Guerrero vermisst Bundesliga

München – Er war in München und Hamburg ein erfolgreicher, aber umstrittener Stürmer-Star. Nun spielt Paolo Guerrero in der brasilianischen Liga für und ist dort sehr erfolgreich. Dennoch beobachtet er auch die Bundesliga intensiv.

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - SEPTEMBER 27: Paolo Guerrero (L) of Flamengo battles for the ball with Rodrigo of Vasco during a match between Flamengo and Vasco as part of Brasileirao Series A 2015 at Maracana Stadium on September 27, 2015 in Rio de Janeiro, Brazil. (Photo by Buda Mendes/Getty Images)
Paolo Guerrero (l.) ist vor der Saison von Corinthians Sao Paulo zu Flamengo Rio de Janeiro gewechselt. Foto: Buda Mendes/Getty Images

Zwei Mal deutscher Meister mit Bayern München

Zwei Mal deutscher Meister, zwei Mal Pokalsieger: Paolo Guerrero hat mit dem FC Bayern vor allem 2005 und 2006 eine erfolgreiche Zeit erlebt. Und auch mit dem Hamburger SV lief es gut – zwei Mal stieß er mit den Hanseaten bis ins Halbfinale des Uefa-Cups vor. 228 Pflichtspiele bestritt er insgesamt für Bayern und den HSV, erzielte dabei 64 Treffer. Doch auch für Skandale sorgte Guerrero, als er etwa eine Kunststoff-Flasche in Richtung eines unzufriedenen Hamburger Fans warf. Letztendlich ging der Peruaner 2012 nach Brasilien. Dort rettete er zuletzt mit seinen Toren die Corinthians vor dem Abstieg. Seit 2015 spielt er beim Mega-Klub Flamengo, beheimatet in Rio de Janeiro.

Guerrero hebt seine Professionalität hervor

„Ich bin sehr professionell, arbeite an mir. Gehe fast nicht aus“, erklärte Guerrero nun seine gewissenhafte Einstellung zum Job als Profi-Fußballer. Der Bild am Sonntag sagte er: „Ich zum Beispiel möchte Fußball spielen und meine Arbeit machen. Professionell sein eben.“ Er arbeite jeden Tag an sich, „früher habe ich nicht viel für mich getan“, gestand der Stürmer-Star und sagte: „Vielleicht habe ich trainiert, gemacht, was die Trainer wollten, aber fast nie an mir gearbeitet.“

Eskapaden aus der Emotion heraus

Seine Eskapaden in Deutschland seien nicht auf das Feiern zurückzuführen gewesen. Schon damals habe er nur bei Team-Abenden mitgefeiert, sonst sei er selten ausgegangen. „Niemand kann mir sagen: Du warst beim Feiern“, so der 31-Jährige, der ergänzte: „Fast alle Sachen, die nicht schön waren, sind auf dem Platz passiert. Wegen meiner emotionalen Seite, die ich vielleicht manchmal nicht kontrollieren konnte.“

Guerrero gibt sich reumütig

„Natürlich war es falsch, was ich gemacht habe“, gab sich Guerero reumütig und fügte an: „Aber es ist passiert und ich habe gelernt. Heute würde ich das nie wieder machen.“

Die Kultur in Brasilien sei ähnlich wie die in seinem Heimatland Peru, führte Guerero aus, er fühle sich in Brasilien „zu Hause“, doch habe er auch noch die Bundesliga und Deutschland im Blick. Allein schon aus familiären Gründen – zwei seiner Kinder leben in Deutschland. „Ich vermisse meine beiden Kinder, ich vermisse die Bundesliga“, erklärte Guerrero und schwärmte von den Höhepunkten einst: „Es waren großen Momente, als wir nacheinander zwei Jahre mit dem FC Bayern die Meisterschaft und den DFB-Pokal gewonnen haben und die ganze Stadt München gefeiert hat. Mit dem HSV waren wir zwei Jahre nacheinander im UEFA-Cup-Halbfinale.“

In dem Interview wurde Guerrero nicht darauf angesprochen, ob er in die Bundesliga mal zurückkehren möchte. Liest man zwischen den Zeilen, kann man aber durchaus diesen Wunsch interpretieren.

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