Bundesliga

Müller-Klage abgewiesen

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München – Die Klage von Ex-Torwart Heinz Müller gegen seinen ehemaligen Klub Mainz 05 ist in zweiter Instanz abgewiesen worden. Damit kommt es vorerst nicht zu einem zweiten Bosman-Urteil. Wie der Rechtsstreit zwischen den Parteien weitergeht, bleibt offen.

Besonderheiten im Profifußball

Die Zulässigkeit befristeter Arbeitsverträge im Profifußball ist bis auf Weiteres gewährleistet. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz entschied heute, dass „die Befristung eines Arbeitsverhältnisses zwischen einem Fußballverein der ersten Bundesliga und einem Lizenzspieler zulässig ist, wenn sich durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist“. Laut Richter Michael Bernardi ergibt die Gesamtbetrachtung des Profifußballs bestimmte Besonderheiten. Dazu gehört das berechtigte Interesse der Vereine an Befristungen. Denn es bestehe ein außergewöhnlich hohes Maß an der Ungewissheit der sportlichen Leistung auf Dauer – unabhängig vom Alter des Spielers, etwa durch Verletzungen oder Leistungstäler.

In die zweite Mannschaft abgeschoben

Der Ex-Keeper hatte gegen den Klub geklagt, da er trotz der Verlängerung seines Vertrages im Jahr 2012 um weitere zwei Jahre vom damaligen FSV-Coach Thomas Tuchel zur zweiten Mannschaft abgeschoben worden war. Der 37-jährige sah sich dadurch der Chance beraubt, dass sich sein Kontrakt durch eine bestimmte Anzahl an Profi-Einsätzen (23) automatisch um ein Jahr verlängert.

Keine Abfindung für Müller

Die von Müller verlangte Abfindung in Höhe von 429.000 Euro war ihm vom Arbeitsgericht Mainz im März 2015 nicht zugesprochen worden. Dies bestätigte nun das jüngste Urteil mit dem Argument, dass die Entscheidung über eine Abstufung in die zweite Mannschaft „dem freien Ermessen“ des Trainers unterliege.

Revision möglich

Damit kommt es vorerst nicht zu einem weitreichenden Urteil für den Profi-Fußball. Eine Revision vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt oder sogar dem Europäischen Gerichtshof ist aber möglich, falls Müller sich zur weiteren Schritten entschließt. „Wir werden heute nicht entscheiden, ob wir in Revision gehen“, sagte Müller-Anwalt Horst Kletke: „Aber der endgültige Ausgang des Verfahrens ist offen. Das ist das Urteil zwischen der ersten und dritten Instanz.“

DFL begrüßt Urteil

Positiv wurde die Entscheidung bei der DFL zur Kenntnis genommen. „Der Vorsitzende Richter Bernardi hat in überzeugender Weise begründet, warum die Eigenart der Arbeitsleistung bei Profifußballern unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Besonderheiten des professionellen Mannschaftssports einen sachlichen Grund für die Befristung von Arbeitsverträgen nach Paragraph 14 TzBfG darstellt.“

Über Carsten Ruge

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