Geheimfavorit? 1860-Coach Runjaic winkt ab

München – 1860 München hat die vergangenen Tage auf dem Transfermarkt kräftig zugeschlagen: Sturm-Legende Ivica Olic kam, darauf folgte Brasilien-Talent Ribamar – und als Höhepunkte kehrte für die Basis-Ablöse von 2,5 Millionen Euro Stefan Aigner von Eintracht Frankfurt zum TSV 1860 zurück. Beim Fan-Fest am Sonntag wurde Aigner von den rund 5.000 Anhängern begeistert empfangen. Nun beginnen zahlreichen Fans wieder davon zu träumen, sofort um den Aufsteig mitzuspielen. Trainer Kosta Runjaic drückte aber im kicker auf die Euphorie-Bremse.

MUNICH, GERMANY - JUNE 25: Kosta Runjaic trainer of 1860 Munich is seen during their first open training session on June 25, 2016 in Munich, Germany. (Photo by Marc Mueller/Bongarts/Getty Images)
Kosta Runjaic baut das Team von 1860 neu auf, das Ziel Aufstieg wird aber offenbar vertagt. Foto: Marc Mueller/Bongarts/Getty Images

Runjaic will Vorrunde abwarten

Seit dem Abstieg 2004 spielen die Blauen durchgängig in Liga 2. Klappt es jetzt mit dem Weg zurück ins Oberhaus? „Ach wissen Sie, das nehme ich nicht ernst“, sagte Runjaic auf die Frage, ob 1860 nicht doch ein Geheimfavorit auf den Aufstieg in die Bundesliga sei. „Wir wollen eine ordentliche Saison spielen, lassen Sie uns erst einmal die Hinrunde absolvieren, dann sehen wir, wo wir stehen“, erklärte der 45-Jährige dem kicker und deutete an, dass eher 2017/18 das Ziel Aufstieg angepeilt werde: „In dieser Saison wollen wir uns erst einmal stabilisieren. Nächste Saison reden wir über neue Ziele.“

„1860 hat großes Potenzial“

Nach seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern und dem zweimaligen Verpassen des Aufstiegs nahm sich Runjaic eine Auszeit. Nun wirkt er aber bereit für die neue Aufgabe: „Nach meinem Rücktritt beim FCK habe ich mir bewusst Zeit genommen, auf eine Herausforderung zu warten, die optimal zu mir passt. Dass ich nun der neue Löwen-Trainer bin, sollte so sein. Ich habe mich gefreut, denn die Aufgabe ist reizvoll. 1860 hat großes Potenzial.“

Weitere Transfers möglich

Mit dem neuen Manager Thomas Eichin feilt Runjaic am Kader der Löwen. Mit Olic, Aigner, Andrade, Ribamar und Matmour haben die Blauen Spieler geholt, die für schnellen Offensivfußball stehen. „Attraktiver Fußball ist immer schön anzusehen, aber es geht auch darum, Ergebnisse zu erzielen“, warnte Runjaic. Ob vor allem für die Verteidigung noch ein Spieler gehotl wird, ließ Runjaic offen: „Ob wir on top noch etwas machen, werden wir sehen.“ Er versicherte, jeder Spieler im Kader habe eine Chance, sich für einen Startelf-Platz zu empfehlen, auch der routinierte Sascha Mölders zähle dazu: „Auch Mölders bringt viel mit und wird im Laufe der Saison sehr wertvoll sein.“ Bei Offensiv-Akteur Michael Liendl, der abgegeben werden soll, blieb Runjaic vage: „Er ist da, was die Zukunft bringt, wird sich zeigen.“

Runjaic lobt Investor Ismaik

Druck, Erfolg zu haben, sei immer gegeben, führte Runjaic weiter aus. „Investitionen sind wichtig, können aber leider keinen Erfolg garantieren“, sagte er zudem. Aber er spürt das Vertrauen von Investor Hasan Ismaik, für einen Trainer von 1860 zuletzt eine seltene Begebenheit, hatte der Investor zuvor oftmals nicht seine Wunschkandidaten installieren dürfen. „Hasan Ismaik ist nicht nur ein Investor, sondern auch ein leidenschaftlicher Löwen-Fan“, schwärmte Runjaic nun und betonte: „Er hat Ziele, möchte den Verein voranbringen und weiterentwickeln. Damit kann ich mich absolut identifizieren.“

Ismaik „ist ein sehr intelligenter Mann“ 

Und: „Auch Herrn Ismaik haben meine Ideen gefallen, die soll ich nun umsetzen. Wir werden uns regelmäßig austauschen. Herr Ismaik ist sehr interessiert an allem, was wir hier tun.“ Runjaic teilte ein weiteres Lob an den Immobilien-Makler und Scheich aus Dubai aus: „Herr Ismaik ist ein sehr intelligenter Mann, er stellt berechtigte Fragen und erwartet plausible Antworten.“

Training ohne Fans?

Werden die Löwen-Fans zukünftig professionelle Verhältnisse auch am Trainingsgelände erleben, in dem Sinne, dass auch mal die Zuschauer von einem Training der Profi-Mannschaft fernbleiben müssen? Runjaic wollte sich nicht in die Karten blicken lassen: „Es wird sicher weitere Veränderungen geben, aber alle mit Sinn und Verstand. Dieser Verein hat ganz besondere Fans, und das werden wir mitberücksichtigen.“ Eine naheliegende Deutung der Aussage: Ein, zwei Tage in der Woche dürfte es bald ein Geheimtraining bei 1860 geben.

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