Klopp: Bundesliga-Titelkampf offen

München – Jürgen Klopp hat als Trainer des FC Liverpool volles Programm. Nach dem Sieg am Samstag gegen Tabellenführer Leicester City steht am Mittwoch die Partie beim AFC Sunderland an. Die Reds wollen weiter an die Europacup-Plätze heranrücken. Klopp hat zwischendurch nun der Bild-Zeitung ein Interview gegeben, das in zwei Teilen veröffentlicht wird. Im ersten Teil äußerte sich Klopp über den Titelkampf in der Bundesliga und über mögliche Verstärkungen für Liverpool.

LIVERPOOL, ENGLAND - DECEMBER 13: Jurgen Klopp, manager of Liverpool applauds the crowd after the Barclays Premier League match between Liverpool and West Bromwich Albion at Anfield on December 13, 2015 in Liverpool, England. (Photo by Alex Livesey/Getty Images)
Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool bereits zwei Siege gegen den am jeweiligen Spieltag amtierenden Tabellenführer gefeiert (Manchester City, Leicester City). Foto: Alex Livesey / Getty Images

Bilanz: 4 Siege, 3 Remis und 3 Niederlagen

Seit Mitte Oktober trainiert Jürgen Klopp nun den FC Liverpool, seine Auftaktbilanz in der Premier League mit vier Siegen, drei Remis und drei Niederlagen sieht der 48-Jährige als durchschnittlich an. „Wir hatten schon ganz, ganz tolle Momente und Spiele, aber auch ein paar weniger gute Ergebnisse“, sagte Klopp und führte aus: „Das ist aber für jeden, der ein bisschen nachdenkt, völlig normal. Bis hierhin ist alles komplett in Ordnung. Klar, dass es immer noch ein bisschen besser sein könnte, aber es hätte ja auch viel schlechter laufen können. Fest steht: der FC Liverpool ist ein richtig geiler Klub, und es macht riesig Spaß, hier zu arbeiten.“

Titel als Pflicht?

Leistungsdruck bei den Reds spielte Klopp etwas herunter. Angesprochen auf seine Aussage zum Antritt bei Liverpool, er wolle in den kommenden vier Jahren einen Titel gewinnen, korrigierte Klopp lachend: „Ich habe nicht gesagt, ich möchte, ich glaube ich habe gesagt, ich muss.“

Klopp: Können auf Transfermarkt reagieren

Mit der Qualität des Kaders wirkt Klopp zufrieden, doch aufgrund zahlreicher verletzter Spieler und vieler Pflichtspiele in kurzer Zeit wirkt der ehemalige Dortmund-Coach nicht abgeneigt, die kommenden Wochen noch einen Transfer zu tätigen. „Wir haben ein paar Verletzte und müssen überlegen, ob wir darauf reagieren oder nicht. Aber wir sind mit der Qualität des Kaders komplett einverstanden“, betonte Klopp und ergänzte: „Wenn wir reagieren müssten, dann könnten wir das tun.“

Klopp beklagte jedoch durch den eng terminierten Matchkalender zu wenig Zeit zu haben, um mit der Mannschaft an der Taktik zu feilen. „Das Problem ist viel eher, dass wir durch die Vielzahl der Spiele zu wenig Zeit haben, in Ruhe zu arbeiten. Dieses Problem gäbe es auch, wenn wir einen Neuzugang integrieren müssten.“

„BVB spielt richtig gute Saison“

Auch die Bundesliga beobachtet Klopp noch – und er hält das Titelrennen trotz vermeintlicher Dominanz des FC Bayern für offen. „Die Bayern haben zwar eine der besten Mannschaften der Welt, und sie spielen nun mal in der Bundesliga, was es für alle anderen Teams nicht leichter macht“, stellte Klopp fest, er schob allerdings nach: „Aber wenn Borussia Dortmund das letzte Spiel vor der Winterpause in Köln gewonnen hätte und die Bayern ihr Spiel nicht, dann wäre es doch sofort wieder richtig eng geworden. Doch auch jetzt ist die Saison noch längst nicht entschieden, selbst wenn es zwischenzeitlich mal so aussehen mag. Tatsache ist, dass der BVB eine richtig, richtig gute Saison spielt.“

Guardiola als Bereicherung für die Premier League

Dass womöglich FC-Bayern-Trainer Pep Guardiola in der kommenden Saison in der Premier League Manchester City trainiert, empfindet Klopp als Bereicherung und Herausforderung zugleich. „Wenn es wirklich so eintritt, dann kommt der möglicherweise beste Trainer der Welt, und das würde es für alle anderen Mannschaften noch mal ein bisschen schwerer machen“, bewertete Klopp die mögliche Konkurrenzsituation für die Saison 2016/17.

Allerdings hält Klopp den Guardiola-Wechsel noch nicht für in Stein gemeißelt: „Wenn an diesem Gerücht genau so viel dran ist, wie an allen anderen Transfergerüchten hier, dann geht Pep ganz woanders hin…“

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