Bundesliga

Hoeneß konnte kaum schlafen

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München – Uli Hoeneß ist wieder ein freier Mann. In seinem ersten Interview sprach der ehemalige Bayern-Präsident über die Zeit im Gefängnis und seine Wünsche für die nahe Zukunft.

„Möchte jetzt meine Ruhe“

„Das alles ist nicht so einfach zu vergessen. Das ist nicht so einfach zu verarbeiten. Ich möchte jetzt meine Ruhe. Ohne Fotografen vorm Haus. Ohne immer in Sorge zu sein, dass hinterm Baum Fotografen lauern, wenn ich mit meiner Frau spazieren gehe. Ich bin in keinem Amt beim FC Bayern mehr. Ich bin nicht Präsident, ich bin gar nichts“, sagte Hoeneß der Bild-Zeitung. Am heutigen Mittwoch wird er zum ersten Mal seit langer Zeit wieder die Allianz Arena betreten und sich das Heimspiel seiner Bayern gegen Mainz ansehen. „Ich werde als freier Mann, als Privatmensch, ins Stadion gehen. Bisher war mir das ja verboten. Ich durfte nur zum Basketball, da auch nur in eine der hinteren Reihen. Ich freue mich sehr, mal wieder ein Spiel live zu sehen“, so der 64-Jährige.

Zahnpasta als Alternative

Ungern denkt er an seine Zeit hinter Gittern zurück. „Ich muss jetzt erst einmal den Kopf freikriegen. Sie können sich nicht vorstellen, was die letzten Jahre für eine Belastung für den Kopf waren – nicht nur im Gefängnis, auch die Zeit davor. Im Gefängnis bin ich jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden, bin zur Arbeit gefahren. Abends um halb sieben, sieben war ich wieder zurück, habe ein bisschen Tischtennis gespielt. Dann habe ich geschlafen – beziehungsweise versucht zu schlafen. So einfach ist es nämlich nicht, im Gefängnis zu schlafen. So ging das jetzt 14 Monate. Ganz zu schweigen von den noch schwierigeren sieben Monaten in Landsberg. Die Stunden an der Säbener Straße waren natürlich angenehm. Was anderes als im Gefängnis. Die Alternative dazu wäre es gewesen, Zahnpasta einzupacken“, erzählte Hoeneß, der noch anfügt: „Ich möchte betonen, dass ich sowohl im Gefängnis in Landsberg als auch im Freigängerhaus in Rothenfeld von allen – besonders von den Beamten – äußerst korrekt behandelt wurde.“

Schafkopf zur Rückkehr

Sehr gefreut hat sich der ehemalige Bayern-Präsident über den Empfang zu Hause. „Mein Sohn hat mir gesagt, ich dürfe morgens nicht zu lange schlafen, weil es ein Weißwurstfrühstück gebe. Ich habe mich dann von sechs Uhr bis acht Uhr aufs Ohr gehauen. Dann die Überraschung: Als ich aufgestanden bin, gab es fünf Lieder, während wir gefrühstückt haben, und ein paar Weißbier. Das war ein schöner Empfang. Dann haben wir den halben Tag Karten gespielt. Schafkopf, was denn sonst?“, berichtete Hoeneß.

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