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Untersuchungsbericht zur WM-Vergabe 2006 vorgestellt

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München – Zur umfassenden Aufklärung aller Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2006 hatte der DFB im Oktober 2015 Kanzlei Freshfields mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt. Heute wurden die Ergebnisse präsentiert.

Kein klares Ergebnis

Die wichtigste Erkenntnis aus der Untersuchung: Ein Stimmenkauf bei der WM-Vergabe an Deutschland konnte nicht nachgewiesen werden. „Wir haben keinen Beweis für einen Stimmenkauf gefunden, können diesen aber auch nicht ausschließen“, heißt es in dem 361 Seiten langen Bericht.

6,7 Millionen Euro gingen nach Katar

Klar ist aber: Die 6,7 Millionen Euro, die der DFB an die FIFA zahlte, sind letztlich in Katar auf dem Konto einer Firma gelandet, die Mohamed bin Hammam gehörte, damals Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee. Bei der Abstimmung über die WM 2006 gaben alle vier Wahlmänner aus Asien Deutschland ihre Stimme. Belegt ist, dass in der DFB-Führungsriege sechs Monate zuvor nur von drei sicheren Stimmen ausgegangen wurde. Ob das Geld zur Bestechung benutzt wurde, ist aber nicht nachweisbar.

Beckenbauer im Fokus

Franz Beckenbauer steht bei der dubiosen Zahlung im Fokus. Ausgangspunkt des Geldflusses war ein Konto, dass auf Beckenbauer und seinen Ex-Manager Robert Schwan lief. Auch die Zusagen in einem von Franz Beckenbauer und Skandalfunktionär Jack Warner unterzeichneten und auf den 2. Juli 2000 datierten Vertragsentwurf sind „teilweise erbracht“ worden.

Wichtige Unterlagen verschwunden

Auch Wolfgang Niersbach kommt im Bericht nicht gut weg. Zum einen wusste der ehemalige DFB-Präsident bereits am 3. Juni 2015 über die ominösen Vorgänge Bescheid – deutlich früher als selbst behauptet. Zum anderen fehlten bei der Untersuchung wichtige Unterlagen. Einen Ordner mit der Aufschrift „FIFA 2000“ wurde in Juni von einer Mitarbeiterin Niersbachs ausgeliehen. Er ist bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Über Carsten Ruge

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