Interview am Morgen

FSV-Keeper Weis: „Es gibt viele Torhüter, die diese Stelle gerne hätten“

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München – Mit dem FC Ingolstadt in die Bundesliga aufgestiegen, dann aber, mit der Ambition wieder Nummer Eins zu werden, in die 2.Bundesliga zum FSV Frankfurt gewechselt: Für André Weis war der vermeintliche Rückschritt ein Sprung nach vorne. Im Interview mit fussball.news spricht der bodenständige Keeper über den FSV und den Abstiegskampf, seinen ehemaligen Trainer Jürgen Kramny und seine Zukunftsvorstellungen.

fussball.news: Zu Beginn der Saison war der FSV quasi ein zusammengewürfelter Haufen, insgesamt 18 Spieler kamen neu ins Profi-Team. Ist die Mannschaft Ihrer Meinung nach mittlerweile zusammengewachsen?

Weis: Ja, auf jeden Fall. Das haben wir wirklich schnell hinbekommen. Damit haben sicherlich nur die Wenigsten gerechnet. Wir machen das mit dem Zusammenhalt wirklich gut und hoffen, dass die Mannschaft bei einer erfolgreichen Rückrunde auch nächstes Jahr größtenteils so zusammenbleibt. Das ist sicherlich auch das Ziel des Vereins.

fussball.news: Was macht den FSV als kleinen Verein so besonders?

Weis: Das Familiäre. Hier dreht keiner durch und jeder weiß, wo er hingehört. Hier weiß man einfach alles zu schätzen, weil man hier nicht alles hat und nicht alles bekommt. Man muss sich alles erarbeiten. Die acht Jahre Zugehörigkeit zur Zweiten Liga sprechen eine deutliche Sprache, dass hier vieles richtig gemacht wird.

fussball.news: Haben Sie den Traum noch einmal ganz oben mitzuspielen?

Weis: Ja. Das ist, denke ich, das Ziel von jedem Profi. Trotzdem muss man realistisch bleiben. Am wichtigsten ist, dass man gesund bleibt und sich nicht verletzt. Wenn irgendwann ein Bundesligist anfragt, dann ist es so. Aber zurzeit fühle ich mich wohl. Ich spiele, ich bin nah an der Heimat (Boppard; Anm. d. Red.) dran und habe mich gut in die Mannschaft integriert.

fussball.news: Sie klingen zufrieden. Ist es bisher der Höhepunkt Ihrer Karriere?

Weis: Ich bin einer von 36 Stammtorhütern in der 1. und 2. Liga. Ich denke, da muss man keine Hirngespinste haben und unbedingt nach ganz oben wollen. Es gibt so viele Torhüter mit Bundesliga-Erfahrung, die diese Stelle gerne hätten. Von daher ist momentan alles perfekt so.


André Weis – Stationen als Profi:

  • FSV Frankfurt
  • FC Ingolstadt
  • VfB Stuttgart II
  • TuS Koblenz
  • SV Wilhelmshaven

fussball.news: Beim VfB Stuttgart II war Ihr Trainer Jürgen Kramny, der jetzt das Bundesligateam der Schwaben trainiert. Was ist er für ein Typ?

Weis: Er ist ein sehr akribisch arbeitender Trainer. Durch den neuen Sportvorstand Robin Dutt und die vielen Rückschläge im Verein hat man die Interimslösung mit Kramny versucht, was bislang auch gut klappt. Ich gönne es ihm, weil er immer alles für den Verein gegeben hat. Ich kann mir vorstellen, dass er den VfB jetzt auf längere Zeit trainieren wird.

fussball.news: Kramny sagte damals über Sie: „Andre Weis hilft dem Team mit seiner ruhigen und sachlichen Art.“ Sind das Attribute, die auf Sie zutreffen?


Video: FSV Frankfurt bereitet sich im Trainingslager auf die Rückrunde vor


Weis: Ja. Das Trainerteam beim FSV schätzt meine ruhige und sachliche Art auch. Manchmal kann ich aber auch anders. Ich sehe das Torwartspiel so, dass es nichts bringt, wenn man hinten den Hampelmann macht. Das macht die Abwehr nervös. Privat bin ich aber auch eher der gelassene Typ.

fussball.news: Jetzt ist Tomas Oral ihr Trainer. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Weis: Er macht auf jeden Fall gute Arbeit, sonst hätten wir nicht 22 Punkte nach 19 Spieltagen auf dem Konto. Es ist auch sein Ziel, die Mannschaft längerfristig zusammenzuhalten. FSV Frankfurt und Tomas Oral – das passt einfach zusammen. Wir wollen die Punkte auch ein Stück weit für ihn holen.

fussball.news: Sie wirken menschlich sehr aufgeräumt. Haben Sie schon Pläne für nach der Karriere?

Weis: Ich studiere neben meiner Profi-Karriere noch Sportmanagement. Gegen Ende meiner Karriere würde ich aber gerne nochmal im Ausland spielen. Amerika wäre da ein Thema. Ich mag das Land und könnte mir vorstellen, meine Karriere dort ausklingen zu lassen. Was danach kommt wird man sehen. Das ist Gott sei Dank noch ein ganzes Stück weg.

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Das nächste Interview am Morgen folgt am Montag (25.1.2016)

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Anmerkung der Redaktion: fussball.news veröffentlicht in der Regel von Montag bis Donnerstag jeweils um 6 Uhr das „Interview am Morgen“. Zu den Gesprächspartnern zählen aktuelle Bundesliga-Spieler ebenso wie ehemalige Spieler-Legenden oder Funktionäre und Experten. Bei Bedarf wird das exklusive Gespräch in einen Fließtext mit exklusiven Zitaten umgewandelt.

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