Chaotische Trainersuche? Freund wehrt sich gegen Kritik am FC Bayern
Der FC Bayern hat unter der Woche Vincent Kompany als neuen Cheftrainer vorgestellt. Vorausgegangen war eine lange Suche, die in der Öffentlichkeit oft kritisiert wurde.
München – Bereits im Februar hatte der FC Bayern die Trennung von Thomas Tuchel zum Saisonende bekannt gegeben, bis zur Verpflichtung von Vincent Kompany als Nachfolger zogen mehr als drei Monate ins Land. In dieser Zeit wurde der Rekordmeister mit zahlreichen Trainerkandidaten in Verbindung gebracht und holte er sich einige durchaus spektakuläre Absagen ein.
„Natürlich ist es ein unglücklicher Verlauf gewesen. Wir hätten lieber vor sechs, sieben Wochen gleich zum Anfang der Trainersuche mit einem Trainer unterschrieben und hätten diese Themen gar nicht gehabt“, räumte Christoph Freund bei einer Schalte zur Jahrestagung von Sports Media Austria, der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten, ein.
Dem FC Bayern sagten Trainer ab, „die sind nie gefragt worden“
Gleichzeitig sei der Eindruck einer chaotischen Trainersuche auch deshalb entstanden, weil der FC Bayern ein Klub ist, der viele Emotionen auslöst. „Wir müssen den Spieß auch mal umdrehen: Ich habe bei einigen Trainern gelesen, dass sie abgesagt haben, die sind aber nie gefragt worden. Es benutzen sehr viele Leute, nicht nur den Trainer, den FC Bayern gerne, weil sie eine Riesenplattform haben. Jeder schreibt gerne über den FC Bayern, da kriegt man viele gute Klicks“, schmunzelte Freund.

Freund sicher: „Das hat nichts mit der Attraktivität des FC Bayern zu tun“
An Attraktivität habe der Klub jedenfalls nicht eingebüßt, auch wenn vor Kompany heiß gehandelte Kandidaten wie Xabi Alonso, Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick sich gegen ein Engagement in München entschieden haben. „Wir haben Gespräche geführt, aber die Situationen haben sich unterschiedlich dargestellt. Das muss man respektieren, das hat nichts mit der Attraktivität des FC Bayern zu tun, sondern der persönlichen Situation der jeweiligen Trainer“, ist Freund überzeugt.
„Es gibt persönliche Gründe, und wenn man unter Vertrag steht, muss man respektieren und auch hoch ansehen, dass diese Trainer zu ihrem Wort stehen“, betonte der Sportdirektor. Auch Kompany hatte beim FC Burnley noch einen gültigen Kontrakt, weshalb der FC Bayern für seinen neuen Trainer tief in die Tasche greifen musste.