Fritz: „Wir waren phasenweise ängstlich“

München – Wie in der vergangenen Saison überwintert Werder Bremen auf dem Relegationsplatz. Für Team-Kapitän Clemens Fritz „besch…“, wie er nun in der Bild-Zeitung die Situation umschrieb. In dem Interview stärkte er Trainer Viktor Skripnik den Rücken, sprach über mögliche Transfers in der Winterpause und über seine eigene Zukunft.

BREMEN, GERMANY - AUGUST 11: Charles N'Zogbia (R) of Aston Villa in action with Clemens Fritz of Bremen during a preseason friendly match between Werder Bremen and Aston Villa at Weserstadion on August 11, 2012 in Bremen, Germany. (Photo by Martin Stoever/Getty Images)
Verteidiger und Kapitän Clemens Fritz spielt seit 2006 für Werder Bremen. Foto: Martin Stoever / Getty Images

Mit Niederlage in die Winterpause

Jeweils Relegationsplatz – doch einen Unterschied zur vergangenen Saison macht Kapitän Clemens Fritz dennoch aus. „Vor einem Jahr sind wir durch den Sieg im letzten Spiel gegen Dortmund mit einem guten Gefühl in die Pause gegangen. Das tat gut. Rückblickend war dieser Sieg wichtig und entscheidend“, sagte Fritz der Bild-Zeitung. In dieser Saison hatte nun Werder im letzten Spiel mit 1:2 bei Eintracht Frankfurt ein Negativ-Erlebnis vor der Winterpause zu verkraften. „Mit einem Sieg gegen Frankfurt hätten wir uns ein Stück freischwimmen können. Um so größer ist die Enttäuschung, dass wir verloren haben“, räumte der 35-Jährige ein und ergänzte: „Das schleppt man mit, natürlich. Keiner hat nach dem Abpfiff gesagt: ‚So, jetzt ist Urlaub.‘ Jeden beschäftigt das, jeder hat das im Kopf.“

Rückwärts- statt Vorwärtsgang

Phasenweise machte Fritz in der Hinrunde Ängstlichkeit im Team aus. „Sehr präsent ist mir das 1:1 gegen Köln. Unabhängig vom Elfmeter müssen wir das 2:0 machen und einen Sieg nach Hause bringen. Aber da hat man gesehen, wie zögerlich, zaghaft und ängstlich wir waren. Wir sind immer weiter zurück- statt nach vorne gegangen“, kritisierte Fritz und ärgerte sich: „Die leichtfertig hergeschenkten Punkte tun immer noch weh.“

Dennoch machte Fritz Hoffnung auf eine gute Rückrunde von Werder: „Wenn man unseren Kader mit denen unserer Konkurrenten vergleicht, gibt es Mannschaften, die ich schwächer einschätze. Die stehen in der Tabelle aber vor uns. Unserem Kader traue ich es zu, die Klasse zu halten.“

Hoffnung auf Transfers

Transfers in der Winter-Pause hält Fritz nicht für zwingend notwendig, zumal der Klub kaum Budget für Spielerkäufe besitze. Abgeneigt sei er aber dennoch nicht, wenn es eine Verstärkung bedeute wie im vergangenen Jahr die Transfers von Jannik Vestergaard, Koen Casteels und Levin Öztunali. „Das waren sehr, sehr gute Transfers, die uns enorm geholfen haben. Wenn das so wieder klappt, gerne!“, erklärte Fritz.

Wichtiger sei es jedoch, dass das Team von weiteren Verletzungen verschont bleibe. „Wir brauchen Konkurrenzkampf, der Trainer braucht die volle Auswahl. Darum hoffe ich, dass Aron Johannsson schnell wieder fit wird und uns hilft“, so Fritz.

Vertrauen in Skripnik

An der Qualität von Trainer Viktor Skripnik ließ er keine Zweifel aufkommen: „Viktor hat im letzten Jahr bewiesen, dass er die Mannschaft durch schwierige Zeiten bringen kann. Wir Spieler arbeiten eng und gut mit dem Trainer-Team zusammen. Das macht mich optimistisch und gibt Hoffnung.“

Seit 2006 spielt Fritz bei Werder Bremen, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Der Kapitän hat offenbar eine Tendenz im Kopf, er will sich aber die kommenden Wochen nochmal intensiv mit seiner Zukunft beschäftigen. Fritz erklärte: „Ich werde jetzt in der Winterpause abschalten und alles sacken lassen. Ich habe mir schon Gedanken gemacht und werde nicht bis zum letzten Tag warten. Werder muss ja auch planen können.“

fussball.news ist Partner von Mein Sportradio

Diskutiere mit