Matthäus-Analyse vernichtet FC-Bayern-Defensive

München – Bis auf die Champions League hat Lothar Matthäus alle großen Titel in seiner Karriere als Profi gewonnen. Sein Sachverstand ist groß – und wenn er, wie in seiner Kolumne in der Sport-Bild, den Spielstil einer Mannschaft analysiert, ist es meist gut erklärt und nachvollziehbar. Dennoch wirkt seine aktuelle Kolumne in der nun am Mittwoch erscheinenden Ausgabe wie ein Rundumschlag gegen den Spielstil seines ehemaligen Klubs FC Bayern München.

MUNICH, GERMANY - AUGUST 22: Lothar Matthaeus attends the SKY Media Network - Bundesliga Season Opening Party at Heart on August 22, 2014 in Munich, Germany. (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)
Lothar Matthäus hat mit dem FC Bayern sieben Mal die deutsche Meisterschaft gewonnen. Foto: Andreas Rentz / Getty Images

Dreierpacks im 15-Minuten-Takt

Ob zuletzt beim 1-3 gegen Gladbach oder jeweils bei den CL-Halbfinals der vergangenen beiden Saisons, als der FC Bayern gegen Real Madrid und den FC Barcelona ausgeschieden war: Jeweils in weniger als 20 Minuten kassierten die Münchner drei Gegentore. Lothar Matthäus thematisiert diese Schwäche der FC-Bayern-Abwehr in seinem Gastbeitrag. „Es nicht zu übersehen, dass der FC Bayern bei Rückständen schnell einzubrechen droht“, schreibt Matthäus.

Der Philosophie von Guardiola geschuldet

Der Weltmeister von 1990 macht es an der Philosophie von Trainer Pep Guardiola fest. „Guardiolas Profis sind es gewohnt, den Gegner durch dominantes Offensivspiel einzuschnüren. Nach Rückständen wollen die Bayern dann zu schnell zu viel. Sie werden noch offensiver und verlieren die Ordnung im Spiel.“. Ein Gegner, der in der Offensive gut besetzt sei, habe dann leichtes Spiel noch ein Tor nachzulegen. „Guardiola kann nicht defensiv“, betont Matthäus. Gegner mit der Nadelstich-Taktik und einer gut besetzten Offensive würden dem FC Bayern deshalb große Probleme bereiten können.

Im Visier: Benatia

Auch spart Matthäus mit Einzelkritik nicht aus. Neben Jerome Boateng fehle ein zweiter Verteidiger mit dem Prädikat Weltklasse, so der Franke, die Münchner Abwehr lasse sich zu schnell überrenen. Da Javi Martinez und Holger Badstuber oftmals verletzt seien, sei in der vergangenen Saison überhaupt erst die Verpflichtung  von Defensiv-Akteur Medhi Benatia erfolgt. Doch Matthäus spricht dem Marokkaner das internationale Format ab.

„Benatia ist kein Spieler für den FC Bayern, dafür fehlt ihm die spielerische Klasse“, betont der gebürtige Franke und legt nach: „Die 28 Milionen Euro an Ablöse waren schlichtweg zu viel.“ Der Marokkaner, 2014 vom AS Rom geholt, sei ein passabler Vorstopper mit gutem Kopfballspiel, robust im Zweikampf, für das Spei von Guardiola besitze er jedoch zu wenig spielerische Klasse und Technik. Hinzu komme, dass Benatia relativ unbeweglich sei.

Matthäus hat für den Gewinn der Champions League auch PSG auf der Rechnung.

Zwar sieht Matthäus mit dem FC Barcelona, Real Madrid und Paris Saint-Germain überhaupt nur drei Teams in Europa, die dem FC Bayern den Triumph in der Champions League streitig machen könnten. Doch alle drei Teams seien mit Spielern bestückt, die in der Lage seien, die Defensive der Bayern schnell zu  überwinden.

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