Hahn oder Drmic: Wen macht Hecking zum „Brecher“?

München – Dieter Hecking wurde von den Bundesliga-Profis in einer kicker-Umfrage zum Verlierer der Hinrunde gewählt, war er doch beim VfL Wolfsburg nach einer Negativ-Serie entlassen worden. In Gladbach startet Hecking nun aber den Neuanfang.

Andre Hahn könnte eine zentrale Rolle unter Trainer Dieter Hecking spielen. Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

„Die Mannschaft zieht sehr gut mit, sie bringt hohes Tempo rein in die Einheiten, zeigt viel Einsatzwillen. Diese Dinge gefallen mir, sind nach einem Trainerwechsel allerdings auch normal. Jeder will sich zeigen“, sagte Dieter Hecking dem kicker über die Motivationslage seiner neuen Mannschaft. Der neue Gladbach-Coach führte aus: „Es ist eine Mannschaft mit viel Perspektive, guten jungen Spielern, die vielleicht noch etwas reifen müssen, aber es ist eine sehr lernwillige Gruppe. Die Mannschaft hat die Tabellensituation angenommen und ist sich der Verantwortung bewusst, dass ein Trainerkollege seinen Platz räumen musste.“

Hecking will Stabilität zurückbringen

In den Abstiegskampf weiter abrutschen sieht Hecking die Borussia nicht. „Es geht darum, schnell etwas mitzunehmen, um auch das Selbstvertrauen aufzubauen. Gelingt das, ist die Qualität vorhanden, um sich aus dieser Situation zu befreien.“ Stabilität und Konstanz wolle er in das Team zurückbringen, „das ist das Entscheidende“, so der Coach, der sagte: „Wir wollen wieder als Gruppe auf dem Platz agieren, die Dinge gemeinsam machen. Da war die Mannschaft zum Ende der Hinrunde vielleicht ein Stück weit überfordert.“

Beim Spielsystem flexibel

Auf welches Spielsystem er künftig setze, ließ Hecking offen: „Richtig ist, dass ich das 4-2-3-1 für ein sehr gutes System halte. Aber ich werde der Mannschaft nichts auferlegen, das sie nicht spielen möchte, und deshalb wird es nicht zwingend unser System für die Rückrunde werden.“ Unter Vor-Vor-Gänger Lucien Favre habe Borussia ein 4-4-2 gespielt, was auch eine Option sei. „Heutzutage ist sowieso alles fließend, da schmunzele ich oft bei den ganzen Systemdiskussionen“, merkte Hecking an.

Eine Innovation für Gladbach?

Eine Innovation könnte es dennoch unter ihm geben: Dass Gladbach mit einem klassischen Mittelstürmer aufläuft. „Die Variabilität, die wir durch die Spielertypen vorfinden, ist erst einmal die bevorzugte Variante. Aber wir müssen auch reagieren können, vielleicht mal einen Brecher vorne reinstellen“, betonte Hecking. Bei seinem Ex-Klub Wolfsburg waren es Spieler wie Bas Dost und am Ende Mario Gomez, die diese Rolle ausfüllen sollten. In Gladbach läuft es auf Andre Hahn zu. „Sicher, wenngleich wir ihn durch die Ausfälle auf der Außenbahn zunächst eher dort benötigen könnten“, sagte Hecking, der noch eine Alternative nannte: „Ich denke auch an Josip Drmic. Ich hoffe, dass beide wertvoller als im ersten Halbjahr werden.“

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