Bundesliga

Frontzeck: 96 hält die Klasse

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München – Michael Frontzeck ist am Montag als Trainer von Hannover 96 zurückgetreten. In einem exklusiven Interview mit der Bild-Zeitung hat er sich nun über die Beweggründe geäußert.

Frontzeck: „Bin mit mir im Reinen“

Er sei nach seinem Rücktritt mit sich „im Reinen“, betonte Frontzeck. Er hätte sich auch weiter der Drucksituation und dem Kampf um den Klassenerhalt gestellt. Entscheidender war für ihn die Frage: „Wie kann ich ab 4. Januar die Mannschaft auf die Rückrunde vorbereiten. Nach der ständigen Trainer-Diskussion der letzten Wochen wollte ich diese Belastung für Mannschaft und Verein rausnehmen.“

Mit seinem Rücktritt habe er die Mannschaft auch von einer öffentlichen Hetze befreien wollen. Schon seit Saisonbeginn habe es vor zahlreichen Spielen geheißen: „Siegen oder Fliegen.“ Ihn habe dies nie interessiert, „aber für den Verein und die Spieler ist das eine Belastung“, betonte Frontzeck.

Offenbar Falschmeldung über Frontzeck-Entlassung

Höhepunkt war nun am Sonntag die offensichtliche Falschmeldung einer Zeitung, er sei bereits zurückgetreten. „Auch das interessiert mich kein Stück“, sagte Frontzeck, dennoch könne so ein Bericht Auswirkungen haben: „Da wusste ich, was mich ab 4. Januar hier erwartet. Da wäre doch der Test gegen Hertha wieder ein Endspiel gewesen. Das ist eine zu große Belastung für den Verein.“

Die Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht, so Frontzeck. Im Laufe des Sonntags sei sein Entschluss gereift. Er habe sich mit Ehefrau und Freunden beraten, aber „die Entscheidung musst du am Ende selbst treffen. Das kann dir keiner abnehmen.“

Höhepunkt: Klassenerhalt

Frontzeck blickte nochmals auf freudige Momente mit Hannover 96 zurück: „Nachdem wir die Spieler am Sonntag verabschiedet hatten, bin ich noch mal allein unten im Stadion auf dem Rasen gewesen. Da kamen die Gedanken an den 23. Mai, unsere Rettung. Das war ein schönes Gefühl.“

Die Fans von Hannover seien dieses Jahr nicht verwöhnt worden, doch sie hätten sich „immer fantastisch verhalten“, führte Frontzeck aus und erklärte: „Diejenigen, die in Hannover schlechte Stimmung verbreiten, stehen nicht in der Fankurve. Die sitzen woanders…“

Bader akzeptierte die Entscheidung

Am Montagmorgen sei er mit Geschäftsführer Martin Bader zum Telefonat verabredet gewesen, dort habe er seinen Entschluss mitgeteilt. Bader habe gar nicht erst Versuch, Frontzeck zum Bleiben zu überreden, denn: „Ich glaube, er wusste, dass das keinen Sinn hat. Wir hatten keine große Diskussion mehr, mein Entschluss stand fest. Ich denke, es ist das Beste für beide Seiten.“

Auch wenn Hannover nun nach der Hinrunde Platz 17 belege, 96 werde der Klassenerhalt erneut glücken. „Davon bin ich fest überzeugt. Die Mannschaft schafft das“, versicherte Frontzeck, der von Hannover wohl für die vorzeitige Auflösung des Vertrags noch eine Abfindung erhält. „Wir werden eine Regelung finden und sauber auseinandergehen“, erklärte der 51-Jährige.

Über Daniel Michel

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