Bundesliga

Rummenigge: „Eigentor“ von St. Pauli

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München – Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern sieht die Solidarität unter den Bundesliga-Klubs in Gefahr und fordert höhere Einnahmen aus dem Pay-TV-Bereich.

In der Diskussion um die neue Verteilung der TV-Gelder meldet sich nun der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern zu Wort. Karl-Heinz Rummenigge sieht die Solidarität der Bundesliga und die Wettbewerbsfähigkeit des FC Bayern in Gefahr. Seine Alternative: Mehr Konkurrenz im Bereich Bezahlfernsehen. „Ich bin nicht unglücklich über den Antrag des FC St. Pauli. Die Frage lautet: Quo vadis, Bundesliga?“, erklärte Rummenigge gegenüber dem kicker.

St. Pauli will Werksklub von TV-Einnahmen ausschließen

Die Hamburger hatten vorgeschlagen, die vier Bundesliga-Klubs Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg und Hannover von der Verteilung der TV-Gelder auszuschließen, da sie nicht der 50+1-Regel unterliegen und sich als Werksklub beziehungsweise über einen Mäzen mehr Einnahmen verschaffen.

KHG sieht Solidarität der Bundesliga in Gefahr

Rummenigge jedoch hält diesen Vorstoß jedoch für ein “Eigentor“ und betonte: „Wer Solidarität fordert wie die 2. Liga, der sollte sich selbst solidarisch verhalten. Vereine auszuschließen entspricht kaum dem Solidaritätsgedanken, oder?“

FC Bayern muss international Schritt halten

Der ehemalige Nationalspieler leitet zudem von dem Milliarden-TV-Vertrag in England ab, dass auf die Bundesliga und den FC Bayern schwere Zeiten zukommen. „Ich sehe, welche Lawine da aus England auf uns zurollt, deshalb sind wir beim FC Bayern an einem Punkt angelangt, an dem wir sagen: Wir führen jede Diskussion über Solidarität mit, solange sie nicht unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.“

Münchner setzen rote Linie

Grundsätzlich wolle er nicht an der zentralen Vermarktung der Bundesliga rütteln, so der 60-Jährige weiter. „Aber es gibt Grenzen, die hier nicht überschritten werden sollten“, sagte Rummenigge und ergänzte: „Wir haben uns mit großer Mühe einen Status in Europa aufgebaut, diese internationale Rolle werden wir nicht kampflos aufgeben.“

Lösung: Mehr Geld aus dem Pay-TV-Bereich

Da im Grunde alle Vereine das Ziel verfolgten, mehr Geld zu erhalten, sieht der Münchner nur eine Lösung: eine deutliche Veränderung im Pay-TV-Bereich, bei der Sky im Bieterverfahren Konkurrenz erhält und somit die Einnahmen für die Klubs steigen. „Für höhere TV-Einnahmen brauchen wir Konkurrenz auf dem Markt. Das ist der Job der DFL, ein sehr anspruchsvoller. Es ist nicht gut, dass wir ein Anbieterkartell, die Bundesliga, mit einem Monopol-Nachfrager bei Live-Spielen haben“, warnte Rummenigge.

Über Daniel Michel