Nach Krawallen von Dortmund: 32 Strafverfahren eingeleitet

Im Zuge der Aufarbeitung der Gewalttaten von Fans von Borussia Dortmund im Rahmen des Spiels gegen RB Leipzig sind 32 Strafverfahren eröffnet worden.

32 Strafverfahren nach Krawallen eingeleitet (Photo by FIRO/FIRO/SID/)
32 Strafverfahren nach Krawallen eingeleitet (Photo by FIRO/FIRO/SID/)

Das bestätigte Nordrhein-Westfalens Polizeiinspekteur Bernd Heinen in einer Aktuellen Viertelstunde im Landtag. 17 Verfahren betreffen den Strafbestand der Körperverletzung.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) forderte bei der Aufarbeitung die Mithilfe der friedfertigen Fans. „Es ist entscheidend für den Fortbestand des deutschen Fußballs, dass in den Kurven klar ist: Wir decken solche Leute nicht, wir offenbaren, wer hier Täter ist. Nur so können sich auch die Ultras davor schützen, allgemein in Verantwortung gezogen zu werden“, sagte Jäger am Donnerstag.

Zudem bestätigte Heinen den Brief von RB Leipzig an das NRW-Innenministerium vom 21. November mit der Bitte um mehr Schutz bei den Auswärtsspielen in Dortmund, Mönchengladbach und Schalke. Dies betraf allerdings nur die Sicherheit des Mannschaftsbusses, vor allem bei der Anreise vom Hotel zum Stadion. Innenminister Jäger sicherte Leipzig in seiner Antwort vom 9. Januar in Absprache mit den örtlichen Polizeibehörden „Maßnahmen und alternative Konzepte“ zu.

FDP-Politiker Marc Lürbke kritisierte derweil die Einschätzung der Lage durch die Polizei. „Man muss sich fragen, warum die Polizei die zuvor bekannte Wechselwirkung der Fans nicht auf dem Zettel hatte“, sagte Lürbke. Er bemägelte, dass die Partie nicht als Risikospiel eingestuft worden war und sprach zudem von einer „organisierten Unverantwortlichkeit“ des Innenministeriums.

Das Spiel zwischen Dortmund und Leipzig war als „gelbes Spiel“, also mit der zweithöchsten Sicherheitsstufe eingestuft worden. Die Bereitschaftspolizei zählte laut Heinen zunächst 237 Beamte und damit mehr als bei den Spielen in Köln (185) und Leverkusen (87), in deren Vorfeld es bereits zu Angriffen auf den Leipziger Mannschaftsbus gekommen war. Als die Lage eskalierte, wurde eine zusätzliche Reserve-Hundertschaft aus dem Umland beordert.

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