die Vorrunde ist vorbei. Zeit also auch für Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel eine Bilanz zu ziehen.

Herbert Fandel leitete in seiner aktiven Karriere 247 Bundesliga-Spiele. Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images
Herbert Fandel leitete in seiner aktiven Karriere 247 Bundesliga-Spiele. Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

„Es hat schwerwiegende Fehler gegeben“

„Wir Schiedsrichter können mit der Vorrunde insgesamt nicht zufrieden sein. Es hat schwerwiegende Fehler gegeben, die in dieser Häufung normal so nicht passieren. Dabei sollte man sich aber auch im Klaren darüber sein, dass durch dieses Gesamturteil viele sehr gute Spielleitungen, insbesondere bei Spitzenspielen, zur Seite geschoben werden“, sagt Fandel in einem Interview mit dem kicker.

Besonders gravierend seien demnach zwei folgenschwere Schiri-Patzer: Der unberechtigte Elfmeter in München gegen Augsburg und auch das Handtor in Köln hätten die „Stimmung negativ beeinflusst“.

„Schiedsrichter müssen damit umgehen können“

Fandel wehrt sich zudem gegen die Kritik von Schiedsrichter Manuel Gräfe, dass die Unparteiischen von ihren eigenen Chefs zu wenig Rückendeckung bekämen. „Wir sind für unsere Schiedsrichter zu jeder Zeit erreichbar und helfen, wo wir nur können. Darüber hinaus haben 80 Prozent unserer Unparteiischen mittlerweile einen persönlichen Coach. Eins ist allerdings klar: In der Öffentlichkeit ist es aus Gründen der Glaubwürdigkeit und der Transparenz geboten, regeltechnisch korrekt Auskunft zu geben. Ein klarer Fehler bleibt ein Fehler, und unsere Schiedsrichter müssen damit umgehen können“, spricht der 51-Jährige Klartext.

Fandel äußert sich auch zum Thema Professionaliserung des Schiedsrichter-Wesens. „In den vergangenen Jahren haben wir bereits viele notwendige Schritte zur Professionalisierung im Schiedsrichterbereich umgesetzt, aber wir sind noch nicht am Ende dieses Weges“, konstatiert er.

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