Bundesliga

„Integrationsplan“ für Großkreutz

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München – Diverse Eskapaden und fünf Monate Wettkampfpause durch einen verpatzten Wechsel nach Istanbul – für Weltmeister Kevin Großkreutz lief es zuletzt nicht gut. Beim VfB Stuttgart soll sich das nun ändern. Unterstützung bekommt der gebürtige Dortmunder dabei von Mitspielern und Verantwortlichen.

Niedermeier begrüßt Großkreutz bei WhatsApp

Die mannschaftsinterne WhatsApp-Gruppe des VfB Stuttgart begrüßte ihr neuestes Mitglied herzlich. Chat-Organisator Georg Niedermeier fügte Kevin Großkreutz – Online-Spitzname „Fisch“ – hinzu. Die Kollegen sind vom abgestürzten Weltmeister, der in der Winterpause von Galatasaray Istanbul zum VfB kam, begeistert. Großkreutz gibt sich intern ruhig, zurückhaltend. Nach einigen Aussetzern in der Vergangenheit gibt es für 27-Jährigen in Stuttgart extra einen „Integrationsplan“, damit er sich wieder voll auf das Fußballspielen konzentrieren kann, berichtet die Sport-Bild.

500 Meter bis zum Trainingsplatz

Großkreutz wohnt im Hilton-Hotel, das nur 500 Meter vom Trainingsplatz entfernt liegt. So soll gesichert werden, dass der Ex-Dortmunder nur Fußball im Kopf hat und jederzeit Extra-Einheiten einlegen kann. Dass er es trotz fünf Monaten ohne Pflichtspiel noch kann, bewies er bei seinem Debüt für den VfB in Köln. Beim Auswärtssieg der Schwaben lief Großkreutz mit12,1 Kilometer mehr als jeder andere und führte die meisten Zweikämpfe (25). „Er hat ein halbes Jahr nicht gespielt und rennt hier wie ein Pferd“, schwärmte Kollege Timo Werner und ergänzte: „Das können nicht viele in der Bundesliga.“ Die fehlende Praxis war Großkreutz dennoch anzumerken, nur 20 seiner 35 Pässe kamen an.

Dutt stellt sich vor seinen Neuzugang

Zur Spezialbehandlung für den Weltmeister zählt auch, dass sich die Verantwortlichen um Robin Dutt vor ihren Neuzugang stellen, auch wenn es gegen den Bundestrainer geht. „Jogi Löw steht es als Bundestrainer zu, Kritik zu äußern, auch wenn wir seine Einschätzung in diesem Fall nicht teilen“, sagte Dutt zur Sport-Bild. Löw hatte Großkreutz zuletzt scharf für sein Pendeln zwischen Deutschland und Istanbul kritisiert. „Es war mit Galatasaray abgesprochen, dass Kevin freitags bis sonntags nach Deutschland durfte. Er hat da keine Regeln gebrochen“, sagte Dutt.

Presseauftritte nur nach Absprache

Der Sportdirektor schwärmt geradezu von Großkreutz: „Wir haben an Kevins Einstellung überhaupt keine Zweifel und sind davon überzeugt, dass er bei uns eine sehr gute Rückrunde spielen wird. Er verhält sich hier vorbildlich. Kevin hat verstanden, worum es geht, er hängt sich voll rein.“ Großkreutz selbst hält sich bewusst zurück: Jeder Auftritt wird mit der Presseabteilung des Vereins abgesprochen. In der Kabine kümmert sich vor allem Sitznachbar Niedermeier um ihn. Wie sehr sich Großkreutz integrieren will, sieht man auch bei Instagram. Sein Lieblings-Hashtag, so der Sport-Bild-Bericht, #isso („ist so“) hat von ihm mittlerweile den schwäbischen Zusatz #ischso bekommen.

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Über Carsten Ruge

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