Fieses Spiel mit der Eintracht auf dem Transfermarkt
Eintracht Frankfurt hat sich zu einer attraktiven Adresse für Toptalente entwickelt. Dies wird auf dem Markt durchaus ausgenutzt, um Namen zu pushen.
Frankfurt - Wenn der Name von einem talentierten Spieler auftaucht, dann wird zumeist Eintracht Frankfurt als einer der Interessenten genannt - völlig unabhängig davon, ob es sich um einen Akteur aus dem In- oder Ausland handelt. Der hessische Traditionsklub hat sich ein gutes Image erarbeitet, wenn es um die Förderung der „Juwele“ geht. Die Liste der Beispiele ist lang und reicht von Luka Jovic über Randal Kolo Muani oder Jesper Lindström bis hin zu Willian Pacho.
Traut man sich bei der Eintracht etwas, was man sich beim FCB und BVB nicht traut?
Und doch beobachten sie bei den Frankfurtern mit einem gewissen Unverständnis, mit wie vielen Spielern sie einfach in Verbindung gebracht werden. Zuletzt gab es das Gerücht, wonach sich die Frankfurter beim FC Bayern München über Gabriel Vidovic „erkundigt“ hätten. Was Sky berichtet kann auch fussball.news bestätigen: Der linke Offensivmann war kein Thema bei der Eintracht. Daran ändert auch nichts, dass Trainer Dino Toppmöller ihn aus früheren Zeiten bei den Münchnern kennt. Dies gilt auch für viele weitere Namen, die bei Nachfrage meistens mit einem „kein Thema“ abmoderiert werden.

Es ist in gewisser Weise ein fieses Spiel auf dem Transfermarkt. Ein Brancheninsider vermutet im Gespräch mit fussball.news, dass man sich so etwas mit dem FC Bayern München und Borussia Dortmund nicht traue. Dabei ist es mitnichten so, dass die Frankfurter einfach durch die Datenbank stöbern und jedes x-beliebige Talent abgreifen. Sie bedienen sich in einem Regal, in dem die europäische Elite unterwegs ist.
Eintracht fischt im Teich, wo die großen Klubs fischen
Can Uzun etwa wäre in den Jahren vor den Sportvorständen Fredi Bobic und Markus Krösche niemals zu haben gewesen für die Frankfurter. Die Verpflichtung dieses Spielers, der auf dem Markt als europäisches Toptalent gilt, war ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz. Ähnliches gelang den Frankfurtern vor zwölf Monaten schon im Rennen um Hugo Larsson oder Pacho, der vor einem Wechsel zu Paris Saint-Germain steht.
Haben die Frankfurter etwas mehr Respekt verdient? So wirkt es, als nutze man den Namen, um den Marktwert eines Spielers etwas hochzutreiben. Dabei wird oftmals vergessen, dass die Hessen nur einer von zwei deutschen Europapokal-Siegern in diesem Jahrtausend sind. Den Teich, in dem geangelt wird, teilt sich die Eintracht mit Größen wie dem FC Bayern, Manchester United, PSG oder FC Liverpool. Nicht jeder Akteur, dem der Stempel „Talent“ verpasst wird, befindet sich automatisch in diesem Gewässer.