Keine Milch, Kuchen zuerst – Lewandowski erklärt Ernährungsumstellung

München –Robert Lewandowski hat in einem Interview mit der Welt am Sonntag die Vorteile seiner Ernäherungsumstellung erklärt und betont, dass ihn Wechselgerüchte nicht aus der Konzentration bringen.

Arsenal's French defender Mathieu Debuchy (L) and Bayern Munich's Polish striker Robert Lewandowski vie for the ball during the UEFA Champions League Group F second-leg football match between FC Bayern Munich and Arsenal FC in Munich, southern Germany, on November 4, 2015. AFP PHOTO / CHRISTOF STACHE (Photo credit should read CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)
Robert Lewandowski besitzt noch bis 2019 einen Vertrag beim FC Bayern. Foto: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Drei-Gänge-Menü getauscht

Zuerst die Nachspeise, dann die Hauptmahlzeit – so ähnlich mag es wirken, wenn Robert Lewandowski seine Mahlzeit mit den Teamkollegen einnimmt. Der Stürmer des FC Bayern isst beispielsweise erst Kuchen, dann folgen Nudeln oder Fleisch und am Ende Salat oder Suppe.

„Eine gesunde Ernährung ist mir wichtig, und diese Methode bekommt mir sehr gut. Sie verbessert die Fettverbrennung. Meine Frau Anna hat sie mir vorgeschlagen“, erklärte Lewandowski der Welt am Sonntag. Es sei ein Vorschlag seiner Frau Anna gewesen, die Karate-Meisterin ist und als Fitness-Trainerin und Beraterin arbeitet.

Ehefrau ist Ernäherungsexpertin

„Sie verfügt über ein enormes Wissen über die Funktionsweise unseres Körpers und die richtige Ernährung. Sie macht das richtig gut. So gut, dass viele andere Spieler aus dem internationalen Fußball mit ihr arbeiten wollen“, schwärmte Lewandowski von seiner Frau.


 

Quelle: Account von Anna Lewandowski bei Instagram.com


 

Lewandowski verzichtet auf Milchprodukte

Er selbst fühle sich seit der Umstellung „noch fitter“ und habe mehr Kraft. „Ich glaube, das liegt auch daran, dass ich auf Milchprodukte verzichte. Früher habe ich zum Frühstück immer Müsli mit Vollmilch gegessen. Da kam es schon mal vor, dass ich mich am Vormittag vor dem Training etwas schlapp fühlte. Heute trinke ich nur noch Mandel-, Kokosnuss- oder Reismilch“, führte der 27-Jährige aus.

Schoko-Riegel wie Snickers oder Mars, die er einst geliebt habe, esse er nur noch selten. Früher habe er zudem nur weiße Schokolade und Vollmilch gegessen, die ganz süßen Sorten, nun reiche ihm ein Stück dunkle Schokolade mit hundert Prozent Kakao-Anteil.“Man muss zwar auch genießen, doch vor allem lebe ich für meinen Sport“, sagte Lewandowski.

Keine klassische Neun

Geht es um taktische Fragen, sieht sich Lewandowski nicht als klassischer Strafraumstürmer. „Im modernen Fußball kannst du nicht mehr einfach im Strafraum lauern und auf Bälle warten, wie es der klassische Stürmer früher tat. Du musst mitspielen. Ich versuche, auch für die anderen Spieler Räume aufzureißen“, erklärte der polnische Nationalspieler und ergänzte: „Viele Mannschaften spielen gegen uns mit sechs Verteidigern und mindestens zwei defensiven Mittelfeldspielern. Das ist für uns und mich nicht immer einfach. Sie sind schon zufrieden, wenn sie mit einem 0:1 oder 0:2 nach Hause fahren. Inzwischen haben wir uns darauf eingestellt. Ich muss geduldig sein und immer neue Lösungen für diese Situationen finden.“

Mit Druck, so Lewandowski, könne er gut umgehen. „Ich empfinde Druck immer als Ansporn. Auch nach vielen Spielen auf der ganzen Welt habe ich weiterhin jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich in ein volles Stadion einlaufe. Oder die Zuschauer meinen Namen rufen“, sagte er und betonte: „Der Fußball ist immer technischer geworden. Du brauchst Finesse, und die hast du nur mit Lockerheit.“

Respekt vor Juventus Turin

Für dem kommenden Gegener im Champions-League-Achtelfinale zeigte Lewandiwski großen Respekt: „Juve ist eine super Mannschaft, die eher defensiv spielt, sehr kompakt steht und auf Konter lauert. Italienische Teams sind immer gefährlich. Zu Beginn der Saison hatte Turin Probleme, jetzt sind sie voll da. Gegen Juve musst du Vollgas geben! Wenn wir die Champions League gewinnen wollen, müssen wir in diesen Partien bestehen.“

Den Kampf um die Meisterschaft sieht Lewandowski zudem noch lange nicht entschieden. Er warnte erneut vor Konkurrent Borussia Dortmund: „Ich habe nie Angst. Allerdings spielt der BVB bislang eine sehr gute Saison. Mit Dortmund hatten wir in der Saison 2011/2012 bereits sieben Punkte Vorsprung auf die Bayern, und doch kamen sie noch mal ran, und es wurde spannend. Wir müssen also immer aufpassen. Im Fußball darfst du dir nie zu sicher sein.“

Wechselgerüchte lassen Lewandowski kalt

Gerüchte, wonach er kommende Saison zu Real Madrid wechseln werde, tat Lewandowski ab: „Schon als ich 18 war, gab es immer wieder Anfragen und Gerüchte. Bereits damals habe ich gelernt, damit umzugehen. Ich kann das gut ausblenden. Es lenkt mich nicht ab. Für mich ist das inzwischen normal. Es interessiert mich aber gar nicht.“

Ein Treuebekenntnis zum FC Bayern wollte er jedoch nicht abgeben. „Als Fußballprofi ist das schwer zu sagen. Ich habe so oft erlebt, dass Spieler so etwas gesagt haben. Und dann kam ein anderer Trainer, und sie waren nicht mehr so gefragt. Oder sie bekamen ein hochinteressantes Angebot. In jedem Fall fühle ich mich bei Bayern sehr wohl und werde immer alles für die Mannschaft geben, solange ich hier bin. Ich konzentriere mich ausschließlich auf den FC Bayern.“

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