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Auch Schalke wollte Chicharito

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München – Rudi Völler (55) und Horst Heldt (46) wohnen im selben Haus. Auch die Vereine, für die beide Manager arbeiten, sind Nachbarn – und zwar in der Bundesliga-Tabelle. Sowohl Bayer Leverkusen als auch Schalke 04 sammelten in der Hinserie 27 Punkte. Zudem absolvierten beide Vereine das Trainingslager in Orlando. Im Kicker-Interview sprachen Völler und Heldt über ihre Gemeinsamkeiten und Gegensätze. 

Schalke 04 hätte Chicharito gerne verpflichtet

In Deutschland hat Schalke 04 mehr Fans als die Werkself. In Orlando war es es andersrum. Das lag vor allem am Mexikaner Chicharito, der zahlreiche Fans anlockte. Rudi Völler genießt die positive Marketing-Resonanz, betont aber im Kicker-Interview welcher Bereich die größte Priorität genießt: „Am wichtigsten ist aber, dass die sportlichen Bedingungen stimmen und damit die Grundlage für sportlichen Erfolg gelegt ist.“ Horst Heldt beneidet die Leverkusener um die Verpflichtung des mexikanischen Torjägers und hätte Chicharito ebenfalls gerne verpflichtet: „Wir waren auch dran, Leverkusen war aber schneller, hatte zum Zeitpunkt des Transfers vielleicht auch wirtschaftlich mehr Handlungsspielraum als wir.“

Völler und Heldt beneiden sich

Rudi Völler beneidet Horst Held um die Fans der Schalker: „Ich denke da nur mal an das Abschiedsspiel kürzlich von Gerald Asamoah, zu dem ich eingeladen war. Das war schon beeindruckend, was da abgelaufen ist. Das spiegelt Schalke 04 mit seiner außergewöhnlichen Emotionalität ganz gut wider.“ Horst Held hingegen kann sich mit der soliden Arbeitsweise der Leverkusener stark identifizieren: „Ich glaube, das größte Kompliment, das man Bayer Leverkusen generell machen kann, ist, dass der Verein als seriös geführter und populärer Klub wahrgenommen wird, der in der Lage ist, um Titel und die internationalen Plätze mitzuspielen. Und sie können diese Entwicklung ruhig und kontinuierlich vorantreiben.“

Völler und Heldt wohnen im selben Haus

In Düsseldorf wohnen Rudi Völler und Horst Heldt im selben Haus, in dem sich die Manager immer wieder über den Weg laufen: „Mal zwei-oder dreimal am Tag, manchmal zwei Wochen gar nicht. Das ist auch abhängig von unseren Spielterminen und Reisen“, so Heldt. Dadurch kann auf dem kurzen Dienstweg auch über Transfers gesprochen werden. Rudi Völler interessiert sich vor allem für einen Innenverteidiger der Knappen: „Joel Matip hat eine sensationelle Entwicklung genommen. Er ist einer der gefragtesten Innenverteidiger – was natürlich auch mit seinem auslaufenden Vertrag zusammenhängt.“ Auch Horst Heldt würde einen Leverkusener sofort aufnehmen: „Wir hatten mal bei Julian Brandt unseren Hut in den Ring geworfen. Seitdem hatten wir aber keinen Kontakt mehr – Leverkusen hat seine Hausaufgaben gut erledigt. Aber er ist ein Spieler, der mir gut gefällt und von dem ich sicher bin, dass er nochs stärker wird.“

Leverkusen wollte Höjbjerg ausleihen

Es kommt aber auch immer wieder vor, dass beide Manager um die selben Spieler buhlen. Rudi Völler hätte gerne Pierre-Emil Höjbjerg von Bayern München ausgeliehen, der sich allerdings für Schalke entschied: „Da geht es dann darum, wer die besseren Argumente hat und was das Begehren des Spielers ist. Sich entscheiden zu können zwischen Leverkusen und Schalke ist dann ein Luxusproblem. Am Ende haben sich die Bayern dafür entschieden, ihn an Schalke zu verleihen, weil sie ihm dort mehr Spielzeit zugetraut haben“, so der Bayer-Manager.

Die Unterscheide zu Bayern München

Rudi Völler hofft in der laufenden Saison auf den Gewinn des DFB Pokals. Die Meisterschaft hat er nicht nur für diese Saison, sondern auch für die nächsten fünf Jahre abgeschrieben: „Dazu ist die Schere, vor allem die wirtschaftliche, zu weit auseinander gegangen.“ Auch Horst Heldt sieht die Vergleiche mit dem FC Bayern nüchtern: „Natürlich gibt man die Hoffnung nicht auf. Man muss aber ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Bayern in einer anderen Liga spielen. Ich amüsiere mich manchmal darüber, wenn ich sehe, dass die Bayern durch ganz Europa marschieren, sich die Bundesligisten aber ständig dafür rechtfertigen müssen, wenn sie gegen sie verloren haben.“

 

 

Über Marcel Pramschüfer