Özil: Warum mir in Marseille die Tränen kamen

München – Ein halbes Jahr ist vergangen, doch Mesut Özil denkt immer noch schmerzlich an die Niederlage mit Deutschland im EM-Halbfinale gegen Frankreich zurück.

Mesut Özil muss das 0:2 im Sommer 2016 gegen Frankreich offenbar noch verarbeiten. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Als „bitteres Deja-vu-Erlebnis“ umschrieb Mesut Özil nun im kicker die 0:2-Niederlage im EM-Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich. „Klar sind wir 2014 Weltmeister geworden, haben in Brasilien eine tolle Erfahrung gemacht. Aber schon in den Jahren davor sind wir in den Turnieren immer im Halbfinale gescheitert. 2010 gegen Spanien, 2012 gegen Italien, jetzt gegen Frankreich. Das tat besonders weh – die Enttäuschung ist eigentlich immer noch da“, sagte Özil.

„Wollten Ära begründen“

Warum ist der Schmerz noch so stark vorhanden? Özil führte aus: „Wir wollten der Welt zeigen, dass wir ebenso wie zuvor Spanien eine Ära begründen können. Ich wollte unbedingt Europameister werden, weil ich durch den EM-Triumph mit der U 21 wusste, welch schönes Gefühl das ist. Wir haben die Franzosen in der ersten Halbzeit auseinandergenommen, das Finale war drin.“ Aber dann folgten zwei Gegentore – und bei Özil die Niedergeschlagenheit: „Als dann in Marseille alles aus war, kamen viele Emotionen in mir hoch und auch die Tränen. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass wir dieses Spiel verloren haben, obwohl wir klar die bessere Mannschaft waren.“

Özil ist überzeugt, in einem möglichen Finale gegen Portugal hätte sich das DFB-Team durchgesetzt: „Ich bin sehr gut mit Cristiano Ronaldo befreundet, und die Portugiesen können stolz auf das sein, was sie erreicht haben. Aber wenn ich sehe, wie die ins Finale gekommen sind und gewonnen haben, tut das umso mehr weh. Ich bin mir sicher, wir hätten sie gepackt.“

Was 2018 besser laufen muss:

Auf die Frage, welche Lehren man nun aus dem EM-Aus ziehen könne, antwortete Özil: „Dass man einfach unnötige Sachen abstellt, wie beispielsweise Handspiele im Strafraum und das Vergeben von so vielen Torchancen. Wir müssen eiskalt sein und torhungriger werden. Wenn uns das gelingt, werden wir unser Ziel erreichen.“ Das Ziel für 2018 ist klar vorgegeben: Bei der WM in Russland soll die Titelverteidigung folgen.

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