Neuer will offenbar nicht ewig beim FC Bayern bleiben

München – Trotz der verpatzten Generalprobe des FC Bayern durch das 1:2 beim Zweitligisten aus Karlsruhe gibt sich Welttorhüter Manuel Neuer entspannt und verdeutlichte im Interview mit FUNKE-Sport-Chefredakteur Pit Gottschalk, sich voll und ganz auf den Rückrundenstart mit dem Duell in Hamburg konzentrieren. 

Manuel Neuer will in dieser Saison viele Titel mit dem FC Bayern holen. Foto: Paul Gilham/Getty Images
Manuel Neuer will in dieser Saison viele Titel mit dem FC Bayern holen. Foto: Paul Gilham/Getty Images

Generalprobe nicht überbewerten

„Es war ein Testspiel. Was zählt ist Hamburg“, blieb Neuer ruhig und wollte die Niederlage mit 1:2 beim KSC nicht überbewerten.

Neuer versteht Guardiola

Aufkommende Nervosität durch den anstehenden Abschied von Pep Guardiola im Sommer wollte der Nationaltorhüter nicht erkennen: „Das ist für uns kein Problem. Der Trainer hatte einen Dreijahresvertrag unterschrieben und diesen Vertrag erfüllt er.“ Vielmehr kann er die Entscheidung Guardiolas nachvollziehen: „Wir wissen, dass ein Klubwechsel zum Geschäft gehört. Das ist bei uns Spielern nicht anders. Wir sind alle Profis.“

Ancelotti der richtige Nachfolger

Informationen zum neuen Trainer Carlo Ancelotti wolle sich Neuer demnach noch nicht holen, auch wenn er von den Qualitäten des Italieners überzeugt ist: „Ancelotti ist kein unbekannter Trainer. Er hat in einigen großen Vereinen schon Erfolg gehabt und sehr gute Arbeit verrichtet.“

Jetzt zählt nur Hamburg

Viel wichtiger sei für Neuer ohnehin der anstehende Rückrundenauftakt beim Hamburger Sportverein, was er als eine alles andere als einfache Aufgabe sieht: „Moment, auswärts haben wir uns gegen den HSV immer schwer getan. Es gab ein paar Spiele, in denes es ein bisschen hin und her ging.“ Auch deswegen warnte der Bayern-Keeper im Vorhinein: „Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht die Ordnung verlieren. Ich kann mich an ein Spiel erinnern, in dem die Hamburger sehr aggressiv waren.“

Deutsche Meisterschaft kein Selbstläufer

Ein Sieg in Hamburg wäre für Neuer und den FCB jedoch nicht mehr als ein kleiner Schritt in Richtung Titelverteidigung. Entschieden sieht er die Meisterschaft auch dann noch lange nicht: „Das sehe ich überhaupt nicht, dass die Meisterschaft abgehakt ist. Wir hatten gegen Hannover das letzte Spiel. Während des Spiels hatten wir nur drei Punkte Vorsprung vor Dortmund, am Ende waren es doch acht, das kann alles ganz schnell gehen.“ Eine weitere Schwierigkeit sehe der ehemalige Schalker auch darin, dass die gegnerischen Mannschaften immer mit einer Extraportion Selbstvertrauen in die Partien mit den Münchenern gehen.

Vierter Titel in Folge das Ziel

Dennoch zählt für Neuer natürlich nur der Gewinn der Meisterschaft als Erfolg, was einen Eintrag in die Geschichtsbücher bedeuten würde: „Keine Mannschaft in der Bundesliga-Geschichte hat es geschafft, vier Meisterschaften in Folge zu gewinnen. Das ist unser größtes Ziel.“ Sollte der FC Bayern den Titel gewinnen, so Neuer, könne die Saison bereits als erfolgreich gewertet werden.

Neuer: Top-Spieler passen immer zu Bayern

Mit Borussia Dortmund haben die Bayern jedoch einen hartnäckigen Verfolger im Meisterschaftsrennen im Rücken. Ein Grund für den Aufschwung der Schwarz-Gelben ist dabei Pierre-Emerick Aubameyang, von dem auch Neuer beeindruckt ist: „Es ist so, dass er im Rampenlicht steht, Afrikas Fußballer des Jahres geworden ist und er macht einen sehr guten Job beim BVB.“ Deshalb meinte Neuer auch vielsagend: „Ich kenne ihn als Typ nicht. Ich spiele bei Bayern und denke, dass Top-Spieler immer zu Bayern passen.“

Neuer schließt Wechsel nicht aus

Neuer ließ es sich auch nicht nehmen über seine eigene Person zu sprechen und gewährte einen überraschenden Einblick. Einen möglichen Vereinswechsel in der Zukunft schloss er nicht kategorisch aus, wenngleich er sich beim FC Bayern wohl fühle. Neuer erklärte: „Aber ich kann auch nicht ausschließen, dass ich irgendwie mal auf die Idee komme, etwas anderes zu machen.“ Gleichzeitig verwies er aber auch auf sein gültiges Arbeitspapier: „Aber grundsätzlich sind ja die Zeichen mit dem Vertrag bis 2019 gesetzt. Und wir haben erst Januar 2016.“

Neuer wäre gern nach Zürich gereist

Auch zur Weltfußballerwahl verlor der dreimalige Welttorhüter einige Worte und zeigte Verständnis, dass der FC Bayern ihn nicht vom Trainingslager nach Zürich reisen lassen wollte. Nichtsdestotrotz war auch Neuer etwas enttäuscht: „Dennoch ist es für mich schade, wenn von den elf geladenen Spielern einer fehlt, und dann noch die Torwartposition. Dass ich nicht anreisen durfte, ist schade für mich.“

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