Bundesliga

Favre: „Der Fußball explodiert gerade“

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München – Nach seinem Abgang bei Borussia Mönchengladbach genießt Lucien Favre den Fußball als Beobachter. Die ungeheuren Transfersummen sieht der 58-Jährige kritisch, die Bundesliga sei für die Zukunft dennoch bestens aufgestellt.

Boom wird für „andere Ligen gefährlich“

Lucien Favre ist bekanntlich ein genauer Beobachter und Kenner der Szene. Während seiner Auszeit vom aktiven Fußballgeschehen nimmt sich der ehemalige Borussen-Coach nun Zeit, um Spiele in ganz Europa zu besuchen und zu analysieren. Der Transferhype in der Premier League könne dabei die Zukunft des Sports verändern.

„Der Fußball explodiert gerade noch mal, obwohl man zwischenzeitlich schon dachte, das Limit sei erreicht. Die Klubs aus der Premier League investieren ohne Ende, dabei kommt das große Geld für den neuen TV-Vertrag erst im Sommer“, sagte Favre in der Sport-Bild und warnt: „Es kann auf Dauer für alle anderen Ligen gefährlich werden. In jedem Land gibt es höchstens ein, zwei Klubs, die da finanziell mithalten können und realistisch dagegen ankämpfen.“

„Gesamtpaket einfach überragend“

Trotz der großen Unterschiede zwischen den europäischen Ligen hätte die Bundesliga auch weiterhin ihre Vorzüge. „Das Gesamtpaket ist einfach überragend, das wissen alle. Die Organisation ist hoch professionell. Die Stadien sind topmodern, fast immer voll, die Infrastruktur ist toll. Das ist nicht überall so“, so Favre weiter.

Favre sagt Veränderung für Europa voraus

Dass andere Ligen, wie die chinesische CSL, attraktiver werden für junge Profis aus Europa, sei für Favre ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft. „Asien wird irgendwann auch hier die Nummer eins sein. Viele Stadien sind modern, und es kommen immer bessere Spieler in diese Liga“, so Favre, der dem Fußball in Europa eine große Veränderung voraussagt. „Früher gingen dort nur Spieler am Ende ihrer Karriere hin. Jetzt sind sie 26 bis 28, in ein paar Jahren werden sie noch jünger sein. Die Globalisierung geht auch im Fußball voran – in Europa wird sich in Zukunft noch einiges ändern.“

Über Max Rinke

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