Lars Stindl: Olympia statt Europameisterschaft?

München- Mit seinen starken Leistungen hatte Lars Stindl großen Anteil an der guten Hinrunde der Gladbacher. Im Interview mit dem kicker sprach er über den Rückrundenauftakt gegen Dortmund und erklärte, warum er sich wenig Hoffnungen auf eine Nominierung für das DFB-Team macht.

 during the UEFA Champions League Group D match between Manchester City and Borussia Monchengladbach at Etihad Stadium on December 8, 2015 in Manchester, United Kingdom.
Will mit Gladbach erneut in die Champions-League: Lars Stindl. Foto: Alex Livesey/Getty Images

Gladbach will Revanche gegen den BVB

Am Samstag trifft Stindl im Borussen-Duell mit Gladbach auf Dortmund. Noch gut erinnert er sich an das 0:4-Debakel im Hinspiel. „Ein ganz schlechtes Spiel von uns, da gibt es nichts zu beschönigen. Wir müssen uns am Samstag trotzdem nicht verstecken“, so der Offensivspieler. Nach Siegen über Bayern, Wolfsburg und Schalke im Borussia-Park halte er aber auch einen Sieg gegen den BVB für möglich. Gladbach sei in einem großen Kreis an Mannschaften, die „um die weiteren Plätze“ hinter Bayern und Dortmund kämpften. Angesichts der starken  Konkurrenz aus Schalke, Leverkusen, Wolfsburg und Hertha agiere man aber ohne Druck. „Wer so etwas einmal in seiner Karriere erlebt hat, will solche Momente wiederholen“, so Stindl über die Spiele der Gladbacher in der Königsklasse. Als Tabellen-Vierter schied die Elf vom Niederrhein in dieser Champions-League-Saison gegen den FC Sevilla, Juventus Turin und Manchester City aus.

Lob für Raffael

Zudem lobte Stindl seinen Partner Raffael in der Offensive. Es sei „ein Genuss, mit Raffa zusammenzuspielen. Er ist ein Ausnahmekicker. Nicht nur bei uns, sondern in der gesamten Bundesliga. Es gibt nur wenige, die diese Qualität besitzen.“ Mit seiner persönlichen Erfolgsbilanz ist er hochzufrieden. „Es lief sensationell für mich – bis auf die ersten fünf Wochen.“ Zwölf Tore und neun Vorlagen hat er in der Hinrunde in 25 Pflichtspielen gesammelt. Die mäßigen Leistungen zu Saisonbeginn sieht er selbstkritisch: „Es lag zum Großteil an mir, nicht an meiner Rolle, auch nicht an Lucien Favre. Meine Leistung hat einfach nicht gestimmt.“ Zu Saisonbeginn spielte Stindl noch auf der Sechser-Position, später im Angriff.

Wenig Hoffnungen auf EM-Nominierung

Angesichts seiner starken Leistungen in Gladbach wurde Stindl nicht zuletzt von Sportdirektor Max Eberl als Kandidat für die Nationalelf ins Spiel gebracht. Es sei zwar „ein Traum für jeden Fußballer, für die Nationalmannschaft zu spielen“, er könne die Situation jedoch realistisch einschätzen. Er verwies auf den enormen Konkurrenzkampf im DFB-Team: „ Der Offensivbereich ist in der Nationalmannschaft unglaublich gut besetzt, mit Spielern, die ständig international dabei sind. Deutschland ist Weltmeister geworden. Das sagt eigentlich genug aus“, so Stindl. Eine Berufung sei zwar ein „Traum“, er konzentriere sich jedoch auf die Rückrunde und werde sich die EM-Spiele dann „im Fernsehen anschauen“, machte er sich selbst wenig Hoffnung, im Sommer in Frankreich dabei zu sein.

Stindl bei Olympia?

Eine mögliche Olympia-Teilnahme bezeichnete er als reizvolle Vorstellung. „Es muss ein sensationelles Erlebnis sein“, kann sich Stindl durchaus für die Idee begeistern. Er habe sich damit aber noch nicht befasst. Zudem sieht er bei einer Teilnahme am olympischen Fußball-Turnier Probleme für den weiteren Saisonverlauf. „Der Termin liegt ja nicht gerade günstig, weil er mitten in die heiße Vorbereitungsphase fällt“, beklagte der 27-Jährige.

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