Angriff auf Wirtz? Hoeneß macht 100-Millionen-Andeutung
Der FC Bayern hat sein Meister-Abo in der Bundesliga verloren. Bayer Leverkusen hat die Münchner entthront. Florian Wirtz hat sich dadurch umso interessanter gemacht.
München – Wirtz steht nach 30 Spieltagen bei je elf Treffern und Vorlagen, hat beste Chancen auf die Wahl zum Spieler der Saison. Den Mittelfeldmann begleiten dabei ständige Spekulationen über seine persönliche Zukunft, obwohl sie eigentlich nicht sonderlich offen scheint. Der 20-Jährige steht bei Bayer Leverkusen bis 2027 unter Vertrag, Vater und Berater Hans Wirtz hat einen Transfer des Nationalspielers erst für 2026 in Aussicht gestellt. Dennoch brodelt die Gerüchteküche rund um seinen Sohn ständig.
Zuletzt etwa sorgte Leverkusen-Boss Fernando Carro mit einer Aussage für ein großes Echo, der zufolge Wirtz für 150 Millionen Euro vielleicht doch aus dem Rheinland loszueisen wäre. Zwischenzeitlich hat Carro zwar öffentlich zurückgerudert, den Spekulationen blieben dennoch Tür und Tor geöffnet. Unweigerlich drehen sie sich neben diversen ausländischen Topklubs vor allem um den FC Bayern. Die Münchner vertreten seit Jahrzehnten den Anspruch, die besten deutschen Spieler zu sammeln.

Über viele Jahre hat Uli Hoeneß als Manager diese Politik vorgegeben, auch heute ist der Ehrenpräsident als Mitglied des Aufsichtsrats ein wichtiger Strippenzieher. Der Bayern-Patron lässt in der Öffentlichkeit selten Sätze fällen, deren Auswirkungen er nicht zuvor kalkuliert hat, insbesondere wenn sie sich auch um Kontrahenten des Rekordmeisters drehen. Und so werden Beobachter hellhörig, wenn Hoeneß auf einem Kongress der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Freitag offen über ein mögliches Interesse der Münchner an Wirtz spricht.
Transfervolumen wie bei Kane?
„Wir können mal 100 Millionen Euro für einen Harry Kane ausgeben, vielleicht noch einmal für einen deutschen Spieler, aber nicht vier- oder fünfmal“, erklärte Hoeneß. Der einzige deutsche Spieler, für den eine solche Summe infrage kommen würde, ist Wirtz. Der Leverkusener Jungstar würde genau in das Konzept passen, das Hoeneß in der Personalpolitik vorschwebt. Mit den superreichen Klubs aus dem Ausland auf dem Transfermarkt zu konkurrieren, schwebt ihm nicht vor. Stattdessen soll der FC Bayern aus Sicht des Ehrenpräsidenten vor allem selbst Topspieler hervorbringen.
FC Bayern buhlt intensiv um Tah
Die Vorbilder seien in dieser Hinsicht Jamal Musiala und Aleksandar Pavlović, die als Nachwuchsspieler den Sprung zu den Profis geschafft haben und dort bereits den Unterschied ausmachen. „Und auch Florian Wirtz ist ja noch ein Nachwuchsspieler“, so Hoeneß vielsagend. Der Leverkusener stellt genau die Kragenweite von Toptalent dar, für die der FC Bayern bereit wäre, tief in die Tasche zu greifen. Dass es Hoeneß mutmaßlich gut gefällt, bei der Werkself nebenbei für Unruhe zu sorgen, ist indes auch keine allzu gewagte Annahme. Konkreter als bei Wirtz geht es zwischen den Klubs aktuell um Innenverteidiger Jonathan Tah, dessen Transfer zum FC Bayern keine Überraschung mehr darstellen würde.