Weiser: „Ich will Nationalspieler werden“

München – Mitchell Weiser ist ein selbstbewusster Profi, der bei Hertha BSC Berlin in der vergangenen Saison von Beginn an zu den unumstrittenen Stammspielern zählte. Der 22-Jährige profitierte von seiner teils sehr schwierigen Zeit beim FC Bayern München und will jetzt in der Hauptstadt Nationalspieler werden.

Mitchell Weiser will auch in der kommenden Saison so mutig mit nach vorne marschieren. (Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)
Mitchell Weiser (r.) will auch in der kommenden Saison mutig mit nach vorne marschieren. Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

Weiser will Nationspieler werden

Schon vor der EM in Frankreich gab es erste Stimmen, die Weiser mit zum Kandidatenkreis für Joachim Löw zählten. Der Jungprofi war in der vergangenen Spielzeit für die Hertha an zehn Treffern beteiligt, zweimal als Torschütze und ganze achtmal als Vorbereiter. Die Berliner spielten eine starke Saison, die sie auf dem siebten Rang beendeten. Nun sagte Weiser, der auf dem Flügel defensiv wie offensiv spielen kann: „Ich will Nationalspieler werden! Das ist mein nächstes Ziel. Dafür muss ich mich noch steigern und eine gute Saison mit Hertha BSC spielen.“

Noch kein Führungsspieler?

Als Führungsspieler sieht er sich noch nicht: „Auf dem Platz gehe ich schon gern vorweg, insgesamt denke ich aber, dass es noch ein weiter Weg ist, bis ich ein Führungsspieler bin.“ Er träumt mit der Hertha von einer Wiederholung der guten Saison, mahnt allerdings: „Die Aufgabe, das zu bestätigen, ist aber schwierig.“ Weiser sieht sich aber als meinungsstarker Spieler an: „Ich sage meine Meinung und stehe auch dazu, ich lasse mich nicht verbiegen.“ Und: „Ich bin erwachsener, aber nicht ruhiger geworden. Zu meiner Meinung stehe ich nach wie vor. Ich mag keine angepassten Menschen, auch nicht im Fußball.“

Lob für Dardai

Durch die Europa League gibt es eine Dreifach-Belastung, auch für Trainer Pal Dardai steht eine echte Herausforderung an. Weiser lobt den Übungsleiter bei Sport Bild: „Ich mag seine Art. Auch wenn er mal lauter auf dem Platz wird, nimmt es ihm keiner übel. Wir haben gleich wieder Spaß mit ihm. Da verkraftet man es leichter, angeschrien zu werden.“ Er geht davon aus, dass sich die Hertha aufgrund der Dreifach-Belastung mit der Europa League noch verstärken wird: „Vier, fünf englische Wochen in Folge zu spielen ist nicht gesund. Wir
werden sicherlich noch den einen oder anderen Spieler verpflichten, aber das ist die Aufgabe von Manager und Trainer.“

Jede Trainingseinheit ist wichtig

Der variable Offensiv- und Defensivmann will weiter reifen. Sein Wille, dahin zu kommen und immer zu gewinnen, ist ungebrochen. „Den hatte ich schon als kleiner Junge. Da habe ich nach verlorenen Spielen geweint“, sagte Weiser. Inzwischen gibt er auch in jeder Übungseinheit Vollgas und gibt im Rückblick zu: „Ich habe in München eine Zeit gebraucht, um zu verstehen, das jedes Training wichtig ist.“ Beim FC Bayern wurde ihm die Rückennummer einst entzogen – eine schwieirge Phase? „Natürlich war das schwer für mich“, so Weiser, aber „ich habe in diesen Situationen gelernt, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Da spielt sich viel im Kopf ab. Aber man darf es nicht so an sich heranlassen.“

Weiser ist ein „Stadt-Kind“

Die Attraktionen einer Groß-Stadt wie Berlin will Weiser dennoch zu einem gewissen Maß wie zuvor in Köln oder München auskosten. „Ich mag es, wenn Leben auf den Straßen ist, wenn man viele Möglichkeiten hat, etwas zu machen. Als ich ein halbes Jahr nach Kaiserslautern ausgeliehen war, habe ich sofort gemerkt, was mir
gefehlt hat.“

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