Schiri-Krach: Professionalisierung der Grund?

München – Hinter dem angekündigten Rücktritt des Vorsitzenden der Schiedsrichter-Kommission des DFB, Herbert Fandel, steckt nach Sport-Bild-Informationen ein Streit um die Ausrichtung im Schiedsrichterwesen.

Herbert Fandel leitete in seiner aktiven Karriere 247 Bundesliga-Spiele. Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images
Herbert Fandel leitete in seiner aktiven Karriere 247 Bundesliga-Spiele. Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Talente heranführen

Ein Konflikt zwischen DFB-Schiri-Boss Herbert Fandel und DFL-Manager Hellmut Krug über die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens soll hinter der Rücktrittsankündigung von Fandel stecken. Das berichtet die Sport-Bild. Demnach sieht Krug in dem Fakt, dass nach der Saison einige Bundesliga-Schiedsrichter die Altersgrenze von 47 Jahren erreichen die Chance, jüngere und qualitativ bessere Schiris heranzuführen. Voraussetzung: Sie werden optimal ausgebildet.

Laufwege verbessern

Zu diesem Thema tauschen sich seit November 2015 nach eklatanten Fehlentscheidungen in der Hinrunde auch DFL-Chef Christian Seifert und der für die Schiedsrichter zuständige DFB-Vize Ronny Zimmermann intensiv aus. Zimmermann verrät erste Details – es geht um Hightech-Möglichkeiten. „Ein Beispiel sind die Laufwege der Schiedsrichter“, sagte er. Durch Schulungen könnten die Laufwege und damit die Sicht auf die eine oder andere Szene verbessert werden. „Diesbezüglich könnten wir das Tracking-System, das wir schon bei der Nationalmannschaft haben, adaptieren, um die Laufwege der Schiedsrichter aufzuzeichnen und nach den Spielen zu analysieren“, schlägt Zimmermann vor.

Vorbild American Football

Ein anderes Beispiel des DFB-Vize: „Wenn wir die Schiedsrichter-Assistenten besser schulen wollen, braucht man dazu Medien, die ihnen Spielszenen oder ein komplettes Spiel aus ihrer Perspektive präsentieren. Ein Vorbild hierfür wäre die Technologie in der NFL.“ Im American Football bekommen die Schiris zur Schulung eine sogenannte Virtual-Reality- Brille aufgesetzt, die ihnen den Eindruck vermittelt, dass sie nicht im Lehrsaal, sondern am Spielfeldrand stehen und die von ihnen zu beurteilenden Spielszenen direkt vor Augen haben. Das sei laut Zimmermann noch Zukunftsmusik. Es müsste logischerweise auch über die Kosten gesprochen werden.

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