Interview am Morgen

Hornschuh: Schalke-Wechsel? – auf keinen Fall

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München – Marc Hornschuh ist der Senkrechtstarter des FC St.Pauli. Als Last-Minute-Transfer und potenzieller Ergänzungsspieler ist er im Sommer 2015 vom FSV Frankfurt nach Hamburg gewechselt und hat sich binnen weniger Monate zu einer unverzichtbaren Stammkraft entwickelt.

Bereits mit elf Jahren war Hornschuh Teil von Borussia Dortmund. Er durchlief zudem von der U15 bis zur U21 sämtliche Jugend-Nationalmannschaften. Über die dritte Liga ging es dann aber trotzdem lange Zeit nicht hinaus. 2011 zählte er zum Meisterteam der Dortmunder Profis, auch wenn ihm ein Einsatz verwehrt blieb. Im Januar 2012 wechselte er zum damaligen Zweitligisten FC Ingolstadt. Doch bei Trainer Thomas Oral erhielt er kaum Einsatzzeit. Er wechselte zurück zu Borussia Dortmund. In der U 23 der Schwarz-Gelben fand Hornschuh wieder das Vertrauen in die eigene Stärke und entwickelte sich in der Drittliga-Saison 2014/15 unter Trainer David Wagner zum Kapitän und Wortführer des Teams.


Video: Marc Hornschuh erklärt seinen Wechsel zum FC St. Pauli


Im März 2015 wagte er erneut einen Wechsel und unterschrieb einen Vertrag für die neue Spielzeit bei Zweitligist FSV Frankfurt.Trainer Benno Möhlmann und Uwe Stöver als Sportdirektor des FSV hatten den Defensiv-Allrounder von einem Wechsel überzeugt. Doch als Hornschuh kam, waren die beiden entlassen. Bei Hornschuhs Dienstantritt Ende Juni hieß der FSV-Trainer: Tomas Oral.

Hornschuh bekam gesagt, dass der FSV ohne ihn plane. In letzter Sekunde folgte der Wechsel als vermeintlicher Ergänzungsspieler zum FC St. Pauli, der sich für ihn nun aber als Glücksfall entpuppte. In Ewald Lienen hat er nun einen Trainer gefunden, der ihm vertraut. Seit seinem Wechsel bestritt er alle möglichen 15 Spiele in der 2. Bundesliga, davon 13 über 90 Minuten. Am vergangenen Wochenende erzielte er beim 2:0-Sieg in Fürth sein zweites Saisontor. Erste Gespräche über die Ausweitung seines bis 2016 laufenden Kontrakts, der ohnehin eine Option bis 2017 besitzt, haben bereits stattgefunden. Hornschuh fühlt sich auf St. Puali eben richtig wohl.

Im Exklusiv-Interview mit fussball.news spricht Hornschuh nun über seine Entwicklung, seinen Trainer Ewald Lienen und er erklärt, zu welchem Verein er niemals wechseln würde.

fussball.news: Gibt es eigentlich Klubs, zu denen Sie sich einen Wechsel in Ihrem weiteren Karriereverlauf
überhaupt nicht vorstellen können?

Hornschuh: Ja, definitiv. Einen Wechsel zu Schalke 04 kann ich mir nicht vorstellen. Ich war solange in
Dortmund, mein Vater ist BVB-Fan, das passt einfach nicht. Ich bin ja auch gebürtiger Dortmunder. Selbst wenn es das einzige Angebot wäre, würde ich es nicht machen.

fussball.news: Der FC St Pauli und damit auch Sie selbst stehen in der Hamburger Medienwelt täglich im
Fokus, während das Arbeiten beim BVB II sicher ein Stück weit ruhiger war. Wie gehen Sie mit dem neuen Rummel um? Nervt es auch schon mal?

Hornschuh: Klar, die Anfragen werden mehr. Die Reporter und Journalisten in Hamburg sind aber alle eigentlich ganz angenehm, deshalb bin ich da recht relaxt. Wenn es mal zuviel wird, bitte ich darum, mich mal eine Woche in Ruhe zu lassen. Unsere Presseabteilung stimmt da aber alles sehr gut ab.


Externer Link zur Hamburger Morgenpost: Welcher Spieler Hornschuh zum FC St. Pauli lockte


fussball.news: Womit lenkt sich Marc Hornschuh denn privat vom Fußball ab?

Hornschuh: Ich gehe gerne in verschiedene Cafes und trinken einen Kaffee, da hat man ja in Hamburg tausende Möglichkeiten. Ansonsten gehe ich auch häufiger mit meiner Freundin oder Freunden ins Kino. Ab
und an spiele ich mit Kumpels an der Playstation, aber dann eher Fifa, zu Shooter-Spielen hatte ich nie einen wirklichen Bezug zu.

fussball.news: Gerade für einen jungen Spieler sind Sie bei Social Media recht wenig aktiv. Warum?

Hornschuh: Ich habe einen Kanal bei Instagram, ansonsten halte ich mich da raus. Ich bin so schon so viel am
Handy, wenn ich dann noch bei Facebook und Twitter aktive wäre, würde das einfach zu viel Zeit kosten. Ich poste circa einmal die Woche ein Bild, aber dann reicht es auch.

theres something more important than football #refugeeswelcome ??

Ein von Marc Hornschuh (@marchornschuh91) gepostetes Foto am

fussball.news: Bei Ihrem Tor zum 1:0 am Wochenende gegen Fürth standen Sie wohl mit einer Fußbreite im
Abseits. Wie stehen Sie zum Videobeweis?

Hornschuh: Nach so einer Situation ist das schwer zu sagen. Prinzipizell bin ich aber schon dafür, weil es die
Fairness für alle erhöht.

fussball.news: Der FC St. Pauli ist Vierter, bis auf den Dritten aus Nürnberg sind es drei Punkte. Auch der
Start in die Rest-Spielzeit mit dem 2:0-Sieg in Fürth ist geglückt. Freitag geht es gegenTabellenführer Leipzig. Zeigt sich nach den 90 Minuten endgültig, ob St. Pauli bis zum Ende der Saison um den Aufstieg mitspielt?

Hornschuh: Wir haben immer die Philosophie, dass wir nur von Spiel zu Spiel schauen. Freitag erwartet uns ein
Top-Gegner, da müssen wir mannschaftlich geschlossen agieren, weil sie individuell stark sind. Wir müssen uns wie in Fürth auf die Defensive konzentrieren, aggressiv in unserer Zone sein und bei Ballgewinnen schnell kontern. In der Tabelle liegt alles eng beeinander, da müssen wir noch ein paar Spiele abwarten, um zu sehen, wo es hingehen kann.

fussball.news: Ein Szenario: Der erste Bundeslig-Spieltag 2016/2017. Borussia Dortmund spielt gegen den FC St.Pauli – mit Marc Hornschuh im Trikot der Kiez-Kicker. Wie klingt das?

Hornschuh: Wie ein Traum. Ich hätte aber nichts dagegen, wenn er wahr wird.

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Das nächste Interview am Morgen folgt voraussichtlich am Montag.

Anmerkung der Redaktion: fussball.news veröffentlicht in der Regel von Montag bis Donnerstag jeweils um 6 Uhr das „Interview am Morgen“. Zu den Gesprächspartnern zählen aktuelle Bundesliga-Spieler ebenso wie ehemalige Spieler-Legenden oder Funktionäre und Experten. Bei Bedarf wird das exklusive Gespräch in einen Fließtext mit exklusiven Zitaten umgewandelt.

Über David Reininghaus

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