Bundesliga

Santa Cruz lobt väterlichen Uli Hoeneß

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München – Roque Santa Cruz kam 1999 für umgerechnet rund fünf Millionen Euro als 17-Jähriger von Olimpia Asuncion zum FC Bayern München. Dem Paraguayer blieb der große Durchbruch in der Bundesliga zwar verwehrt – dennoch blickt er zufrieden zurück auf tolle Jahre beim deutschen Rekordmeister.

Santa Cruz verpasste Schritt zum besten Stürmer der Welt

Der Transfer von Roque Santa Cruz zum FC Bayern München überraschte 1999 die Fußballwelt. Der damals noch 17-Jährige Angreifer war nur Insidern bekannt. Der deutsche Rekordmeister war davon überzeugt, ein ganz großes Talent verpflichtet zu haben. Uli Hoeneß ging 2002 sogar so weit, dass er dem Paraguayer den Schritt zum besten Stürmer der Welt zutraute. Dem 110-fachen Nationalspieler gelang dieser große Durchbruch nie, dennoch spielte er in drei der größten europäischen Ligen Fußball.

Hoeneß war „wie ein Vater“

Zu Hoeneß baute Santa Cruz in seiner Zeit bei den Münchenern ein ganz besonderes Verhältnis auf, wie er im Gespräch mit Spox erklärte: „Uli ist ein super Typ, der nicht nur von den Fans sehr geliebt wurde, sondern auch von den Spielern. Für mich und viele andere junge Spieler war er wie ein Vater.“ Die Nachricht von der Steuer-Affäre rund um den ehemaligen Präsidenten der Bayern schockte den Angreifer, der aktuell beim mexikanischen Klub Cruz Azul unter Vertrag steht und an den FC Malaga ausgeliehen ist, damals: „Aber es ist in Ordnung, im Leben Fehler zu machen. Man muss nur dazu stehen und die Konsequenzen tragen, auch wenn das für einen Mann wie Ihn, der vorher solch eine Reputation genossen hat, nicht einfach ist. Trotzdem ist er den Schritt von sich aus gegangen.“ Seit Montag ist Hoeneß wieder ein freier Mann.

Dank „Ich Roque“ zum Kultstürmer in Deutschland

Santa Cruz, der in Deutschland durch den Song „Ich Roque“ von der Band Sportfreunde Stiller noch bekannter wurde, blickt regelmäßig auf die Entwicklung bei seinem Ex-Verein. Der inzwischen 34-Jährige steht mit den ehemaligen Kollegen im Kontakt und spricht darüber, wo die Bayern inzwischen stehen und welche Unterschiede es zu früheren Zeiten gibt: „Der Klub hat sich toll entwickelt und gehört heute sicher zu den besten drei Adressen in Europa. Als ich da war, hat der Verein noch viel Wert darauf gelegt, deutsche Spieler in den eigenen Reihen zu haben, das ist heute nicht mehr so stark der Fall. Ich denke aber, dass dies der einzige Weg ist, um auch im internationalen Vergleich mit Barcelona und Madrid konkurrenzfähig zu bleiben.“

Santa Cruz lobt die Entwicklung des FC Bayern München

Den beiden großen Vereinen in Spanien sei es egal, wo die Spieler herkommen – sie wollen die besten Akteure der Welt verpflichten. Die Münchener werden dadurch gezwungen, wie Santa Cruz analysierte, diesen Weg mitzugehen. Der Erfolg des Vereins spreche für sich und der Südamerikaner schaut „immer gerne zu, wenn der FCB spielt.“ Der Familienmensch wäre fast noch ein zweites Mal in der Bundesliga gelandet, eine Anfrage vom Hamburger SV wurde ernsthaft geprüft. Die Situation beim FC Malaga, wo er nach den Station Blackburn Rovers, Manchester City und Real Betis Sevilla gelandet ist, war im Sommer 2013 nicht einfach.

Familienmensch Santa Cruz lässt Wechsel zum HSV platzen

Der Scheich habe damals bekannt gegeben, kein Geld mehr investieren zu wollen. Die Folge: Spieler mit kostspieligen Verträgen mussten gehen. Santa Cruz erzählte: „Als dann die Anfrage vom HSV kam, wo mein ehemaliger Mannschaftskollege Thorsten Fink Trainer war, wollte ich gerne zurück in die Bundesliga und zeigen, was ich in den letzten Jahren gelernt habe.“ Allerdings spielte die Familie, die sich in Malaga sehr wohl fühlte, eine große Rolle: „Meine Frau hat hier viele Freundinnen, was in Deutschland und England nicht der Fall war, meine Kinder gehen zur Schule, wir alle sind hier sehr glücklich.“

Santa Cruz lässt Zukunft noch offen

Inzwischen rückt das Karriereende für den Stürmer immer näher. „Natürlich spielt das eine Rolle und man denkt auch darüber nach, was man noch mitnehmen kann und will. Diese Entscheidung dann aber wirklich zu treffen, ist viel schwerer, als man denkt. Ich habe vier Kinder, davon sind drei in der Schule, haben dort Freunde und wollen auch mal mit ihrem Papa spielen. Da gehst du nicht so einfach nach Indonesien, liegst den ganzen Tag am Strand und spielst zwischendurch ein bisschen Fußball für gutes Geld“, äußerte er sich zu seinen noch vagen Zukunftsplänen. Er sei aktuell einfach froh, überhaupt noch Fußball spielen zu können: „Ich hätte zum Beispiel niemals gedacht, dass ich mit 28 noch Fußball spielen kann. Auch heute noch ist jeder Tag ein Kampf. Gegen die Schmerzen und den inneren Schweinehund. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen und bin durch schwierige Zeiten gegangen.“

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Über Christopher Michel

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