Interview am Morgen

Frank Fahrenhorst: „Es hat Spaß gemacht, sich mit den Besten zu messen“

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München – Frank Fahrenhorst (38) zählte zu seiner aktiven Zeit als Fußball-Profi zu den torgefährlichsten und solidesten Innenverteidigern der Bundesliga. Für die Nationalmannschaft bestritt er zwei Länderspiele und vermutlich wären noch einige hinzugekommen, wenn ihn das Verletzungspech nicht immer wieder zurückgeworfen hätte. 

fussball.news: In der Bundesliga spielten Sie unter namhaften Trainern wie Klaus Toppmöller, Peter Neururer, Thomas Schaaf und Dieter Hecking. Von welchem Trainer konnten Sie im Hinblick auf Ihre eigene Trainertätigkeit am meisten lernen – wer hat Sie am meisten geprägt?

Frank Fahrenhorst: Von allen aufgeführten Trainern habe ich eine ganz wichtige Sache gelernt: Es ist ganz wichtig, wie man Menschen führt. Das sollte immer auf einer respektvollen, vernünftigen und menschlichen Ebene erfolgen. Dabei geht es zum einen darum, dass man eine gute Basis mit seiner Mannschaft findet, zum anderen geht es aber auch um den Umgang mit Co-Trainern, Betreuern, Physiotherapeuten usw. In Sachen Fachkompetenz jedoch möchte ich niemanden kopieren, sondern meinen eigenen Weg gehen und meine eigenen Erfahrungen sammeln.

fussball.news: Als Sie Nachwuchsspieler waren sind Sie 1994 von der Hammer SpVg in die U19 vom VfL Bochum gewechselt und wurden zwei Jahre später Profi. Wie sehr hat sich die damalige Nachwuchsarbeit im Vergleich zu heute verändert? War es früher einfacher Profi zu werden oder heute?

Frank Fahrenhorst: Es hat sich in der Zwischenzeit eine ganze Menge verändert. Dabei geht es zum Beispiel um Trainingsumfänge, -bedingungen und -inhalte. Die Eigenmotivation musste damals wie heute stimmen, aber heutzutage haben es die jungen Spieler vielleicht insofern einfacher, dass es deutlich professionellere Mittel und Wege gibt, sie auszubilden.

fussball.news: In der jüngeren Vergangenheit haben mehrere Vereine wie Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt oder der VfL Bochum ihre U23 abgemeldet. Wie stehen Sie dem Thema gegenüber? Macht eine U23 nach wie vor Sinn oder ist das Konzept überholt?

Frank Fahrenhorst: Ich finde, eine U23 macht nach wie vor Sinn. Es ist teilweise so, dass junge Spieler nach der U19 noch ein bis zwei Jahre Zeit brauchen, um sich im Senioren-Fußball zu akklimatisieren. Auf der anderen Seite bieten Zweite Mannschaften Jungprofis eine Chance, im Spielrhythmus zu bleiben, um optimal auf einen Einsatz bei den Lizenzspielern vorbereitet zu sein.

fussball.news: Vor einem Jahr haben Sie die Ausbildung zum Lizenz-Fußballlehrer abgeschlossen. Welche Ziele verfolgen Sie als Trainer?

Frank Fahrenhorst: Zunächst einmal möchte ich mich im professionellen Leistungsbereich weiterentwickeln, denn selbstverständlich ist mit dem Erwerb dieser Lizenz meine Ausbildung noch lange nicht abgeschlossen. Man lernt nie aus und hat als Trainer die Verpflichtung, sich mit neuen Trainingsmethoden, unterschiedlichen Ansätzen und der Entwicklung des Fußballs auseinanderzusetzen.

Anmerkung: Das nächste Interview am Morgen folgt am kommenden Montag, dann mit Welt- und Europameister Thomas Häßler.

Über Marcel Pramschüfer

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