Bundesliga

Martinez: „Vidal braucht Vaterfigur“

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München – Den Ruf eines „Enfant terrible“ hat Arturo Vidal nicht erst seit Kurzem. Zuletzt soll der Chilene im Trainingslagers seines Clubs FC Bayern München betrunken ins Teamhotel zurückgekehrt sein. Im Interview mit der Abendzeitung München spricht ein Südamerika-Experte über den aggressiven Mittelfeldmann.

„Bayern wusste von Vidals Gewohnheiten“

Der freie Journalist Daniel Martinez ist Südamerika-Experte und kennt auch Bayern-Skandalprofi Arturo Vidal. Warum Bayern das „Enfant terrible“ überhaupt verpflichtet hat? „Klar ist: Bayern wusste von Vidals Gewohnheiten. Sie haben ihn sicher nicht wegen seines Privatlebens verpflichtet, sondern wegen seiner fußballerischen Klasse. Es ist auch die Aufgabe des Trainers und der sportlichen Leitung, einen Spieler in den richtigen Bahnen zu halten“, äußerte Martinez im Interview mit der AZ. Zuletzt kam Vidal im Trainingslager besoffen zurück ins Mannschaftshotel – Trainer Pep Guardiola griff aber nicht durch.

„Guardiola schiebt Verantwortung von sich“

Bei der Copa Amerika 2015 ging die Personalie Vidal nach einem Autounfall unter Alkoholeinfluss durch die Medien. Zu diesem Zeitpunkt verpflichteten ihn die Bayern. Martinez wirft dem Rekordmeister Fahrlässigkeit vor: „Sie wussten,  was sie bekommen. Aber sie haben sich nicht richtig darauf eingestellt“, sagte der Südamerika-Experte und schob gegen Bayern-Trainer Guardiola nach: „Was Transfers angeht, schiebt Guardiola die Verantwortung gern von sich. Er sagt, dass nur Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer entscheiden. Dass er mit der Transferpolitik nicht einverstanden ist, hat er immer wieder angedeutet. Wenn nun Probleme auftreten, sind es nicht seine Probleme.“

Vidal braucht „väterliche“ Obhut

Eindeutig am Führungsstil des Katalanen. Unter Guardiola sieht Martinez kein Verbesserungspotenzial von Vidal. Er sei „immer noch wie ein großes Kind, das eine väterliche Figur als Trainer braucht, die ihn führt“ und fügte hinzu: „So wie damals Jupp Heynckes in seiner Zeit bei Bayer Leverkusen. Dann ist er am stärksten.“ Ob Carlo Ancelotti solch eine Rolle einnehmen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist: Ein anderer Trainertyp als Guardiola ist er aber definitiv.

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