Von “Buckligen“ und “Heißgeliebten“ – Spitznamen der Serie-A-Teams

München – Von Juventus Turin über AS Rom bis Inter Mailand: fussball.news fasst die (manchmal auch bösen) Spitznamen der Teams aus der Serie A zusammen.

Stevan Jovetic (r.) erkämpft für Inter Mailand - auch gennant die "Heißgeliebten" - den Ball. Foto: Marco Luzzani/Getty Images
Stevan Jovetic (r.) erkämpft für Inter Mailand – auch gennant die „Heißgeliebten“ – den Ball. Foto: Marco Luzzani/Getty Images

Vereinsfarben prägen die Spitznamen

In der italienischen Serie A gilt die Faustregel, dass die Spitznamen der Vereine stets die Vereinsfarben wiedergeben. Wenn in einem Vereinswappen ein Wappentier vorkommt, dann wird der Klub häufig auch nach diesem benannt. Zudem gibt es auch abwertende Spitznamen, die natürlich nur die gegnerischen Anhänger verwenden.

Wie die Gegner Juventus Turin nennen

Rekordmeister Juventus Turin besitzt einige gebräuchliche Übernamen. Aufgrund der schwarzen und weißen Streifen werden die Spieler und Fans „bianconeri“ genannt, die „Weiß-Schwarzen“. „La vecchia Signora“, also die „alte Dame“, rührt daher, dass Juventus einer der ältesten Vereine Italiens ist und im Italienischen einen weiblichen Artikel besitzt („la Juventus“). In den fünfziger Jahren spielte Juventus in Hemden mit starkem V-Ausschnitt. Dadurch blähte sich das Trikot beim Laufen am Rücken wie ein Segel auf und die Spieler wirkten, als litten sie unter einem Buckel. Der abwertende Spitzname „i gobbi“, „die Buckligen“, war geboren – und wird bis heute gerne von den gegnerischen Fans verwendet.

Mailänder Teufel

Der AC Mailand spielt in rot-schwarzen Trikots, deshalb spricht man auch von den „Rossoneri“, den „Rot-Schwarzen“. Milan selbst wird auch häufig „il diavolo“ (der Teufel) genannt, wobei es keine negative Bedeutung hat; zum Beispiel ist das Maskottchen des Vereins ein kleiner Teufel. Anfang der achtziger Jahre ersetzte das Symbol des Teufels sogar für wenige Jahre das klassische Wappen der Mailänder auf ihren Trikots.

Heißgeliebtes Inter

Die „nerazzurri“ (die Schwarz-Hellblauen) sind die Spieler und Anhänger von Inter Mailand. Der berühmte italienische Schriftsteller und Sportjournalist Gianni Brera bezeichnete Inter in den sechziger Jahren als „beneamata dai milanesi“, also „heißgeliebt von den Mailändern“. Seitdem ist der Begriff „la beneamata“ (die Heißgeliebte) als Synonym für Inter Mailand in den italienischen Wortschatz eingegangen.

Magisches aus Rom

Die Vereinsfarben Rot und Gelb des AS Rom bilden auch den Übernamen der „giallorossi“ (die Gelbroten). Die römischen Fans nennen ihren Klub auch in ihrem speziellen Dialekt „la Maggica“ (die Magische). Dafür gibt es keinen bestimmten Grund, es steht viel mehr für die Euphorie und Leidenschaft mit dem die „romanisti“ ihren Verein begleiten. Lazio Rom besitzt außer den Spitznamen „biancocelesti“ (die Weiß-Himmelblauen) keine anderen Übernamen.

Griechische Mythologie in Neapel

Die „azzurri“ (die Hellblauen) des SSC Neapel sind auch unter dem Namen „partenopei“ bekannt. Eine griechische Sagengestalt namens Parthenope gab der Region um Neapel ihren Namen und somit auch dem Team aus der kampanischen Hauptstadt.

Von Lilien und Stieren…

Beim AC Florenz und dem FC Turin spielen die Stadtwappen eine wichtige Rolle. Die Lilie der Stadt Florenz macht aus den Toskanern die „gigliati“ und die Vereinsfarbe Violett zu „viola“. In ganz Italien versteht man unter „il toro“ (der Stier) und „i granata“ (die Granatroten) den FC Turin, denn der Stier ist das Wappentier der Stadt Turin (weshalb sich auch im Juventus-Wappen ein kleiner Stier befindet).

…über Greifen und Jägerinnen

Der CFC Genua und seine Fans sind wegen des Greifen im Vereinswappen die „grifoni“ und spielen in den Farben Rot-Blau („rossoblù“), während der Lokarivale Sampdoria Genua als die „blucerchiati“ (die Blauumrandeten) auftritt. Der Frauenkopf im Wappen von Atalanta Bergamo erklärt auch den Übernamen dieses Vereines: „La Dea“ (die Göttin). Atalante galt als schnellste Jägerin in der griechischen Mythologie und verlieh so den „nerazzurri“ (Schwarz-Hellblauen) ihren Spitznamen.

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