Vorschau Gladbach – Freiburg: Das 17-Tore-Defizit von Borussia

München – Borussia Mönchengladbach empfängt am 19. Spieltag Borussia Mönchengladbach. Es ist die Heimpremiere für Gladbach-Coach Dieter Hecking, wenn der Tabellen-Dreizehnte auf den Tabellen-Achten trifft. Die Vorschau von fussball.news.

Raffael (Mitte) und seine Teamkollegen Ibrahima Traore (l.) und Lars Stindl (r.) stehen diese Saison noch in der Bringschuld. Foto: Marc Eich/Bongarts/Getty Images

„Punktgewinn“ in Darmstadt

Als Gladbach zum Start 2017 mit einem Remis in Darmstadt loslegte, wirkte es fast so, als würden die Borussia-Profis und Funktionäre über den „Punktgewinn“ beim schwächsten Team der Bundesliga jubeln. Als Gladbach in der Woche darauf zur Halbzeit 0:2 beim Derby in Leverkusen zurücklag, kam womöglich bei manch einem Fan des VfL schon Skepsis über den neuen Trainer Dieter Hecking auf – doch in der 2. Halbzeit folgte eine Leistungsexplosion: Drei Treffer und ein großartiger 3:2 glückten Borussia gegen Leverkusen! Nun ist im Gladbacher Umfeld fast schon wieder Euphorie ausgebrochen – und die Hoffnung, doch noch ins Europacup-Rennen einzugreifen, keimt wieder auf. Mit einem Sieg nun gegen den SC Freiburg würde Borussia nur noch drei Zähler Rückstand auf die Breisgauer und sich im Mittelfeld der Tabelle etabliert haben. Zudem würde der Abstand auf Europacup-Rang sechs womöglich auch nurmehr sieben Zähler betragen.

Eberl: „Wir drehen nicht durch“

Aber träumen soll in Gladbach derzeit keiner, weshalb Manager Max Eberl vor der Partie gegen Freiburg deutlich betonte: „Wenn es nicht läuft, wird alles extrem schwarz gemalt. Jetzt haben wir ein Spiel gedreht, aber wir drehen nicht durch.“ Doch sein Team könne mit einem Sieg gegen Freiburg den Start in 2017 mit dann sieben Punkten aus drei Spielen „vergolden“, betonte Eberl.


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„Überraschungsteam Freiburg“

Gladbach-Coach Dieter Hecking warnte jedoch vor den laufstarken und bei Standards torgefährlichen Freiburgern. „Wir werden nicht alles verhindern können. Aber ich hoffe, dass uns Freiburg bei Standards am Samstag nicht überraschen kann“, so Hecking, der herausstellte: „Die meisten reden von Hoffenheim oder Leipzig, aber für mich ist Freiburg eine der größten Überraschungen.“ Hecking führte aus: „Ein ganz großes Kompliment an Christian Streich und sein Team, wie sie es immer wieder so gut hinbekommen. Es war ja sicher nicht damit zu rechnen, dass sie jetzt schon auf 26 Punkte kommen.“

Das Gladbacher Offensiv-Problem:

Dass Gladbach in dieser Saison seinen Ansprüchen bislang hinterhinkt, hat vielerlei Ursachen. Stars wie Granit Xhaka haben den Verein verlassen, vermeintliche Führungsspieler wie der aus Leverkusen zurückgeholte Christoph Kramer können ihre Leistung nicht konstant abrufen. In der Defensive unterlaufen individuelle wie organisatorische Fehler – aber vor allem liegen die Offensiv-Spieler der Borussia in Sachen Tore-Erzielen weit im Vergleich zur vergangenen Saison zurück. Nach 18 Spieltagen der Saison 2015/16 hatte Gladbach bereits 17 Tore mehr auf dem Konto (35 in 2015/16; 18 in 2016/17). Auf dem Punkte-Konto waren es neun Zähler mehr. Unfassbar eigentlich: Gladbach, gespickt mit den Top-Angreifern Lars Stindl, Raffael und Thorgan Hazard, hat erst in zwei Bundesliga-Spielen dieser Saison mehr als zwei Tore erzielen können. In sieben der 18 Partien glückte gar kein Treffer. 13 der 17 Tore hat das besagte Offensiv-Trio der Gladbacher erzielt, es hätten aber, gemessen an der Anzahl der Chancen, deutlich mehr Tore sein können. Zudem hat sonst kein Gladbach-Profi mehr als ein Saisontor erzielt. Das 3:2 zuletzt in Leverkusen lässt aber Trainer Dieter Hecking positiv nach vorne blicken: „Wir haben Spieler, die die Qualität haben, die Tore zu machen.“

Kolodziejczak fällt aus

Personell muss Hecking nach wie vor auf Tobias Strobl, Ibrahima Traore, Nico Elvedi, Marvin Schulz und Mamadou Doucoure verzichten. Zudem wird Timothee Kolodziejczak, Zugang aus Sevilla, fehlen. Er hat sich eine Stauchung und Verdrehung des linken, oberen Sprunggelenks sowie der Fußwurzel zugezogen. Dagegen könnte Patrick Hermann nach seiner Bänderverletzung und drei Monaten Zwangspause erstmals wieder zu Einsatzminuten bei der Fohlenelf kommen.

Haberer befindet sich in Top-Form

Der SC Freiburg hat im Vergleich zu Gladbach sechs Tore und sechs Punkte mehr auf der Haben-Seite. Großen Anteil am Erfolg des Aufsteigers hat Janik Haberer. Der 22-Jährige agiert meist als hängende Sturmspitze, hat dabei in den vergangenen sechs Partien fünf Torbeteiligungen verbucht (drei Tore, zwei Assists). Beim 2:1-Sieg zuletzt gegen die Hertha glückte ihm der Führungstreffer. Während Haberer in Teilen der Medien schon zum FC Bayern gelobt wird, achtet Trainer Christian Streich auf seinen Schützling besonders: „Er hat inzwischen eine absolute Effektivität und trifft einfache und gute Entscheidungen – aber da wird auch mal wieder eine Delle kommen.“

Streich: „Wir haben auch Selbstvertrauen“

Über die Partie gegen Gladbach sagte Streich: „Man kann sich vorstellen, dass sie nach dem 3:2 in Leverkusen enorm durchgeatmet haben. Jetzt wollen sie uns im Heimspiel schlagen, aber wir haben auch Selbstvertrauen und können immer wieder gut umsetzen, was wir uns vornehmen.“ Personell kann Streich nahezu aus dem Vollen schöpfen, nur Pascal Stenzel (Schulter-OP), Marc-Oliver Kempf (Aufbautraining) und Zugang Vincent Sierro (Achillessehnenprobleme) werden voraussichtlich fehlen.


Mögliche Aufstellung:

Gladbach:

Sommer – Jantschke, A. Christensen, Vestergaard, Wendt – Kramer, Dahoud – Hofmann, Hazard – Stindl, Raffael.

Freiburg:

Schwolow – Kübler, Torrejon, Söyüncü, C. Günter – Höfler, Frantz – Philipp, Grifo – Haberer – Niederlechner.

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych

Anpfiff: 15:30 Uhr

Redaktionstipp: 2:1

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