Bundesliga

Nowotny traut Bayer Sieg zu

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München – Zehn Jahre lang war er der Abwehrchef bei Bayer Leverkusen. Vor dem Duell mit den großen Bayern erläuterte Jens Nowotny, wie der Werksklub den Deutschen Rekordmeister schlagen kann.

Große Hoffnung auf Sturmduo Chicharito/Kießling

„Leverkusen hat die Mittel dazu im Offensivbereich, wenn die Mannschaft versucht, die Bayern unter Druck zu setzen. Sie darf aber nicht blind mit ein oder zwei Spielern gegen eine Überzahl der Münchener anlaufen. Dafür sind die Bayern zu kombinationssicher und zu stark. Wichtig wird sein, dass Bayer 04 ein Block ist. Wenn sie vorne angreifen, muss hinten rausgerückt werden. Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Wenn sich die Defensive zurückzieht, muss sich die ganze Mannschaft zurückziehen“, sagte der 42-Jährige in einem Gespräch mit bundesliga.de. Große Hoffnungen setzt er dabei das neue Bayer-Traumduo Chicharito/Stefan Kießling. „Am Anfang hat es nicht so gepasst, da hieß es von den entscheidenden Stellen, dass es nicht geht. Jetzt funktioniert es. Das zeigt meines Erachtens eine gewisse Klasse. Man muss sich auf den Sturmpartner erst einmal einstellen und man kann das auch“, urteilte Nowotny.

„Spielt keine Rolle, ob Boateng spielt“

Dass Bayern zahlreiche Ausfälle, darunter Abwehrchef Jerome Boateng, verkraften muss, betrachtete er nicht als großen Vorteil. „Ich schaue bei Spielen mehr auf das Gesamtkonstrukt einer Mannschaft als auf einzelne Spieler. Für mich spielt es keine Rolle, ob ein Boateng spielt oder nicht. Es gibt eine Position, die er bekleidet. Wenn er nicht spielt, kommt ein anderer zum Zug. Die Möglichkeit, ein Spiel zu gewinnen, besteht immer, ganz egal, ob beim Gegner die erste, zweite oder dritte Mannschaft antritt. Man muss seine eigene Leistung abrufen. Wenn man dann nach dem Spiel sagen kann, dass man wirklich alles gegeben hat und es trotzdem nicht gereicht hat, dann ist das eben so“, so Nowotny.

„Bayern kann noch stolpern“

Mit der Entwicklung seines Ex-Vereins in den vergangenen Monaten und Jahren ist er nicht vollauf zufrieden. „Es ist noch etwas durchwachsen. Aber das war es zu meiner Zeit letztendlich auch. Wir hatten auch gute und weniger gute Phasen. Bei Erfolg heißt es, dass man sich toll weiterentwickelt hat, bei Niederlage, dass man noch lernen muss. Es ist ein ständiger Prozess. Die Situation ist augenblicklich wieder gut. Der Club scheint auf Champions-League-Kurs zu sein, wo er mit der Mannschaft auch qualitativ hingehört. Aber es gibt auch noch andere starke Mannschaften“, stellt der ehemalige Nationalspieler. Die Bayern sieht er noch nicht am Ziel. „Die Bayern können noch stolpern. Aber die Frage ist dann, ob die anderen Mannschaften das ausnutzen können“, so Nowotny.

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